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Viktoriakarree: Stadtmuseum soll ausziehen

Viktoriakarree: Stadtmuseum soll ausziehen

Das Stadtmuseum und die Gedenkstätte für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus können nach Ansicht der Stadtverwaltung auf Dauer nicht im Gebäude des Viktoriabads bleiben.

Bonn. Das Stadtmuseum und die Gedenkstätte für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus können nach Ansicht der Stadtverwaltung auf Dauer nicht im Gebäude des Viktoriabads bleiben.

Der Bonner Stadtrat hatte im Dezember 2010 beschlossen, ein städtebauliches Konzept zu entwickeln, um ein gemischt genutztes, lebendiges Stadtquartier zu schaffen. Dabei sollte die Verwaltung aber auch prüfen, ob Stadtarchiv, Stadtmuseum und Gedenkstätte gemeinsam noch dort untergebracht werden können.

"Nach dieser Prüfung ist die Verwaltung nun überzeugt, dass eine tragfähige Mischung all dieser Nutzungen an diesem Standort nicht unterzubringen ist", teilte am Freitag Monika Frömbgen vom Presseamt mit. Nachdem im vergangenen Jahr das Viktoriabad geschlossen worden ist, wird über die Zukunft dieses Areals zwischen Rathausgasse, Belderberg, Franziskaner- und Stockenstraße nachgedacht.

Unter Federführung des Stadtplanungsamtes seien verschiedene Entwicklungsszenarien durchgespielt worden hieß es. Eine "gute Chance" sieht die Stadt vor allem bei der Ansiedlung von Einzelhandel - "insbesondere für großflächige Anbieter", heißt es. An dem so genannten Viktoriakarree ist aber, wie berichtet, auch die Universität Bonn interessiert.

Die Stadtverwaltung sieht jedoch keine Probleme, dort auch die philologische Bibliothek der Uni mit einem Bedarf von rund 6 500 Quadratmetern Nutzfläche unterzubringen. Wenn man in diesem Viertel tatsächlich mehr Leben haben wollte, müsste man Museum und Gedenkstätte anderweitig unterbringen.

Auch das derzeit im Stadthaus befindliche Stadtarchiv soll nach Auffassung der Verwaltung nicht an den Standort Viktoriakarree umgesiedelt werden. Aufgrund des großen Flächenbedarfs für die Magazine würde das Archiv "kaum den erhofften belebenden Effekt für das Viktoriabad-Gelände erzielen", hieß es.

Stadtmuseum und Gedenkstätte könnten zum Beispiel ins Stadthausareal oder die alte VHS an der Wilhelmstraße verlagert werden, wenn die VHS ins neue Haus der Bildung zieht. Das Stadtarchiv kann am bisherigen Ort im Stadthaus nicht bleiben, weil bereits seit einigen Jahren Wasser durch die Decken der sieben Magazinräume dringt.

Es wird darüber nachgedacht, mit dem Archiv in einen möglichen Anbau umzuziehen. "Sollte eine Anordnung in den neu zu erstellenden Nebengebäuden nicht möglich sein, müssten alternative Standorte untersucht werden", so die Stadt. Wohnungen und Büros ließen sich nicht realisieren, wenn man einen großflächigen Einzelhandel ansiedeln wollte. Nur so könnte darüber hinaus auch ein "höherer Grundstückswert erlöst werden", heißt es in der Vorlage für den Planungsausschuss, der am 19. Oktober tagt. Dabei sei es wichtig, "eine zusammenhängende, gut erschlossene Fläche zu schaffen".