AKNZ in Ahrweiler: Der Globus wird eingemottet

AKNZ in Ahrweiler : Der Globus wird eingemottet

Eigentlich sollte das neue Kantinen- und Konferenzgebäude der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) in Ahrweiler längst stehen. Dort, wo zurzeit noch ihr Wahrzeichen, der silberne Globus, steht. Eigentlich.

Doch bislang wurde der für das Frühjahr 2013 angekündigte offizielle erste Spatenstich noch nicht vollzogen. Deshalb wird es im zweiten Anlauf erst gar nicht Offizielles geben. "Wir wollen stattdessen das Richtfest schon im September feiern. Anfang März wird das Bauschild aufgestellt, das war's" sagte Ralph Tiesler im Gespräch mit dem General-Anzeiger. Tiesler ist als Vize-Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Bonn quasi Hausherr in der Ahrweiler Akademie mit ihren 87 Beschäftigten.

Acht statt der noch vor zwei Jahren vorgesehenen sieben Millionen Euro soll der Neubau kosten, der nach der Frostperiode in Angriff genommen wird. Die Vorarbeiten werden schon in den nächsten Tagen erfolgen. Der Globus wird abmontiert und eingemottet. Er soll später einen neuen Platz bekommen.

Gebaut wird nach wie vor nach den Plänen eines Leipziger Büros, das vor drei Jahren den ausgeschriebenen Architekten-Wettbewerb gewonnen hat. "Die Pläne mussten aber zur Einhaltung des Kostenrahmens angepasst werden", sagte Tiesler. "Es gibt kein Untergeschoss mehr, Technik und Lagerräume sind ins Parterre gewandert." Auch das Luftgeschoss, das sich über zwei Etagen erstrecken sollte, hat sich in Luft aufgelöst. Zwischendecke eingezogen und schon gibt's im Oberschoss mehr Platz.

Anlaufstelle für die jährlich mehr als 10 000 Seminarteilnehmer sollen im Parterre künftig Empfang, Kantine und Cafeteria sein. Im Obergeschoss ist Platz für große Tagungen vorgesehen. Mehr als 150 Personen soll der Konferenzsaal fassen, der damit der größte Raum der Akademie sein wird.

"Wir haben abgespeckt und eingespart", kommentiert Tiesler, dass das ganze jetzt eher ein Zweckbau aus Glas und Beton wird: 62,5 Meter lang, 18 Meter breit und zwölf Meter hoch, 2300 Quadratmeter Brutto-Geschossfläche, 10 900 Kubikmeter umbauter Raum. Der Vize-Präsident rechnet damit, dass der Rohbau im Herbst steht und ein Jahr später bezogen werden kann. Darauf geht er sogar eine Wette ein.

Akademiechef Thomas Mitschke hat seine bereits verloren, denn er hatte den Einzug ins neue Gebäude für 2014 prognostiziert. Wenn der Neubau bezogen ist, soll das bisherige Kantinengebäude abgerissen werden. Dann bekommt aus der Globus seinen neuen Platz. Fakt für Tiesler ist: "Wir betreiben hier in Ahrweiler Standortsicherung. Sonst würden wir nicht bauen."

Er legt Wert darauf, dass das Haus hoch über Ahrweiler sich den Seminarteilnehmer "modern, attraktiv und angenehm" präsentiert. Arbeitsplätze und Belegung der Akademie seien gesichert, Umzugsgedanken wie zuletzt 2004 in die ehemalige Diplomatenschule in Bonn, seien endgültig vom Tisch.

Nur am Inhalt werde aktuell gefeilt. Es gebe Diskussionen mit dem Bundesinnenministerium, den Zivilschutz als "klassisches Thema" wieder mehr in den Vordergrund zu rücken.

Dazu gehört dann auch die länderübergreifende Katastrophenschutzübung "Lükex", für die im nächsten Herbst bei der Ahrweiler Akademie wieder die Fäden zusammenlaufen werden. Damit soll laut Tiesler ihr Stellenwert als Kompetenzzentrum und Wissensschmiede für den Zivilschutz unterstrichen werden.

Das war nicht immer so. Nach der deutschen Wiedervereinigung hatte es Bestrebungen gegeben, die damalige Katastrophenschutzschule des Bundes in Ahrweiler zu schließen. Entsprechende Pläne gab es beim Bundesinnenministerium (der GA berichtete).

Ein Umdenken setzte dann nach den Terroranschlägen in New York am 11. September 2011 ein. In der Folge hieß die Zielvorgabe aus Berlin: "Ausbau der Akademie zu einem Forum für wissenschaftlichen Austausch im modernen Krisenmanagement, zu einer Begegnungsstätte für Experten aus dem In- und Ausland."