Kleinod in Sinzig Der Tanzsaal wird saniert

SINZIG · Die Stadt will weiter in den Helenensaal investieren. Zunächst kommt eine neue Heiz- und Lüftungsanlage in den 110 Jahre alten Saal.

 Eintritt für Damen: 25 Pfennig. Das war 1939.

Eintritt für Damen: 25 Pfennig. Das war 1939.

Foto: Martin Gausmann

. Ob Tanzvergnügen beim großen Festball des Sportvereins mit Ballorchester oder Kirmes in Sinzig mit „spiegelglatter Tanzfläche: Der Helenensaal an der Koblenzer Straße am Rande der Sinziger Innenstadt hat große Zeiten hinter sich. Rund 110 Jahre ist der beliebte Treff inzwischen alt. Wenngleich auch die Stadt in den vergangenen Jahren immer wieder kräftig in das Kleinod investiert hat, besteht doch erheblicher Sanierungsbedarf. Der Bauausschuss der Stadt machte sich nun ein Bild vom Zustand des Helenensaals.

Tief hängende Gipskarton-Decken, Kabelinstallationen an der Wand: Keine Frage, der Saal hat schon bessere Zeiten gesehen. Schön präsentiert sich die Versammlungsstätte nämlich nicht gerade. Und das, obwohl die Karnevalsgesellschaft „Närrische Buben“, die den Saal gepachtet haben, ihn nach besten Kräften hegen und pflegen.

Nun will die Stadt noch mal tief in die Tasche greifen: die Lüftungs- und Heizanlage – mehr als 40 Jahre alt – soll erneuert werden, um sie auf den Stand zu bringen, die von einer Versammlungsstätte dieser Größenordnung abverlangt wird. Knapp 400 Quadratmeter ist der Saal groß, mit Bestuhlung passen 290 Menschen in ihn hinein.

Die neuen Lüftungsrohre, die an eine Wärmerückgewinnungsanlage angekoppelt sein wird, werden jedoch sichtbar sein, sowohl an der Eingangsseite als auch auf der Stirnseite. Allerdings wird die Decke im Bühnenbereich nach den derzeitigen Planungen angehoben. Zum einen kann dann zumindest ein Lüftungsrohr etwas kaschiert werden, zum anderen entsteht unmittelbar über der Bühne ein luftiger Raum, der es dann auch Karneval-Tanzkorps erlauben wird, ihre „Mariechen“ in die Lüfte zu werfen. Bisher war dies wegen der dort vorhandenen Deckenhöhe nicht möglich.

Drei Mal wöchentlich wird der Saal von verschiedenen Gruppen zu Trainingszwecken genutzt, hinzu kommen rund 20 weitere Veranstaltungen im Jahr. Ob Hochzeit oder Privatparty: Der Helenensaal galt hierfür immer als gute Adresse. Bürgermeister Wolfgang Kroeger stellte in Aussicht, dass für den Haushalt des kommenden Jahres Finanzmittel bereitgestellt werden, um den Helenensaal weiter auf Vordermann zu bringen.

Und noch eine gute Nachricht hatte er im Gepäck: Vielleicht noch in diesem Jahr will der Landesbetrieb Mobilität mit dem Bau eines Kreisels gleich in der Nähe des Helenensaals beginnen. Der Kreisverkehr Koblenzer Straße/Lindenstraße steht seit vielen Jahren auf dem Wunschzettel der Stadt. Die Fertigstellung soll dann 2018 gefeiert werden. Vielleicht im Helenensaal.