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WCCB: World Conference Center wird um Millionen teurer

WCCB : World Conference Center wird um Millionen teurer

Das World Conference Center Bonn (WCCB) bleibt ein Millionengrab. Es drohen weitere Kostensteigerungen von mehreren Millionen Euro.

Das wurde am Mittwoch am Rande einer Klausurtagung bekannt. An der zweitägigen Veranstaltung hatten Vertreter aller am Bau beteiligten Unternehmen und des Städtischen Gebäudemanagements (SGB) teilgenommen.

Zu Kosten und Gründen wollte die Stadt Bonn sich im Detail nicht äußern. Nach GA-Informationen soll es sich um rund sechs Millionen Euro handeln, die der Skandalbau, der nicht weniger als fünf Winter als beheizte Ruine hinter sich hat, zusätzlich verschlingen wird. Beteiligte lassen verlauten, die Mehrkosten würden vor allem durch den ehrgeizigen Terminplan verursacht.

Anfang Juni soll der neue Kongresssaal mit einer zweiwöchigen Tagung des Klimasekretariats der Vereinten Nationen mit rund 5000 Teilnehmern eingeweiht werden. Zur Eröffnung hat Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch (SPD) auch UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon eingeladen. Eine endgültige Zusage steht nach Vize-Stadtsprecher Marc Hoffmann allerdings noch aus. Doch im Moment umtreiben den OB und das SGB offensichtlich ganz andere Sorgen. Denn der vom Rat ursprünglich beschlossene Kostendeckel für die Fertigstellung des Kongresssaals in Höhe von 64,3 Millionen Euro ist schon längst nicht mehr zu halten.

Aufgrund von zahlreichen Nachträgen hatte das SGB im WCCB-Unterausschuss im November, wie berichtet, die Kosten allein für den neuen Kongressaal bereits auf 67,6 Millionen Euro prognostiziert. Zusammen mit dem WCCB-Parkhaus und den ehemaligen Abgeordnetenhäusern ging man da noch von 76,2 Millionen Euro aus, die das Projekt kosten werde - drei Millionen Euro mehr als eingeplant. Jetzt sollen es an die sechs Millionen mehr sein.

Das reine Konferenzzentrum-Projekt ohne Hotel würde demnach bei den Fertigstellungskosten die 80-Millionen-Euro-Grenze überschreiten. Bisher sind in das Gesamtprojekt bereits mehr als 127,4 Millionen an öffentlichen Geldern (städtische Bürgschaft, Landesmittel) geflossen.

Lediglich einen kleinen Kreis von Politikern und Verwaltungsmitarbeitern soll OB Nimptsch im Anschluss an die Klausurtagung mündlich über das Ergebnis informiert haben. Dabei soll er keinen Zweifel daran gelassen haben, die Verwaltung werde alles dafür tun, damit das WCCB pünktlich fertiggestellt wird. Dafür seien "Baubeschleunigungsmaßnahmen" nötig, hieß es. Im Klartext: Wenn auf der Baustelle in den kommenden Monaten nicht rund um die Uhr und auch an Wochenenden gearbeitet wird, fällt der Eröffnungstermin ins Wasser. Ob es einen Plan B gibt, war nicht zu erfahren. Fest steht nur: Eine für März geplante Kongresssimulation mit Tausenden städtischen Mitarbeitern muss auf Anfang Mai verschoben werden.

Die offizielle Erklärung von Stadtsprecherin Monika Hörig zum aktuellen WCCB-Stand lautet: "Das Projekt ist auf der Zielgeraden für die UNO-Konferenz im Juni. Es ging jetzt darum, die Arbeiten, die zu tun sind, noch einmal zu beleuchten und Abläufe nach Möglichkeit zu optimieren.

Kostensteigerungen sind wegen einiger Verzögerungen im Bauablauf zu erwarten, können aber noch nicht beziffert werden." Zudem musste die Stadt die Ausschreibung für die Informationstechnik wiederholen, da der einzige Bieter bei der ersten Ausschreibung formal die Bedingungen nicht erfüllt habe, sagte sie.