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Wissenschaftsrallye der Uni Bonn: So lief die Rallye an 14 Stationen

14 Stationen : So lief die Wissenschaftsrallye der Uni Bonn

Bei der Wissenschaftsrallye der Uni Bonn haben Jugendliche an 14 Stationen Aufgaben gelöst. Die Forscher gewährten zudem Einblicke in ihre Arbeit. Die Uni hofft so, junge Menschen für ein Studium begeistern zu können.

Was ist DNS, wofür brauchen wir sie überhaupt? Was sind Platonische Körper? Woran erkennt man, ob Sand durch Blitz, Vulkan oder Meteoriteneinschlag zu Glas geworden ist? Wofür lässt man Wetterballons steigen und warum können manche Blumen schwimmen? Solche Fragen galt es für die Teilnehmer an der 13. Wissenschaftsrallye durch die naturwissenschaftlichen Institute der Bonner Uni in Poppelsdorf zu beantworten. Langweilig? Keineswegs! „Es macht mir Spaß, die Naturwissenschaften zu entdecken“, sagte Jan-Arne, der am Samstag trotz Regen die Stationen abklapperte.

Er mag auch die wissenschaftlichen „MINT-Fächer“ in der Schule und wollte auf jeden Fall zu Station zwölf in die Informatik. Er mache auch bei Wettbewerben mit und wolle gerne einen naturwissenschaftlichen Beruf ausüben, sagte er. Mit seinen zwölf Jahren lag Jan-Arne knapp unter der Zielgruppe – die Rallye ist für 13- bis 17-Jährige gedacht, auch in diesem Jahr nahmen rund 200 Jugendliche teil, darunter eine Gruppe vom Tannenbusch-Gymnasium und rund 60 Schüler des Hardtberg-Gymnasiums.

Aber die Veranstalter waren nicht kleinlich, sie ließen sogar den sechsjährigen Leon mitmachen. Immerhin hatte seine Mutter vorher angerufen und gefragt, ob das bei ihrem Sohn in Ordnung ging, der auch ein Kindercollege für Hochbegabte in Koblenz besucht. Viele Aufgaben bei der Rallye waren für ihn eine große Herausforderung.

Einblicke in das wissenschaftliche Arbeiten

Die Rallye wurde ins Leben gerufen, um Jugendlichen, die zu alt für die Kinderuni sind, auch Einblick in wissenschaftliche Fächer zu bieten. Auch um ihnen einen Einblick in mögliche spätere Studienfächer zu geben. „Wenn sie sich an einem Institut auskennen, entscheiden sie sich vielleicht für uns“, erklärte Andrea Grugel, Veranstaltungschefin der Bonner Uni.

Die Brüder Martin und Sebastian waren vor allem aus diesem Grund gekommen. „Wir möchten gucken, wie das an der Uni funktioniert“, sagte Martin (12). Sein drei Jahre älterer Bruder muss bald seine Leistungskurse wählen. „Ich will gucken, was in Frage kommt. Eventuell Biologie.“ Deshalb interessierte er sich auf jeden Fall für die Biomedizin und das „LIMES“, wo es um Immunologie und Mutationen ging. Und für die Botanischen Gärten, in deren Tropenhaus der Schwimmfarn unterm Mikroskop untersucht werden konnte. Der schwimmt, weil sich auf seinen Blättern feine, mit Wachs überzogene Härchen befinden. Unter dem Wachs bildet sich eine Luftschicht. In der Schifffahrt könnte dieses Prinzip viel Treibstoff einsparen. Das Phänomen wurde in den Bonner Botanischen Gärten erforscht.

Wer an zehn der 14 Stationen die Aufgaben richtig gelöst hatte, gewann einen Essensgutschein für eine Uni-Mensa und freien Eintritt ins Deutsche Museum. Chemie und Physik, Geodäsie und Landtechnik, Fossilien im Goldfuß-Museum und Glasherstellung im Mineralogischen Museum: Das Spektrum war breit. Die Geographie-Station war im Institut der Meteorologie untergebracht. Dort ging es um Stadtklima. Man konnte lernen, dass eine Rasenfläche immer etwas kühler ist als ein Steinboden, weil darin Flüssigkeit verdunstet, was Energie verbraucht – ein Argument für Fassadenbegrünung. Die Meteorologen erklärten, dass man für die Wolkenbildung Staubpartikel braucht, und ließen zwei Wetterballons steigen, um Messdaten zu erhalten.