Kommentar zum Pantheon Zwei Seiten

Meinung | Bonn · Alle Beteiligten sind verständlicherweise erleichtert, dass es nach langem Ringen um eine Lösung wohl doch noch ein Happy End für das Pantheon geben wird. Das Theater hat ohne Frage eine große Strahlkraft für Bonn und die Region. Es ist aus dem Kulturleben nicht mehr wegzudenken.

Trotzdem hat jede Medaille zwei Seiten. Die Stadt Bonn geht bei einer Entscheidung für den Umzug in die Halle Beuel ein hohes finanzielles Risiko ein. Das kann man nicht wegdiskutieren. Deshalb ist es gut, dass die nun geplante Vereinbarung morgen in der Sondersitzung von einer – wie es derzeit aussieht – breiten Mehrheit des Rates getragen wird. Indes: In Bonn hat man schon so einige Überraschungen erlebt. Deshalb wollen wir den Tag nicht vor dem Abend loben.

Zumal klar sein dürfte: Auch die nun vorliegenden, bisher lediglich mündlich vorgetragenen Eckpunkte für die Mietvereinbarung mit dem Pantheon werden dem einen oder anderen Politiker nach wie vor sauer aufstoßen. Vor allem vor dem Hintergrund, dass andere in der freien Kulturszene, wie das Theater Central, das Aus befürchten müssen, weil ihnen der Geldhahn mehr und mehr zugedreht wird.

Andererseits: Die Halle Beuel, deren Wert durch den Umbau auch erheblich gesteigert wird, bleibt im städtischen Eigentum. Obendrein geht Theaterchef Rainer Pause mit einer Bürgschaft selbst ein erhebliches finanzielles Risiko ein. Das dürfte wohl den Ausschlag für die offenkundige Bereitschaft der Politiker zur Zustimmung gegeben haben.

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