Bilanz des Bonner Rosenmontagszuges: Zehn Randalierer im Gewahrsam

Bilanz des Bonner Rosenmontagszuges : Zehn Randalierer im Gewahrsam

250 Polizeibeamte waren im Einsatz. Die Ordnungskräfte sprechen von einem insgesamt ruhigen Verlauf des Zugs. Betrunkene Jugendliche müssen ins Krankenhaus.

Auch der ruhigste Zug verläuft nicht ohne Zwischenfälle. So musste die Polizei einige vermeintliche Narren aus dem Verkehr ziehen, weil sie aggressiv wurden und rumpöbelten. In der Maxstraße attackierten sich Leute gegenseitig mit Pfefferspray. Alkohol gab manchem Jugendlichen den Rest. Außerdem meldete die Polizei am Abend einen Raub, der sich am späten Nachmittag in der Maxstraße ereignet haben soll. Zunächst hatte die Polizei noch von gefährlicher Körperverletzung gesprochen, als Fäuste flogen und Pfefferspray versprüht wurde. Nähere Angaben wollte die Polizei dann später aber aus ermittlungstaktischen Gründen nicht machen.

Festausschuss Bonner Karneval, Stadt, Feuerwehr, Polizei und auch die vielen Helfer von Technischem Hilfswerk und Sanitäter zogen auch diesmal wieder an einem Strang und sind am Ende mit dem Ablauf des Rosenmontagszugs zufrieden.

After-Zoch-Partys in der Altstadt (1)

Die Polizei hatte zum Schutz der Strecke 150 Beamte im Einsatz, wie Hauptkommissar Klaus Kapellner gestern Abend mitteilte. Hinzu kamen noch einmal 100 Bereitschaftspolizisten. Schon allein wegen der Vorfälle in Köln in der Silvesternacht seien mehr Polizisten als sonst im Einsatz gewesen. „Zehn Leute kamen ins Gewahrsam“, sagte Kapellner. Dabei habe es sich um eine Gruppe Nichtkarnevalisten gehandelt, die „marodierend vom Friedensplatz zur Altstadt zogen“. Sie hätten Fahrräder umgeschubst und die Leute verbal angegangen. „Das waren keine Brauchtumsfreunde“, so Kapellner.

Auch wenn es nach Vorbeizug des Prinzenpaares in der Altstadt rauer zuging, sei manches doch besser gelaufen. Etwa auf der Jugendpartymeile an der Marienschule, wo ein DJ auflegte und Störer von Ordnungshütern schnell rausgefischt wurden.

Rosenmontagszug in Bonn (7)

Laut Carsten Schneider von der Feuerwehr gab es 13 Rettungs- und neun Sanitätsdiensteinsätze. Sieben Leute mussten ins Krankenhaus – fünf, weil sie betrunken waren, davon vier Jugendliche. Der Stadtordnungsdienst, mit 30 Helfern im Einsatz, stieß zudem auf zwei weitere alkoholisierte Jugendliche, die aber zu ihren Eltern gebracht werden konnten. Einbehalten und ausgekippt wurden 33 große und 157 kleine Flaschen Hochprozentiges. Jugendlichen wurden zehn Päckchen Zigaretten abgenommen. „Die haben alle mitgespielt“, sagte Carsten Sperling vom Stadtordnungsdienst. Damit der Zug ungestört durch die Straßen laufen konnte, mussten 45 Knöllchen geschrieben und zwölf Autos abgeschleppt werden.

Die letztlich gemeldeten Böen waren nicht so stark, sodass Zugleiter Axel Wolf am Ende grünes Licht für den Zug geben konnte. Wie sich rausstellte, die richtige Entscheidung. Noch um 12 Uhr erhielt er die letzte Vorhersage. „Dass die Sonne rauskam – grandios“, sagte Wolf. Allerdings konnte die Besuchertribüne der Stadtwerke auf dem Münsterplatz nicht betreten werden.

Rosenmontagszug in Bonn (6)

Es gab noch einige Sachen am Rande des Zuges: Die Feuerwehr, die mit 30 zusätzlichen Kräften im Einsatz war, musste sich um zwei umgestürzte Bäume in der Julius-Leber-Straße und im Zeisigweg kümmern.