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Youtuber in Bonn: Staatsanwaltschaft legt Berufung ein

Staatsanwaltschaft sieht Verstöße : Berufung nach Urteil gegen Bonner Youtuber

Das Urteil gegen einen 32-jährigen Youtuber aus Bonn soll vor allem mit Blick auf mögliche Verstöße gegen das Kunst- und Urheberrechtsgesetz überprüft werden. Die Staatsanwaltschaft hat Berufung eingelegt.

Die Staatsanwaltschaft Bonn hat Berufung gegen das Urteil des Amtsgerichtes gegen einen 32 Jahre alten Youtuber aus Bonn eingelegt. Das bestätigte Sebastian Buß, Sprecher der Staatsanwaltschaft, auf Anfrage.

Wie berichtet, war der Mann wegen des Besitzes kinderpornografischen Bild- und Videomaterials sowie eines Verstoßes gegen das Telekommunikationsgesetz zu einer Bewährungsstrafe von 22 Monaten verurteilt worden. Im Rahmen der Bewährungsauflagen wurde ihm zudem die Teilnahme an einer ambulanten Therapie aufgegeben. 

Eine Strafbarkeit wegen Verletzungen des Kunst- und Urheberrechtsgesetzes in sieben Fällen sah der Richter jedoch nicht und sprach den Youtuber daher in diesen Punkten frei. Hier ging es vor allem um Videos, die der Angeklagte von Polizeieinsätzen gemacht und veröffentlicht hatte, und in denen Polizisten ohne ihre Zustimmung und erkenntlich zu sehen waren – beispielsweise auch zivile Personenschützer eines israelischen Offiziellen, die in einer Bäckerei einkaufen waren. 

Der Richter hatte den Freispruch unter anderem mit dem Hinweis auf die Pressefreiheit begründet. Wie Buß mitteilte, wolle die Staatsanwaltschaft vor allem diesen Aspekt der Urteilsbegründung überprüfen lassen.