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Stadtplanungsamt informiert Tannenbuscher: Zebrastreifen statt Fußgängerbrücke

Stadtplanungsamt informiert Tannenbuscher : Zebrastreifen statt Fußgängerbrücke

Soll die Brücke weg oder soll sie bleiben? Das war die Frage, die bei der Bürgerversammlung des Stadtplanungsamtes im Vordergrund stand.

Die Neugestaltung des Bereichs Agnetendorfer Straße in Tannenbusch ist Teil des integrierten Handlungskonzeptes, und es wurde deutlich, dass Amtsleiter Michael Isselmann und seine Mitarbeiter eine Lösung ohne Brücke favorisieren.

"Nach unseren Schätzungen ist die Brücke in zehn bis 15 Jahren sowieso in einem Zustand, in dem sie ersetzt werden muss", sagte Stadtplanerin Ursula Mölders. Beschlossen sei aber noch nichts, betonte sie. Die Versammlung war anberaumt worden, damit auch die Tannenbuscher ihre Meinung einbringen konnten. Verbunden wurde sie mit einer Ortsbegehung, bei besonders Barrierefreiheit, Lichtverhältnisse, Bewuchs, Sicherheit und Orientierung im Fokus standen.

Die Brücke zwischen Jugendzentrum und Gymnasium kann den Ansprüchen kaum gerecht werden: Die Rampe für Rollstuhlfahrer muss man erst suchen, sie führt in weiten Bögen um die Treppe zur Brücke herum, an einer Stelle müssen Nutzer sogar eine 180-Grad-Wende vollführen. Zudem ist diese Rampe zu schmal für zwei Rollstuhlfahrer. Außerdem ist sie schwer einzusehen: Ein Rollstuhlfahrer nimmt einen Radfahrer beispielsweise erst spät wahr. Grundsätzlich gibt es für die Stadtplaner zu viele Elemente, die die Sicht versperren und damit nicht gerade zur "subjektiven Sicherheit" beitragen.

Neben der Brücke haben sich Schüler längst einen Trampelpfad die Böschung hinab zur Straße gebahnt, weil sie keine Lust haben, über die Brücke zu gehen. Das ist gefährlich, denn bei stärkerem Bewuchs können sich Autofahrer und Jugendliche gegenseitig erst spät bemerken. Außerdem gibt es an dieser Stelle keine genügende Beleuchtung für die Fußgänger. Sie habe sich mit vielen Anwohnern unterhalten, sagte Mölders, und immer wieder sei die Brücke ein Thema gewesen.

Würde man auf sie verzichten, könnte man einen Fußgängerüberweg über die Agnetendorfer Straße mit Zebrastreifen und Mittelinsel installieren, außerdem einen Haltestreifen für Eltern, die ihre Schulkinder schnell aussteigen lassen wollen. Das machen sie jetzt sowieso schon, so Mölders, was mit sich bringe, dass viele Kinder über die Straße laufen.

Die Straße würde zwar auf der Seite der Schulen verbreitert, dafür aber Radwege an den Seiten markiert, wodurch die Fahrbahn schmaler werde. Dann würde auf der Agnetendorfer Straße, die an der Kreuzung mit der Oppelner Straße in einen Kreisverkehr münden soll, komplett Tempo 30 eingerichtet.

Die derzeitige Gestaltung dieses Bereichs in Tannenbusch stammt aus den 70er Jahren. Ein Bürger sagte, viele der Dinge, die heute vorgeschlagen werden, seien schon damals Bürgerwunsch gewesen. Zum Beispiel eine Bushaltestelle an der Agnetendorfer Straße, die es erst seit wenigen Jahren gibt.