Der Breitensport sollte Vorrang haben

Der Breitensport sollte Vorrang haben

Zum Bericht "Ein krachendes ,Nein' - Alle betroffenen Kommunen sprechen sich gegen eine Bewerbung von München aus" vom 11. November

Endlich wurde den Herren im Olympischen Komitee gezeigt, dass es nicht immer nach ihren Vorstellungen geht. Was interessiert diese Herren die Natur, die ausgebeuteten Arbeiter auf den jeweiligen Baustellen? Die brauchen nur Zahlvieh, das die viel zu hohen Eintrittsgelder zu zahlen bereit ist. Die Fifa oder auch der Rennsport-Zirkus sind vom gleichen Schlag. Hier geht es nur um Geld, Geld, Geld.

Was wir brauchen, sind viel mehr solcher Volksentscheide, da unsere Politik in fast allen Bereichen versagt. Eins klappt hervorragend - die eigene Versorgung, jetzt und in Zukunft, zum Beispiel zwei dringend zu versorgende Politiker als zusätzliche Vertreter des Bundestagspräsidenten. Hier ein paar Beispiele: Strom, Mindestlohn, Maut, Kranken- und Altersversorgung, Mieten. Aber die große Koalition wird es schon für das richtige Klientel richten.

Erwin Weber, Eitorf

Bayern sei Dank: Die Entscheidungen der bayerischen Regionen gegen eine Bewerbung zur Austragung olympischer Winterspiele in München ist insbesondere aus sportpolitischer Sicht zu begrüßen. Unsere obersten Sportfunktionäre müssen erkennen, dass ihre Konzentration auf den Spitzensport und auf ihren Medaillenhunger keine Unterstützung bei der breiten Bevölkerung hat.

Die alte These, die Erfolge im Spitzensport förderten auch den Breitensport, ist nämlich nie zutreffend gewesen. Von der Möglichkeit, olympische Erfolge zu erringen, werden höchstens zwei Prozent der Bevölkerung angesprochen. Die Bürgerinnen und Bürger in unserem Land vermissen aber in ihrem Wohnumfeld eine ausreichende und zeitgerechte Sportinfrastruktur, mit der der gesellschaftliche Nutzen des Sporttreibens durch jedermann sichergestellt werden kann. Dieser Nutzen liegt in der Bindung und Bildung Jugendlicher, in der Förderung einer gesunden Lebensführung, in der Eingliederung von Neubürgern, insbesondere derjenigen, die aus anderen Kulturkreisen kommen, sowie in der Einbindung älterer Menschen.

Es ist nicht zu erkennen, in welcher Weise der DOSB und seine Landesverbände ihre Organisationskraft und ihre Stimme zur Förderung des allgemeinen Breitensports in die politische Arena einbringen. Die Bayern haben mit ihrer Abstimmung die oberen Sportfunktionäre aufgefordert, die Ziele ihrer Sportpolitik und ihr sportpolitisches Handeln und Versagen zu überdenken.

Hartmut Nitsch, Bad Honnef