Kommentar Zugunsten der Kinder

BONN · Der Wunsch der Eltern nach kleineren Klassen für ihre Kinder, die im Sommer eingeschult werden, ist verständlich und berechtigt. Fast 30 Erstklässler in einer Klasse mit nur einer Lehrkraft, wie es ab Sommer beispielsweise in der Röttgener Schlossbachschule der Fall sein sollte, das ist eindeutig zu viel.

Zumal eine große Zahl der I-Dötzchen noch nicht einmal sechs Jahre alt ist. Dabei hat das Land NRW das Ziel vorgeben, unter anderem sehr große Klassen zu vermeiden. Darauf weist die Schulverwaltung in ihrer Stellungnahme zur gestrigen Ratssitzung ja auch selbst hin. Kein Wunder, dass die Eltern sich dagegen wehren, dass an ihrer Schule die Klassen trotzdem bis zum Anschlag vollgestopft werden sollen.

Die Begründungen der Schulverwaltung klingen vor dem Hintergrund der Finanzlage der Stadt zunächst plausibel. Zusätzliche Klassen erfordern zusätzliche Räume und auch zusätzliche Plätze in der Ganztagsbetreuung am Nachmittag. Das kostet zusätzliches Geld.

Deshalb ist es grundsätzlich richtig, dass die Verwaltung auf eine ausgewogene Verteilung der Schüler auf die Schulen achtet. Allerdings muss es in einer Stadt wie Bonn, die sich gerne wegen ihrer Familien- und Kinderfreundlichkeit rühmt, auch möglich sein, flexibel auf begründete Ausnahmen zu reagieren. Gut, dass die Mehrheit des Rats das erkannt hat und in zwei Fällen die Vorlage der Verwaltung zugunsten der Kinder korrigiert hat.

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