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Wuppertal: 39-Jähriger aus Bonn soll Polizeigewalt provoziert haben

Freier Journalist aus Bonn : 39-Jähriger soll Polizeigewalt provoziert haben

Die Bundespolizei in Sankt Augustin ermittelt gegen einen 39-Jährigen aus Bonn. Der Mann, der als freier Journalist arbeitet, soll am Wuppertaler Hauptbahnhof drei Menschen zum Angriff auf Polizisten angestiftet haben. Sein Plan: Per Handyvideo wollte er Polizeigewalt dokumentieren.

Ein 39-Jähriger aus Bonn soll drei Männer zum Angriff auf Polizeibeamte angestiftet haben, um so Polizeigewalt zu provozieren, die er mit seiner Handykamera festhalten wollte. Wie die Bundespolizei aus Sankt Augustin mitteilt, soll der Mann am vergangenen Sonntag gegen 13.30 Uhr im Wuppertaler Hauptbahnhof drei ausländische Reisende angesprochen haben und sie zum Angriff auf Bundespolizisten aufgefordert haben. Er muss sich nun für die Anstiftung eines tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte verantworten.

Wie die Bundespolizei berichtet, überprüfte eine Polizeistreife zu diesem Zeitpunkt drei ausländische Staatsangehörige im Wuppertaler Hauptbahnhof. Während der routinemäßigen Polizeikontrolle sollen die Bundespolizisten einen Mann beobachtet haben, der die Einsatzmaßnahme filmte. Darauf angesprochen soll er versucht haben, zu flüchten, wurde aber von den Polizeibeamten gestellt. Nach den Schilderungen der Polizei soll er dann versucht haben, andere Reisende auf sich aufmerksam zu machen, indem er schrie, er sei ein Opfer von Polizeigewalt.

Die drei kontrollierten Reisenden gaben daraufhin an, dass der Mann sie kurz zuvor auf dem Bahnsteig aufgefordert habe, eine Streife der Bundespolizei anzugreifen und zu schlagen. Er habe diese Auseinandersetzung als "Beweis für Polizeigewalt" mit seinem Mobiltelefon filmen wollen.

Die drei Reisenden lehnten das Vorhaben nach den Ermittlungen der Bundespolizei ab und wollten nicht weiter von dem Beschuldigten belästigt werden.

Bei dem Mann handelt es sich um einen 39-Jährigen mit Wohnsitz in Bonn, der als freier Journalist arbeitet. Er zeigte sich während der gesamten Situation sehr unkooperativ und machte keinen Hehl daraus, dass er "ein Problem mit der Bundespolizei" habe, heißt es in der Mitteilung.

Der Bonner hätte in der Vergangenheit mehrfach - auch mit Social-Media-Veröffentlichungen - behauptet, Opfer von Polizeigewalt gewesen zu sein.

So war er zuletzt Ende Juli mit der Bundespolizei aneinandergeraten, als er nach Behördenaussage sein Fahrrad mitten auf der Straße schob und den Verkehr aufhielt. Ein Bundespolizist soll dem 39-Jährigen daraufhin hinterhergeeilt sein und ihn am Arm gepackt haben, um ihn auf den Fußweg zu führen. Dabei soll der Bonner sich umgedreht haben, über sein Rad gestürzt sein und den Beamten mit zu Boden gerissen haben – begleitet von Hilfeschreien.

Der Bonner warf den Beamten hingegen vor, dass sie ihn wegen seiner dunklen Hautfarbe aufgegriffen und zu Boden gestoßen hätten. Ein Mitarbeiter der Wache GABI hatte ihm aufgrund seiner renitenten Art Schläge angedroht, was die Stadt Bonn auf Anfrage bestätigte.

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(oni)