1. Bonn
  2. Stadt Bonn

Windeckbunker in Bonn: Stadt will Gebäude verkaufen

Windeckbunker an Budapester Straße : Stadt Bonn will Bunker in der Innenstadt verkaufen

Für die Zukunft des Windeckbunkers in der Innenstadt gab es schon viele Ideen. Nun will die Stadt ihn verkaufen. Die Planung sieht eine stärkere Begrünung bis zur Bastionsmauer und dem Haus der Bildung vor.

An der künftigen Nutzung des Windeckbunkers hat sich manch ein Bonner Stadtoberhaupt die Zähne ausgebissen. Was war der Bunker nicht alles und was sollte er nicht alles werden: Flüchlingsunterkunft für rumänische Asylbewerber in den 1990er Jahren (es folgten erfolgreiche Proteste), Probestätte für Musikbands, Sitz eines Forschungszentrums für Fotografie und zuletzt – noch unter Alt-Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch – Veranstaltungsraum für Partys. Aus alldem wurde nichts. Und so erobern sich weiterhin die Schlingpflanzen die Fassade des 21 Meter hohen stattlichen Bunkers nahe dem Haus der Bildung in Innenstadtlage.

In einigen Räumen des sechs Stockwerke hohen Bunkers lagern „Akten aus verschiedenen Fachabteilungen“, wie Max Jantschek, Sachgebietsleiter Zentrale Dienste im Personal- und Organisationsamt, bei einem Ortstermin sagte. Durch eine Schleuse führt der Weg in die kahlen, weißen Räume. Über schmale Treppen ist die flache Terrasse zu erreichen. Ansehnlich der weite Ausblick auf den Kreuzberg.

Der Windeckbunker in Bonn steht zum Verkauf. Foto: Grafik GA

In seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause hatte der Planungsausschuss den Weg für eine Umgestaltung von Hochbunker und Umgebung samt einer Begrünung bis zur Budapester Straße einerseits und andererseits bis zur Bastionsmauer am Florentiusgraben hinter dem Kleinen Laden, einer Buchhandlung für Kinder- und Jugendliteratur, freigemacht. Auch die Einbeziehung des Hauses der Bildung ist Bestandteil des Strukturkonzepts. Der Stadtrat soll im September einem bis dahin noch weiter vorzubereitenden Förderantrag an die Kölner Bezirksregierung zustimmen, um die Finanzierung auf feste Füße zu stellen.

Die hehren Ziele einer Aufwertung der durchaus geschichtsträchtig zu nennenden Ecke sind der Verwaltungsvorlage zu entnehmen. Im Masterplan Innere Stadt hatte der Städtebau- und Gestaltungsbeirat bereits Empfehlungen ausgesprochen: die Öffnung des Bunkerdaches für die Öffentlichkeit, eine „erlebbare“ Bastionsmauer, das Beibehalten des Buchladens (möglicherweise auch in einem Neubau), die Beteiligung der Öffentlichkeit an den Zukunftsplänen. Die Verwaltung selbst hält die Ausweitung des bestehenden Kinderspielplatzes für erstrebenswert, auch weil die City in dieser Hinsicht kaum kinderfreundlich zu nennen ist.

Die Stadt teilte mit: „Im Ergebnis hat der Beirat das Konzept einer Kombination aus öffentlich-kultureller Nutzung mit einem aufgesetzten Wohnturm begrüßt, insbesondere als Stärkung der Wohnfunktion in der Innenstadt.“ Diese Einschätzung beruhte auf ersten Interessenbekundungen von Investoren. Doch müsste die Politik für einen signifikanten Anbau den Bebauungsplan ändern. Im Strukturkonzept findet für die künftige Nutzung des Bunkers eine Mischnutzung aus Wohnen und Kultur, Gastronomie oder Ladenzeilen Erwähnung. Nun soll, so der Vorschlag der Verwaltung, dem die Politik gefolgt ist, die Ausschreibung für den Verkauf des Bunkers erfolgen, ob in Erbpacht oder Gänze wäre noch zu klären. In der Hoffnung natürlich, kreative und wirtschaftliche Lösungen serviert zu bekommen, die einhergehen mit den genannten Ideen. Bunkerumbauten hat es bereits gegeben: beispielsweise an der Beueler Goetheallee und am Quirinusplatz in Dottendorf.

Doch wäre an der Budapester Straße noch der Denkmalschutz von Bunker, Bastionsmauer und  Altem Stadthaus (dem heutigen Haus der Bildung) zu erwähnen. Die Untere Denkmalschutzbehörde der Stadt hält eine moderate Aufstockung des Windeckbunkers zwar für „denkbar“. Das LVR-Amt sehe eine „städtebauliche Dominante“ kritisch. Auch das Planungsamt merkt an, dass die künftige Höhe nicht in Konkurrenz zu traditionellen Hochpunkten der Stadtsilhouette wie Kirchtürmen stehen sollte.

Auch wenn die Umsetzung der Planung sicher noch Jahre in Anspruch nehmen wird, so steht die Stadt doch in gewisser Weise in einer Bringschuld. Beim Umbau des Alten Stadthauses in das Haus der Bildung sind Städtebaufördergelder des Landes geflossen. Auch unter der Prämisse, die Freiflächen bis zur Bastionsmauer zu entwickeln. Dazu hat die Stadt gegenüber der Kölner Bezirksregierung weitere Vorschläge zu unterbreiten.