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Gelände in der Bonner Innenstadt: Windeckbunker soll endlich sinnvoll genutzt werden

Gelände in der Bonner Innenstadt : Windeckbunker soll endlich sinnvoll genutzt werden

Seit Jahren dämmert der 1941 errichtete Windeckbunker hinter dem C&A vor sich hin. Das soll sich ändern: Nachdem der Bund der Stadt den Bunker vor zwei Jahren übertragen hat, will das Planungsamt nun einen Wettbewerb ausloben.

Pläne für den Windeckbunker in der Innenstadt an der Budapester Straße gab es schon viele. So stand einst die Idee im Raum, einen Garten auf dem Dach des Bunkers anzulegen. Ein anderes Mal sollte der Bunker als Probenraum für Rockmusiker dienen. Anfang der 1990er Jahre stieß die Unterbringung von Asylbewerbern im Bunker bei vielen Bonnern auf heftigen Protest. Seither dämmert der 1941 errichtete Bau vor sich hin. Das soll sich ändern: Nachdem der Bund der Stadt den Bunker vor zwei Jahren übertragen hat, will die Planungsverwaltung nun einen städtebaulichen Wettbewerb für das Gelände durchführen.

Es sollen Ideen entwickeln werden, wie der Bunker und sein Umfeld in Zukunft genutzt und die Bedeutung des Areals als nördliches Eingangstor zur City unterstrichen werden kann. Nach dem Masterplan „Bonn Innere Stadt“ soll das Gelände des Windeckbunkers gegenüber dem Sparkassengebäude auf jeden Fall als öffentlich nutzbare Freifläche erhalten bleiben.

In dem Zusammenhang hat der in die Überlegungen involvierte Städtebau- und Gestaltungsbeirat auch empfohlen, den Bunker als zentrales Element der Planung ebenfalls öffentlich zugänglich zu machen und dabei insbesondere die Nutzung des Daches zu prüfen – etwa als gemeinschaftlich genutzten Garten.

Ein Abriss ist schwierig

Außerdem soll die alte Bastionsmauer besser als heute sichtbar und erlebbar gemacht werden. So soll unter anderem der Aufgang vom Florentiusgraben in Höhe des Hauses der Bildung wieder geöffnet werden. Er war einst aufgrund der Drogenproblematik in diesem Bereich geschlossen worden. Der Florentiusgraben liegt unterhalb der barocken Stadtmauer. Die historische Mauer wurde Anfang des 19. Jahrhunderts durch Ziegelelemente ergänzt. Passend zur Festungsmauer wurde die Fassade des sechsstöckigen Windeckbunkers, den die Stadt zurzeit als Lagerraum nutzt, gestaltet: Sie ahmt die Form eines Turmes nach. Vermutlich, damit man ihn im Zweiten Weltkrieg aus der Luft nicht direkt als modernen Bunker identifizieren konnte.

Die Frage, ob der Bunker auch abgerissen werden könnte, stellt sich für die Stadt nicht. „Der Bunker ist so massiv gebaut, dass bisher niemand auf diese Idee gekommen ist, ihn abzureißen,“ meint Stadtbaurat Helmut Wiesner. Vorstellbar sei, dass er eventuell wie der Bunker in Beuel für Wohnungen genutzt werden könnte. „Das bringt natürlich eine hohe Investition mit sich“, sagt Wiesner, „aber am Ende könnten sich Wohnungen im Bunker aufgrund der guten Lage rechnen.“

Grundsätzlich soll auf dem Gelände Wiesner zufolge auch eine „moderate“ Bebauung zulässig sein“. Heißt: Die Pavillons, in denen sich der Kleine Laden und Schulungsräume der Stadt befinden, würden durch Neubauten ersetzt. In welcher Form und Höhe, das soll in einem Strukturkonzept vorgegeben werden, das die städtischen Planer jetzt als Grundlage für den Wettbewerb erarbeiten wollen. „Wobei der ,Kleine Laden' eine nicht wegzudenkende Institution ist und dort in jedem Fall wieder eine Bleibe erhalten muss“, so Wiesner.

Bis 2018 sollen Wettbewerb und Bürgerbeteiligung über die Bühne gegangen sein. Falls eine Neubebauung erfolgen soll, könnte die Umsetzung der Pläne indes noch einige Jahre in Anspruch nehmen.