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Stadthaus-Sanierung: Externes Büro soll Zahlen prüfen

Stadthaus-Sanierung: Externes Büro soll Zahlen prüfen

Die Verwaltung möchte ihre Kostenermittlung zur Sanierung des Stadthauses extern prüfen lassen. Ein "renommiertes Büro" soll die sogenannte Plausibilitätsprüfung durchführen.

Das teilte Marion Duisberg, stellvertretende Leiterin des Städtischen Gebäudemanagements (SGB), am Dienstagabend in der Sitzung des SGB-Betriebsausschusses mit. "Es geht um Transparenz und darum, die Zahlen bestätigen zu lassen", sagte Duisberg. "Das wäre sehr wichtig für uns."

Wie berichtet, schätzt das SGB, dass die Sanierung des Stadthauses rund 138 Millionen Euro kosten würde. Der Investor, der am Standort des ehemaligen Landesbehördenhauses ein Verwaltungszentrum errichten würde, meint hingegen, dass eine Sanierung unter 200 Millionen Euro nicht machbar sei.

"Ich denke, man sollte das im Projektbeirat besprechen", sagte Dieter Schaper (SPD). Eine Plausibilitätsprüfung heiße er prinzipiell gut. Aber die vorliegende Grobkostenschätzung überprüfen zu lassen, sei nicht sinnvoll. "Die Kostenexplosion bei öffentlichen Bauvorhaben ist ein Thema für sich", sagte Karl Uckermann (Grüne). Doch die Vorlage sei durchaus reizvoll wegen der Unterteilung in verschiedene Bauabschnitte.

"Wenn man die Kosten aufschlüsselt und dann vielleicht nach dem ersten Bauabschnitt schon Erfahrungswerte hat, könnte man diese in den nächsten Haushalt einbringen." Ob das geplant sei? Auch das sei eine Frage, die im Projektbeirat beraten werden müsse, sagte Schaper. Und kam wieder auf die Kosten zurück: "Ein grob geschätzter dreistelliger Millionenbetrag ist mir an Information zu wenig."

Natürlich gehe es nicht um die Überprüfung der Grobkostenschätzung, sondern um die der modifizierten Zahlen, sagte SGB-Leiter Bruno Lossau. Wenn das externe Büro mit der Plausibilisierung fertig sei, gebe es eine Beschlussvorlage, über die erst im Projektbeirat und anschließend im SGB-Ausschuss beraten und abgestimmt werde.

Die Stadt solle nicht vergessen, verschiedene Varianten zu prüfen und den Verkehrswert mit einzubeziehen, sagte Marcel Schmitt (Bürger Bund). Dieser Meinung ist auch der Bund Deutscher Architekten (BDA). Die modifizierte Sanierung vergebe die Chance, "sich eines Problems zu entledigen und der Verwaltung eine neue, zeitgemäße Unterbringung zu ermöglichen". Bevor eine Entscheidung getroffen werde, sollten die Alternativen "fundiert analysiert werden". Der BDA spricht sich dafür aus, das Stadthaus an der heutigen Stelle aufzugeben.

Als Standort biete sich die "seit Jahren erhoffte Neubebauung am Bahnhofsvorplatz an, die ohnehin ohne städtisches Engagement noch weiter auf sich warten lassen wird". Das Grundstück am Berliner Platz könnte nach dem Abriss mit Blockrandbebauung und einem Mix aus Handel, Gewerbe und Wohnen genutzt werden.