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Unfall in Tannenbusch: Zwei Kinder stürzten mit gestohlenem Roller

Unfall in Tannenbusch : Zwei Kinder stürzten mit gestohlenem Roller

Nicht schlecht staunten am Mittwochmorgen Streifenpolizisten, die um kurz nach 8 Uhr zu einem Unfall an der Ecke Riesengebirgsstraße und Masurenweg in Tannenbusch gerufen worden waren.

Ein erst zwölf Jahre alter Motorrollerfahrer, der nach Aussage des Einsatzleiters der Polizei mit einem zehn Jahre alten Sozius unterwegs war, der keinen Helm trug, hatte einen Unfall verursacht.

Anschließend flüchtete der Unfallverursacher. Gleichwohl konnten die Beamten ihn wenig später zu Hause ausfindig machen, so der Einsatzleiter weiter. Damit aber nicht genug: Rasch stellte sich heraus, dass der Roller gestohlen war und der Zwölfjährige einschlägig bei der Polizei bekannt ist. Beide, der Zwölf- und der Zehnjährige hatten sich bei dem Unfall verletzt, und mussten zunächst in ein Krankenhaus gebracht werden.

Abgespielt hat sich der Unfall aus der Sicht der Polizei folgendermaßen: Die beiden Kinder waren auf dem Roller auf der Riesengebirgsstraße aus Richtung Schlesienstraße kommend unterwegs. Dann muss der zwölf Jahre alte Fahrer nach Einschätzung des Einsatzleiters aus bislang noch unbekannten Gründen in einer Rechtskurve die Kontrolle über sein Gefährt verloren haben.

Der Junge geriet in den Gegenverkehr und kollidierte dort in Höhe der Einmündung des Masurenweges mit einem entgegenkommenden Audi A3, den eine 32 Jahre alte Frau steuerte. Die gab an, dass ihr der Roller in der Kurve entgegengeschleudert kam und sie nicht mehr ausweichen konnte. Die Rollerfahrer stürzten, und während der Sozius verletzt am Unfallort zurückblieb, flüchtete der Fahrer.

Gerade im Raum Tannenbusch hatte die Polizei zuletzt nachhaltig Erfahrungen mit überaus jungen Tätern gemacht, die im großen Stil Roller gestohlen und verkauft hatten. So berichtete der General-Anzeiger bereits Mitte März über den spektakulären Fahndungserfolg der Ermittlungsgruppe "Goofy" um Kriminalhauptkommissar Klaus Roost.

Er und seine Ermittler konnten eine lose agierende Gruppe Gleichgesinnter dingfest machen, denen seit Sommer 2013 mehr als 150 Diebstähle zur Last gelegt wurden. Die Tatorte konzentrierten sich nach den Erkenntnissen der Polizei auf den Bonner Norden sowie auf Alfter. Der jüngste Dieb war zwölf Jahre alt, der älteste 22 Jahre.

Besonders nachdenklich stimmte Roost, dass der jüngste der Diebe - der Zwölfjährige - gleichzeitig mit der größten kriminellen Energie am Werke war. Der Junge hatte sogar eine Art Rollerverleih in Tannenbusch aufgebaut. Alle Versuche, den Zwölfjährigen vor einer weiteren kriminellen Karriere zu bewahren, schlugen fehl. Daher wurde er in Abstimmung mit dem Bonner Jugendamt zu Pflegeeltern nach Südfrankreich gebracht.

Dass auch der Roller, der gestern in den Unfall verwickelt war, gestohlen war, bestätigte Polizeisprecherin Daniela Lindemann. Im Zuge der Ermittlungen werde geprüft, ob der Zwölfjährige und der Zehnjährige für weitere Diebstähle in Frage kommen.