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Interview mit Projektleiterin Anja Martin: „Wir setzen auf Mehrgenerationenwohnen“

Interview mit Projektleiterin Anja Martin : „Wir setzen auf Mehrgenerationenwohnen“

Als Projektleiterin kennt Anja Martin jeden Winkel des rund 27000 Quadratmeter großen Grundstücks in Pennenfeld. Mit der Wiesbadenerin sprach Silke Elbern über das Vorhaben der Soka-Bau.

Das Projekt stand anfangs unter keinem guten Stern.

Anja Martin: Ja, wir hatten Probleme mit einem Teil der Nachbarschaft, die hier lieber eine andere Bebauung gesehen hätte. Leider wurde auch der Klageweg gegen den Bebauungsplan beschritten. Am Ende hat das OVG Münster entschieden, dass der Bebauungsplan rechtmäßig ist. Die Bebauung war also nicht zu massiv.

Wie ist die Stimmung jetzt?

Martin: Wir halten mit den Nachbarn Kontakt und hatten auch viele zum Spatenstich eingeladen. Die Baustelle wird aufmerksam beobachtet. Wir verstehen aber auch, dass drei Jahre Bauzeit schon eine Belastung für die Anlieger sind.

Was steckt hinter der Soka-Bau?

Martin: Unter dem Dach der Soka-Bau sind zwei Institutionen vereint: die Urlaubs- und Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft (ULAK) und die Zusatzversorgungskasse des Baugewerbes AG (ZVK). Die ZVK, für die wir dieses Projekt errichten, schafft mit der Rentenbeihilfe einen Ausgleich für strukturbedingte Nachteile bei der Altersversorgung der Bauarbeitnehmer. Die Immobilien, die wir haben, sind Teil der Kapitalanlagen. Da viele aus den 60er Jahren stammen, wollen wir unseren Bestand durch Neubauten verjüngen. Unser Hauptsitz ist in Wiesbaden.

Wie kamen Sie auf Bad Godesberg?

Martin: Wir suchen bundesweit immer in der Nähe von bestehenden Objekten und ab 100 Wohnungen aufwärts. Alle werden selbst verwaltet. Eine unserer Wohnungsverwaltungen sitzt in Köln, und wir haben Häuser in Holzlar und Hennef. Die Fläche des ehemaligen Streitkräfteamts war somit optimal. Gleichzeitig werten wir den Ortsteil Pennenfeld auf.

Wie sieht Ihre zeitliche Feinplanung aus?

Martin: Wir arbeiten in zwei Bauabschnitten, die aus jeweils vier Häusern bestehen. Der erste soll mitsamt Tiefgarage bis Ende 2018 stehen, der zweite bis Ende 2019.

Sie planen auch einen eigenen Kindertagesstätte. Warum?

Martin: Wir setzen auf Mehrgenerationenwohnen in den „Siebengebirgsterrassen“. Wir bauen viergruppig und gehen von einer guten Auslastung aus. Die Kita liegt zur Deutschherrenstraße hin. Es laufen Verhandlungen mit der Stadt Bonn über einen Mietvertrag.