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Kommentar zur Bonner Springmaus: Zukunft unsicher

Kommentar zur Bonner Springmaus : Zukunft unsicher

Der Trägerverein der Bonner Springmaus klagt über finanzielle Nöte. Ein Kommentar zur unsicheren Zukunft der Bonner Springmaus.

Das war nur eine Frage der Zeit, wann auch die Springmaus, neben dem Pantheon eine der ältesten und renommiertesten Kleinkunstbühnen Bonns, einen Hilferuf absetzen wird. Auch wenn sich Springmaus-Urgestein Andreas Etienne und seine Mitstreiter derzeit trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten nach außen zuversichtlich geben, das Haus wieder zukunftsfest machen zu können, wenn alle – Stadt sowie Freunde und Förderer des Springmaus mithelfen: Das Damoklesschwert einer Schließung schwebt weiter über ihnen.

Ist es aktuell die Klimaanlage, die in die Jahre gekommen und saniert werden muss, so stehen in der Zukunft sicher weitere Instandsetzungsarbeiten an, die der Trägerverein stemmen muss. Da geht es der Springmaus wohl nicht viel anders als den meisten überwiegend frei finanzierten Kultureinrichtungen.

Zudem kommt die allgemeine gesellschaftliche Entwicklung – Stichwort Internet – die der Kulturszene, ob frei oder vor allem öffentlich gefördert, insgesamt zu schaffen macht. Trotz aller Bemühungen der Kulturschaffenden, auch junges Publikum für Theater und Co zu interessieren, bleibt der der Nachwuchs der Theater-, Kabarett- und Operngänger weg. Netflix und andere Internet-Formate lassen grüßen. Doch ist das Internet bestimmt nicht allein die Ursache.

Etienne und seine Kollegen sind sich durchaus bewusst, dass auch eine Institution wie die Springmaus nicht nur auf eine höhere Förderung schielen darf, sondern auch ihr Angebot entstauben muss, will sie mehr jüngere Menschen für das Programm gewinnen. Die Show „LoL – Das Comedy StartUp : Stand-up Show“, die das Haus der Springmaus mit der Deutschen Post gemeinsam ins Leben gerufen hat und das vor allem jungen Künstlern eine Bühne bietet, ist zum Beispiel ein guter Ansatz. Bitte mehr davon!