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Bonner Designerin: Wie die Motive auf der Briefmarke entstehen

Bonner Designerin : Wie die Motive auf der Briefmarke entstehen

Die Bonner Grafikerin Jennifer Dengler entwirft Briefmarkenmotive für die Post. Dort kann sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

Was sind Ihre Helden der Kindheit? Für Jennifer Dengler sind es Wickie und die Biene Maja. Geradezu folgerichtig zieren die beiden Zeichentrickfiguren auch die neue Briefmarkenserie „Helden der Kindheit“. Dengler ist Grafikerin bei der Deutschen Post DHL-Gruppe und entwirft dort verschiedene Motive für Postwertzeichen. Ein ungewöhnlicher Job für eine Kreative?

„Ganz und gar nicht“, sagt Dengler. Auch bei der Post kann sie ganz schön kreativ sein. Grundsätzlich habe sie freie Hand, was ihr an „Ideen in den Sinn kommt“, wie sie es nennt. Dabei greift sie auf Fotografien zurück oder illustriert selbst ein bisschen. Bei Themen wie der Biene Maja und dem Wickingerkind Wicki kann sie auf einen sogenannten „Style Guide“ des Rechtegebers zurückgreifen. „Dort sind alle Charaktere und Hintergründe schon hinterlegt und auch einige Einzelelemente, mit denen ich dann arbeiten kann“, erklärt sie zum Hintergrund ihrer Arbeit.

Die 36-Jährige mag ihren Job, wie man im Gespräch direkt spürt. „Es ist eine außergewöhnliche Arbeit, die mir sehr viel Freude macht“, sagt sie. Auch wenn sie dafür stundenlang am Computer sitzen muss, denn die Briefmarkenmotive lässt sie komplett digital am Computer entstehen. Dabei sind Wicki und Biene Maja nicht die ersten beliebten Kinderfiguren, mit denen sie sich wochenlang beschäftigte. Anfang des Jahres 2020 kam die Serie mit Figuren aus der Sesamstraße raus. Noch heute stehen Erinnerungen in Form von Quietsche-Enten auf dem Schreibtisch der Designerin. „Und während des Entstehungsprozesses bin ich zur Kekssüchtigen geworden“, sagt sie lachend. Da sei die Arbeit mit Wicki und Maja schon ruhiger verlaufen, meint sie augenzwinkernd.

Seit 2016 als Designerin bei der Post

Seit 2016 arbeitet sie als Designerin bei der Post in Bonn. Zuvor war sie als Designerin und Produktentwicklerin bei einem großen Fliesenhersteller in Baden-Württemberg beschäftigt. „Dort habe ich mich mit keramischen Flächendekorationen beschäftigt“, sagt sie. Ein völlig anderer Job. Nicht nur die Fläche, die sie zu gestalten hatte, war ein ganzes Stück größer, auch die gestalterischen Elemente, die sie entworfen hat, unterschieden sich von dem, was sie heute gestaltet. Aber genau das mache den Reiz ihres Jobs aus.

Kreativ mit dem Computer: Die Grafikerin Jennifer Dengler. Foto: Privat

Längst ist Dengler nicht mehr ausschließlich mit kreativen Dingen beschäftigt. Bis die Briefmarke in den Verkauf kommt, müssen viele organisatorische Dinge geklärt werden. Dengler beschreibt es so: „Zunächst sammle ich neue Ideen für zukünftige Einzelthemen und Serien und schlage diese zunächst intern in unserem Haus vor. In diesem wird über viele Themen entschieden, die seitens der Deutschen Post oder von extern vorgeschlagen wurden.“ Dann beginnt ihre Recherche, denn Bildrechte müssen abgeklärt werden.

Figuren, wie etwa Wicki und Biene Maja dürfen nicht einfach für neue Bildgestaltungen genutzt werden. Da stecken viele rechtliche Klärungen hinter, wie Dengler weiter erklärt. Erst wenn dies erfolgt ist, erstellt die junge Frau ein Konzept für eine Einzelmarke oder gleich eine ganze Serie, die über einige Jahre laufen soll. Bei den Briefmarken mit Wickie- und Biene Maja-Motiven hat sich Jennifer Dengler bewusst für den ursprünglichen Illustrationsstil entschieden. „So wie wir die Biene Maja und Wickie den kleinen Wikinger in Erinnerung haben, sollen sie auch zum Versenden von Briefen und Postkarten zum Einsatz kommen. Oder zum Sammeln natürlich. Um uns allen beim Gedanken an all die Abenteuer, die wir mit ihnen erlebt haben, ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.“