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Kommentar: Zu wenig Parkplätze

Kommentar : Zu wenig Parkplätze

Bonn braucht mehr Parkhäuser. Sicher, man kann auch bequem mit Bus und Bahn in die Bonner Innenstadt kommen. Für viele Kunden ist das aber keine Alternative. Um sie nicht an Einkaufszentren auf der grünen Wiese zu verlieren, muss etwas passieren.

Der Cityring ist auch deshalb verstopft, weil die vorhandenen Parkhäuser und Tiefgaragen besonders für Kunden, die aus Richtung B9 und Bad Godesberg kommen, schwer zu erreichen sind. Wer in der Marktgarage kein Glück hat, muss halb um die Innenstadt herumfahren.

Dass die Uni-Garage so lange geschlossen bleibt, ist deshalb besonders ärgerlich. Man kann dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb nicht vorwerfen, in Bonn untätig zu sein. Auf dem Campus Poppelsdorf zum Beispiel geht es voran. Aber die Sanierung der Uni-Garage scheint nicht oben auf der Prioritätenliste zu stehen. Anders ist nicht zu erklären, dass die Bauarbeiten ursprünglich in diesem Herbst beginnen sollten, jetzt aber die Rede von 2015 ist.

Dass vor allem Uni-Mitarbeiter und Studenten betroffen sind, stimmt auf den zweiten Blick nicht. Sie weichen ja auf andere Parkhäuser aus, so dass sich der Druck insgesamt erhöht. Zu Stoßzeiten samstags hat die Uni-Garage Entlastung gebracht.

Schön für die Innenstadt und vor allem für die Neugestaltung des Bischofsplatzes neben dem Alten Rathaus wäre, wenn die Autos künftig schon vor dem Stockentor unter die Erde abtauchen und dort auch wieder aus den Tiefgaragen herauskommen würden. Ob sich das realisieren lässt, ist allerdings vor allem mit Blick auf die Kosten fraglich. Man wird sie wohl nicht alleine dem Viktoriakarree-Investor aufs Auge drücken können.

Auch was die Zahl neuer Parkplätze angeht, wird im Viktoriakarree nicht der große Wurf gelingen. Deshalb ist es umso wichtiger, die Pläne für ein neues Parkhaus an der Rabinstraße nicht aus den Augen zu verlieren. Das wäre zwar ebenfalls für Autofahrer aus dem Süden der Stadt schlecht zu erreichen. Es könnte aber die Zahl der Parkplätze insgesamt wirksam heben und den Stau am Stadthaus abschwächen.