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Unbekannte tauschen Werbeplakate aus: Wieder provozieren Plakate in Bonn

Unbekannte tauschen Werbeplakate aus : Wieder provozieren Plakate in Bonn

Erneut haben Unbekannte Plakate mit provokantem Inhalt in Beuel und an anderen Bonner Standorten aufgehängt. Dazu haben sie Werbevitrinen an Haltestellen geöffnet. Zu lesen ist auch ein Satz im Jargon der Nationalsozialisten, der auf die Parteien AfD und NPD abzielt.

Wieder sind Plakate mit provokanten Sätzen in Werbevitrinen an Haltestellen in Beuel und anderen Standorten in Bonn zu sehen gewesen. Auf weißer Fläche war am Donnerstag jeweils oben der Satz „Deutsche wehrt euch“ in schwarzen und roten Lettern zu lesen, die an altdeutsche Schrift – und einen Ruf im Jargon der Nationalsozialisten – erinnern.

Das Plakat hing am Bahnhofsplatz in Beuel. Zudem bestätigten die Stadtwerke Bonn (SWB) und die Polizei Bonn auf Anfrage jeweils Standorte am Wilhelmsplatz und Bischofsplatz sowie am Magdalenenplatz und an der Frongasse in Endenich. Außerdem gab es vor Kurzem ein weiteres an der Rigal’schen Wiese in Bad Godesberg, das auf das Thema „Klimaflüchtlinge“ hinwies.

Illegale Plakate bereits im August

Die Inhalte der Plakate erinnern an jene, über die der GA im August berichtet hatte. Damals hatten Unbekannte in einer Vitrine am Beueler Bahnhof ein großes rotes Plakat mit den Buchstaben A, F und D und einem Hakenkreuz angebracht. Die Buchstaben assoziierten eine Verbindung mit der Partei AfD. Auch im aktuellen Fall taucht der Parteiname AfD sowie jener der NPD auf, mit zwei Kreuzen wie auf einem Wahlzettel sowie den Vermerken: „26. September“ und „beide Zweitstimmen“.

Auf Anfrage des GA äußerte sich am Donnerstag Lea Hoffmann für die SWB-Pressestelle. „Fälle von sogenanntem Adbusting treten immer mal wieder auf“, teilte sie mit. Als Adbusters bezeichnen sich Gruppen, die Werbung im öffentlichen Raum verfremden, überkleben oder auf andere Weise umgestalten, um so deren Sinn umzudrehen oder lächerlich zu machen.

Nach dem Bekanntwerden der umgestalteten Werbevitrinen hätten sich die SWB mit der Firma Ströer in Verbindung gesetzt. Diese ist für die Werbung und die Plakate zuständig. Wer genau hinter der Aktion steht, konnten die SWB auch im aktuellen Fall nicht sagen. „Wir informieren umgehend unseren Vertragspartner Ströer über solche Fälle. In der Regel stellt Ströer im Nachgang einen Strafantrag. Die Nachverfolgung ist Aufgabe polizeilicher beziehungsweise strafrechtlicher Ermittlungen“, teilte Hoffmann mit. Dazu bestätigte Simon Rott, Sprecher der Polizei Bonn, dass der Staatsschutz informiert sei. Die widerrechtlich angebrachten Plakate sollten am Donnerstag unverzüglich entfernt werden.