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Umbau des Metropol soll Anfang 2009 beginnen

Umbau des Metropol soll Anfang 2009 beginnen

Mietvertrag verpflichtet Thalia/Bouvier, das Haus nur "zum Zwecke des Buchhandels" zu nutzen

Bonn. Vanja Schneider und Klaus Töpfer drücken jetzt aufs Tempo. Die Geschäftsführer der Metropol-Immobilienmanagement GmbH wollen in Kürze den Bauantrag für den Umbau des Hauses am Markt stellen, das seit Dienstag kein Denkmal mehr ist. Wie berichtet, hatte das Oberlandesgericht Münster entschieden, das Gebäude aus der Denkmalliste zu streichen - mit Ausnahme der Fassade.

"Wir haben sehr viel Zeit verloren", sagt Töpfer und spielt damit auf die fast drei Jahre dauernden Rechtsstreitigkeiten zwischen den Eigentümern und der Stadt Bonn um die Denkmalschutz-Frage an. Schneider hob am Mittwoch "ausdrücklich" das Engagement der Bürgerinitiative Pro Metropol hervor. "Wir haben mehrfach versucht, deren Argumente zu würdigen, doch leider hat die Initiative die Wirtschaftlichkeit ausgeblendet; daher kamen wir nicht zueinander."

Nach seinen Angaben sei der Bauantrag identisch mit dem, den der städtische Planungsausschuss vor einem halben Jahr bereits genehmigte, der aber politisch nicht weiter beraten wurde, nachdem das Verwaltungsgericht Köln geurteilt hatte: Das Metropol sei in seiner Gesamtheit ein Denkmal.

Schneider wies am Mittwoch dem GA gegenüber darauf hin, dass seine Gesellschaft nach dem OVG-Urteil "einen Schuhkarton hinter die Fassade" hätte setzen können: "Das tun wir natürlich nicht. Wir sind nach wie vor von der Einmaligkeit der Architektur überzeugt und wollen diese auch nach dem Umbau sichtbar bleiben lassen."

Diese Philosophie entspreche im übrigen auch der Auffassung des künftigen Mieters. Die GmbH hat mit dem Douglas-Konzern einen Zehn-Jahres-Vertrag mit mehrmaliger Verlängerungsoption abgeschlossen. In dem Vertrag ist nach Angaben Schneiders festgelegt, dass das Metropol "ausschließlich zum Zwecke des Buchhandels" genutzt werden dürfe - von der Douglas-Tochter Thalia/Bouvier.

Das bestätigt Douglas-Vorstand Michael Busch. "Das Ambiente und die Architektur des Hauses bieten die Möglichkeit, neben dem Verkauf dort auch kulturelle Veranstaltungen stattfinden zu lassen", sagte er dem GA auf Anfrage.

So soll es auch außerhalb der Geschäftszeiten im Metropol Lesungen oder kleinere Konzerte geben. Das bisherige Bouvier-Haupthaus Am Hof wird künftig voraussichtlich eine reine Fachbuchhandlung, um Studenten und Wissenschaftlern ein umfangreiches Angebot unterbreiten zu können. Das Metropol soll demnach die übrige Palette abdecken - vom Kinderbuch über Reiseführer bis zum Bestseller.

Im Frühjahr 2010 könnte es soweit sein. Denn Töpfer und Schneider hoffen, Anfang nächsten Jahres mit den Arbeiten beginnen zu können; sie rechnen mit einer Bauzeit von 14 Monaten.