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Starkregen, Sturm und Hagel: Unwetter zog über Bonn und den Rhein-Sieg-Kreis

Starkregen, Sturm und Hagel : Unwetter zog über Bonn und den Rhein-Sieg-Kreis

Ein schweres Gewitter ist in der Nacht zum Freitag quer durch die Republik gezogen. In Bonn kam es dabei lediglich zu kleineren Schäden, die Bahnstrecke nach Köln war für kurze Zeit durch einen umgestürzten Baum auf der Oberleitung beschädigt. In anderen Teilen des Landes hatte das Wetter schlimmere Folgen.

Die Polizei beschrieb die Auswirkungen des Unwetter in der Nacht zum Freitag als unspektakulär. Sie meldete einen umgekippten Baum auf der L331 zwischen der Margarethenhöhe und Königswinter in Fahrrichtung Königswinter. Die Fahrbahn sei jedoch von der Feuerwehr schnell geräumt gewesen. In Oberpleis sei zudem ein Keller vollgelaufen. In Meckenheim war die Feuerwehr ebenfalls im Einsatz. Dort lief Regenwasser in eine Wohnung.

Für kurze Zeit musste in der Nacht zum Freitag der Bahnverkehr zwischen Bonn und Köln eingestellt werden. Ein umgestürzter Baum hatte die Oberleitung in Mehlem beschädigt. Gegen 1.30 Uhr lief der Verkehr auch dort wieder weitestgehend problemlos.

DerFlughafen Köln war in der Nacht ebenfalls für rund eine Stunde aufgrund des Unwetters gesperrt. Eine Maschine aus Berlin musste deshalbe eine Stunde über Paderborn kreisen, weil dasBodenpersonal wegen Gewitter und Starkregen nicht arbeiten durfte.

Blitze über Bonn https://t.co/Y6JPxBbnFW

Darth Wegi (@DerWegi) 10. Juli 2014Schwerer traf das Unwetter die Stadt Köln. Hier war die Feuerwehr mehr als 200 Mal im Einsatz, eine U-Bahn-Haltestelle lief voll und musste gesperrt werden. Außerdem fielen zahlreiche Bäume um und beschädigten Autos. Menschen kam hier noch derzeitigen Erkenntnissen, wie auch in Bonn, glücklicherweise nicht zu Schaden.

Anders am Niederrhein: Hier kam ein 51-Jähriger mit seinem Pkw bei regennasser Fahrbahn ins Schleudern und prallte gegen einen Baum. Der Mann kam bei dem Unfall ums Leben.

[kein Linktext vorhanden]In anderen Bundesländern tobt das Unwetter ebenfalls. In Hessen hatten sogar die Einsatzkräfte einen Unfall auf regennasser Straße: Ein Feuerwehrauto kam auf dem Weg zu einem Wetter-Einsatz ins Rutschen und kollidierte mit einem anderen Auto. Auch in Nordrhein-Westfalen und Sachsen kam es zu Unfällen auf nasser Straße. In Wiesbaden kam auf der Autobahn 66 der Verkehr durch den heftigen Regen zwischenzeitlich zum Erliegen.

Das Tief "Michaela" legte auch den Frankfurter Flughafen lahm. Etwa eine Stunde lang konnte dort kein Flugzeug starten und landen. 2000 Passagiere wurden in Hotels untergebracht, wie der Flughafenbetreiber am Freitag berichtete. 55 Starts und 36 Landungen wurden gestrichen - mit entsprechenden Auswirkungen an den jeweils anderen Airports der Verbindungen. 31 Maschinen wurden umgeleitet. 31 Flüge durften nach 23.00 Uhr verspätet starten.

In Niedersachsen kamen Polizei und Feuerwehr allein im Landkreis Osnabrück zwischen 19.00 und 23.00 Uhr auf etwa 150 Einsätze, wie ein Polizeisprecher berichtete. In Ostercappeln blieb demnach ein Regionalzug mit rund 150 Fahrgästen liegen. Eine Diesellok schleppte den Zug schließlich ab. In Bad Rothenfelde habe eine Windhose mehrere Bäume umgestürzt, sagte der Sprecher weiter.

Für den Freitagnachmittag hat der Deutsche Wetterdienst erneut eine Unwetterwarnung für Bonn und den Rhein-Sieg-Kreis herausgegeben: Schwere Gewitter, Hagel und Sturmböen können bis in die Nacht hinein über die Region ziehen und Starkregen mit sich bringen.