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Sparprogramm der Evangelischen Landeskirche: Wüster: "Es ist noch nichts entschieden"

Sparprogramm der Evangelischen Landeskirche : Wüster: "Es ist noch nichts entschieden"

Am Montagabend erläutert Präses das Sparprogramm der Evangelischen Landeskirche. Die Reaktionen auf die Sparvorschläge schwanken zwischen Hoffen und Bangen.

Zwischen Hoffen und Bangen bewegen sich die Reaktionen der von den Sparplänen der Evangelischen Landeskirche Betroffenen. Lokales Hauptziel ist, wie berichtet, durch Aufgabe des Hauses der Begegnung eine Million Euro zu erzielen. Frank Vogelsang, Direktor der bedrängten Evangelischen Akademie, betont deshalb das Geleistete. Die Akademie habe vor zehn Jahren schon einmal am Standort Bonn neu starten müssen. "Seitdem hat sie in vielen weit beachteten Tagungen und mit prononcierter Öffentlichkeitsarbeit im Rundfunk, Print und Internet Beiträge zu wichtigen gesellschaftlichen Themen geliefert." Akademiearbeit müsse als gesellschaftlich orientierte Arbeit der Kirche immer wieder auf Veränderungen in der Gesellschaft reagieren. Deshalb habe sie auch in anderen Landeskirchen Bestand. Wenn Düsseldorf nun zukunftsorientierte Konzepte fordere, sollten die an die erfolgreichen Erfahrungen in Bonn anknüpfen.

Mit dem Pädagogisch-Theologischen Institut gut weggekommen sieht sich dessen Direktor Gotthard Fermor. "Unsere Arbeit wird in ihrer Bedeutung gewürdigt und soll mit weiteren Haushaltsmitteln ausgestattet werden, es soll sogar ein neuer eigener Arbeitsbereich für Schulseelsorge entstehen."

Das Amos-Comenius-Gymnasium sei ob der Sparpläne "nicht stark verunsichert", reagiert Schulleiter Christoph Weigeldt beruhigend. "Die Elternschaft unterstützt bereits im erheblichen Maße über die Schulstiftung finanziell die Schulträgerin. Ich bin sicher, dass wir noch mehr Eltern gewinnen." Als einziges evangelisches Gymnasium im Bonner Raum genieße man hohe Wertschätzung, präge die Schullandschaft und erfülle einen wichtigen Bildungsauftrag der Kirche. "Das Amos wird bestehen bleiben."

"Es ist noch nichts entschieden", stellt der Superintendent des Kirchenkreises Bonn, Eckart Wüster, mit Blick auf die Sparvorschläge der rheinischen Kirchenleitung fest, die ein Volumen von zwölf Millionen Euro für die Kirchenleitung und landeskirchliche Einrichtungen haben. Wüster, der auch der Leitung der zweitgrößten deutschen Landeskirche angehört, sagte: "Jetzt wird diskutiert und beraten. Das letzte Wort hat die Landessynode Mitte Januar 2015 in Bad Neuenahr."

Heute Abend erläutern der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, und andere Mitarbeiter im "Haus der Evangelischen Kirche" an der Adenauerallee 37 die Sparvorschläge. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr und ist für alle interessierten Kirchenmitgliedern offen. Es ist die erste von insgesamt vier solcher Veranstaltungen im Bereich der rheinischen Kirche. Die Diskussionsleitung liegt in den Händen des Superintendenten des Kirchenkreises Bad Godesberg-Voreifel, Eberhard Kenntner.

Der Pressesprecher des Kirchenkreises Bonn, Pfarrer Joachim Gerhardt, stellt für die durch das Sparprogramm gefährdeten Bonner landeskirchlichen Einrichtungen - Akademie, Pädagogisch-Theologisches Institut und Amos-Comenius-Gymnasium - fest: "Bonn hat sich als guter Standort landeskirchlicher Einrichtungen auch im Blick auf den südrheinischen Teil der Kirche bewährt." Er hoffe, dass die Landessynode dies im Blick behalte. Gerhardt: "Dass Einsparungen - auch schmerzhafte - kommen würden, war absehbar. Ich wünsche mir, dass in unserer Landeskirche trotz allen Spardrucks deutlich spürbar bleibt, wo ihr Herz brennt."

Das bedeute, "dass wir als evangelische Kirche den Anspruch haben, unsere Welt über den eigenen Kirchturm und die Kerngemeinde hinaus mitzugestalten." Die rheinische Kirche mit ihren 2,7 Millionen Mitgliedern solle eine "missionarische und diakonische Volkskirche" bleiben.