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Strecke zwischen Bonn und Alfter: Zweifel bei geplanter Baumfällung für Radschnellweg bleiben

Strecke zwischen Bonn und Alfter : Zweifel bei geplanter Baumfällung für Radschnellweg bleiben

Für Diskussionsstoff sorgt weiterhin die geplante Fällung von Bäumen für die Radpendlerroute Bonn-Bornheim. Eine Alternative schließt die Stadt wegen einer Wasserleitung aus. Grüne-Politiker Rolf Beu kritisiert, dass die Verwaltung offenbar keine andere Lösung finden will.

Die Absicht der Stadt, für den geplanten Radschnellweg von Bonn nach Alfter auch vier alte Bäume im Naturschutzgebiet zu fällen, stößt weiter auf Kritik. Ein bestehender Weg soll entlang der Vorgebirgsbahn als Pendlerroute auf vier Meter Breite ausgebaut werden. Dies ist laut Verwaltung notwendig, um Pendlern, die zur Arbeitsstelle radeln, eine zügige und sichere Strecke zur Verfügung zu stellen.

Allerdings führt die Route in Dransdorf über rund 500 Meter durch das Naturschutzgebiet „Kappesland und Meßdorfer Feld“. Die Trassenführung macht Eingriffe in die Natur erforderlich. Unter anderem stehen nach den aktuellen Plänen zwei Stieleichen und Sal-Weiden im Weg. Der Naturschutzbeirat hat bereits eine Freistellung erteilt, dass die Bäume gefällt werden können, wenn in unmittelbarer Nähe Ausgleich geschaffen wird.

Dransdorfer beklagt Pläne zum Fällen

Der Dransdorfer Hans Lubig beklagt sich massiv über die Fällpläne und will die Entscheidung nicht hinnehmen. Nach seiner Einschätzung könnten die Bäume stehen bleiben, wenn die Trasse auf der gegenüberliegenden Ackerseite verbreitert würde. Auch Marita Walter, die bei Parents for Future aktiv ist, würde diese Möglichkeit vorziehen. Allerdings spricht aus Sicht der Verwaltung gegen diese Variante, dass in diesem Abschnitt unterirdisch wichtige Leitungen liegen, zu denen „zwingend ein Schutzstreifen einzuhalten ist“. Auf GA-Nachfrage, um welche Leitungen es sich konkret handelt, nennt das städtische Presseamt „eine große Wasserleitung“.

Für Marita Walter und ihr Engagement für den Klimaschutz ist es immer ein Abwägungsprozess. „Wir setzen uns massiv für Radwege ein“, sagt sie, weist aber zugleich darauf hin, dass die Fridays-for-Future-Bewegung nicht mit „Tunnelblick“ agiere. „Ich sehe aus Klimaschutzsicht einfach immer den Aspekt, dass wir Natur, Bäume, Arten so weit schützen müssen wie irgend möglich, und dem auch bei dringend nötigen Maßnahmen wie Radwegebau oder sozialem Wohnungsbau Rechnung tragen müssen“, stellt sie klar. Eine nachvollziehbare Vorgehensweise sei nach ihrer Auffassung: „Erst ernsthaft prüfen, ob/was am naturschonendsten möglich wäre. Und falls wirklich nicht anders als etwa mit Baumfällungen machbar, möglichst vor Ort adäquaten Klima- und Naturausgleich schaffen.“

Politiker sieht Argumente der Stadt kritisch

Rolf Beu, Grünen-Fraktionsvorsitzender in der Bezirksvertretung Bonn, bewertet die Radpendlerroute Bornheim-Alfter-Bonn als „sinnvoll“. Allerdings sei ihm „rätselhaft, warum die Bäume am Vorgebirgsbahnweg nicht erhalten bleiben, und der Weg auf der Nordseite nicht verbreitert werden kann.“ Kritisch sieht er die Argumentation der Stadt mit Leitungen. „Überall im Stadtgebiet liegen Leitungen. Und wohl auch unter (fast) jeder Straße. Notfalls hätten die Leitungen hier tiefer- oder geringfügig verlegt werden müssen.“ Beu würde sich eine transparentere Darlegung durch die Planer wünschen. „Aber so entsteht das Gefühl, dass sie aus reinen Kostengründen die preiswertere Varian­te gewählt haben, der die großen Bäume zum Opfer fallen. Und nun kann aus Zeitgründen wegen drohendem Ablauf der Förderperiode nicht mehr umgeplant werden.“

Zum Start des Maßnahme erläutert das Presseamt, „dass die Stadt, auch wegen der Zeitvorgaben des Förderprojekts, bestrebt ist, den Bau sobald wie möglich zu beginnen. Ein konkretes Datum kann noch nicht genannt werden.“