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Neues Viertel in Endenich: Startschuss für den Campus

Neues Viertel in Endenich : Startschuss für den Campus

Zwischen der Autobahn 565 und dem verlängerten Feldweg der Effertzstraße, Endenicher Ei, Hermann-Wandersleb-Ring und Am Propsthof wird auf 22 Hektar der neue Campus Endenich geplant.

Das Aachener Stadtplanungsbüro HJPplaner Heinz Jahnen Pflüger hat den ersten Preis für ihre Pläne zuerkannt bekommen. "Sie haben die Aufgabenstellung am überzeugendsten erfüllt", fasst Wolfgang Eifler das Urteil der 13-köpfigen Jury zusammen.

Der stellvertretende Leiter der Kölner Niederlassung des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW (BLB) sieht eine Reihe von guten Ideen in dem Entwurf, sagt aber: "Dieser städtebauliche Entwurf für den Campus Endenich der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität ist lediglich die erste Stufe auf dem Weg, bis das gesamte Viertel endgültig beplant ist."

Zurzeit gibt es laut Eifler für das Gebiet fünf verschiedene Bebauungspläne, von denen die Stadt bereits einige zurückgezogen hat. Ziel des BLB sei es, "für eine lange Zeit Planungssicherheit zu haben". Jetzt gehe es erst darum, Ideen und Anregungen dafür zu bekommen, wie man die für die Universität benötigten Neubauten so unterbringt und die bestehenden Institute so integriert, dass auf dem Gebiet keine Monostruktur entsteht. Der Campus soll Wohnen, Arbeiten, Lernen, aber auch Freizeit und Leben verknüpfen, ein Campus, der offen ist, der das Viertel prägt, aber nicht erdrückt.

Die Planer mussten zunächst die Strukturen erfassen, die urbanen ebenso wie die landschaftlichen. Eine Herausforderung wird es wohl sein, das teilweise sehr starke Geländeniveau von bis zu sieben Metern Höhenunterschied auszugleichen.

Die Aachener haben beispielsweise die Idee, in der Nordsüdausrichtung des zentralen Areals einen terrassenförmigen Park anzulegen, der sich harmonisch zwischen Institutsgebäuden und neuer Wohnbebauung ausbreitet. Auf dem Feld hinter dem Max-Planck-Institut für Radioastronomie zwischen Steinweg und Am Bleichgraben sind weitere universitäre Einrichtungen, aber auch eine Wohnsiedlung denkbar.

Der heutige Passenweiherweg soll zu einem "Rückgrat" des Campus werden: Die Planer stellen ihn sich als Boulevard für Fußgänger und Radfahrer vor. Auf dem Grünstreifen entlang der Autobahn und im nördlichen Feld zur Telekom Am Propsthof hin sind Parkplätze angedacht. Eine Fußgängerbrücke führt vom Campusplatz zur Immenburgstraße. Die Pläne werden nun in einen Masterplan eingearbeitet und werden ins öffentliche Verfahren zu einem Bebauungsplan einfließen.