Stadtrat: Der Streit geht weiter

Grüne fordern Neuausschreibung

Bonn. (kf) Bei den Querelen ums städtische Personal ist kein Ende in Sicht. Während Stadtverwaltung und Ratsmehrheit das Bau- und Familiendezernat in einer Sondersitzung des Rates neu besetzen wollen, fordern die Grünen eine Neuausschreibung beider Stellen.

Angeblich würden die Headhunter den Bewerbern nahe legen, ihre Bewerbungen zurückzuziehen, damit ihre Namen nicht bekannt gemacht werden müssten. "Durch diese 'Trickserei' sind wir immer noch nicht in der Lage, die Bewerber für die Stellen zu vergleichen", sagte Fraktionssprecher Karl Uckermann in einer Pressekonferenz.

"Deshalb muss das ganze Verfahren neu aufgerollt werden", fordert Sprecherin Dorothee Paß-Weingartz. Sie findet, die Rechte des Stadtrates würden ausgehebelt: "Und nicht zum ersten Mal . . ."

Die Grünen zögen nicht gerne vor Gericht und seien auch keine "Prozesshansel", ergänzte Fraktionsgeschäftsführer Tom Schmidt. "Aber es ist die Pflicht und Schuldigkeit der Oberbürgermeisterin, die Sache vernünftig auf die Reihe zu bringen."

Statt von Blockadepolitik der Grünen zu sprechen, wäre eine Entschuldigung der OB angebracht gewesen, findet er. Und Paß-Weingartz meint: "Das nenne ich Ignoranz der Macht."

Den Einwand, ob sie nicht im Glashaus sitzen und Steine werfen, lassen die Grünen nicht gelten: Die Berufung oder Suche von Grünen-Kandidaten werde mit Absicht falsch kolportiert.

Auch dass die Stimmen der Grünen nicht die entscheidenden im Rat seien, lässt Schmidt kalt: "Wenn wir diese Personalsache so geschluckt hätten, wäre auch der neue Umweltdezernent so ausgesucht worden. Und irgendwann würde nur noch die OB über die Stellenbesetzungen entscheiden."

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