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Zoll kontrolliert Großbaustellen in Köln/Bonn - illegal beschäftigt

Bundesweite Schwerpunktprüfung : Zoll entdeckt illegal Beschäftigte auf Bonner Baustelle

Geht bei Mitarbeitern von Baufirmen alles mit rechten Dingen zu? Der Zoll hat am Morgen Arbeiter und Formen auf Großbaustellen in Raum Köln/Bonn kontrolliert. Auf einer Baustelle in Bonn entdeckten sie mehrere illegal Beschäftigte.

Am Freitagmorgen ab 8 Uhr waren anlässlich einer bundesweiten Schwerpunktprüfung auch rund 70 Beamte des Kölner Hauptzollamtes im Einsatz: Ihr Augenmerk richten die Zöllner dieses Mal auf Mitarbeiter von Baufirmen, die auf Großbaustellen eingesetzt sind, erklärt Jens Ahland, Sprecher des Kölner Zolls.

Laut Ahland umfasst das Prüfgebiet neben Großbaustellen in Bergisch Gladbach und Köln vor allem auch Bauprojekte in der Bonner Region. Wie Ahland ausführte, will der Zoll beispielsweise Schwarzarbeit auf die Spur kommen, aber auch Verstößen gegen den Mindestlohn. Ein weiteres großes Thema ist der Bereich von illegalen Beschäftigungsverhältnissen. „Wir haben es in der Vergangenheit immer wieder mit Mitarbeitern aus dem Kosovo, Albanien und der Ukraine zu tun gehabt, die über gefälschte Pässe verfügt haben“, schildert Zoll-Sprecher Jens Ahland die Problematik.

Bei den gefälschten Pässen handele es sich oft um rumänische beziehungsweise bulgarische Pässe, weil Inhaber von Pässen aus diesen Ländern Freizügigkeit in der EU genießen würden. Rumänien und Bulgarien sind Mitglied in der EU. Nicht-EU-Bürger, die die EU besuchen oder innerhalb der EU reisen wollen, benötigen hingegen einen Reisepass und oft ein Visum.

Um die Echtheit der Pässe sicherzustellen, führten die Einsatzkräfte des Zolls daher auch ein spezielles mobiles Prüfgerät bei den Kontrollen mit sich, so Ahland weiter.

Verstöße auf Baustelle in Bonn

Bei den Kontrollen seien insgesamt 22 illegal Beschäftigte entdeckt worden. Auf einer Baustelle Am Propsthof in Bonn haben die Beamten ihm zufolge allein elf illegal Beschäftigte einer ausländischen Firma angetroffen. Sie mussten die Baustelle unverzüglich verlassen. Das Ausländeramt werde die weiteren rechtliche Schritte einleiten, so Ahland. „Gefälschte Pässe haben wir nicht gefunden. Die Personen hatten alle ihre Original-Pässe dabei“, sagte er. „Da war schnell klar, dass sie hier nicht arbeiten, sondern sich maximal als Touristen in Deutschland aufhalten dürfen.“ Insgesamt seien auf der Baustelle 64 Arbeiter gefragt worden, nach Auskunft des Sprechers seien diese bei 20 Arbeitgebern angestellt.

Der Zoll hat insgesamt 27 Ermittlungsverfahren wegen illegaler Beschäftigung eingeleitet, 22 richteten sich gegen Arbeitnehmer, fünf gegen Arbeitgeber. Zudem gebe es in vier Fällen Anhaltspunkte für fehlende Meldungen, teilt Ahland mit. Rund 70 Beamte hätten insgesamt 238 Arbeiter von 32 Firmen auf Baustellen in Köln, Bonn, Bergisch Gladbach und Leverkusen kontrolliert. Gegen die Männer und ihre Arbeitgeber seien noch vor Ort Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. "Hinter dem Begriff ‚illegale Beschäftigung’ steckt die knallharte Ausbeutung von Menschen zu Hungerlöhnen ohne jegliche Absicherung. Wir wollen in erster Linie die Profiteure solcher Machenschaften zur Rechenschaft ziehen", sagt Ahland.

Die Maßnahme des Zoll fügt sich eine Reihe von Kontrollaktionen in der letzten Zeit. Erst am Dienstag hatten Polizei und Zöllner die Fahrer von Paketdienstleistern unter die Lupe genommen, unter anderem im Gewerbegebiet von Bornheim-Roisdorf. Auch die Kontrolle von Großbaustellen im Bonner Raum ist nichts Neues: Im Mai 2019 hatte ein Großaufgebot von Beamten eine Großbaustelle in Lengsdorf inspiziert.