"Saffenburgkeller" Die Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr präsentierte Neugestaltung

MAYSCHOSS · Es wurde im Jahre 1956 gebaut, 1982 saniert und mit neuen Möbeln ausgestattet. Genau 30 Jahre später hatten wieder Handwerker und diesmal auch Künstler das Sagen in dem Gemach unter dem alten Haus der Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr an der Rotweinstraße in Mayschoß. Am Freitagabend stellte der Vorsitzende der Genossenschaft, Rudolf Mies, den rundum sanierten und neu benannten "Saffenburgkeller" vor.

Rudolf Mies und Rudolf Stodden stoßen mit Weinkönigin Romana Schreiner und Gästen auf den neu gestalteten Keller an.

Rudolf Mies und Rudolf Stodden stoßen mit Weinkönigin Romana Schreiner und Gästen auf den neu gestalteten Keller an.

Foto: Martin Gausmann

Er ist hell und freundlich. Wer durch die drei Räume mit leicht versetzten Ebenen geht, hat nicht das Gefühl, sich in einem Kellergeschoss zu befinden. Indirekte Beleuchtung und mit Licht unterlegte großflächige Bilder machen es möglich.

Eine Wand hat Wolfgang Kutzner, Künstler aus Staffel, nach einer romantischen Lithographie des Malers Jean-Nicolas Ponsart aus Malmedy großflächig bemalt: "Ruine der Saffenburg". An den Wänden hat er außerdem in einem umlaufenden Fries Ergebnisse der Weinjahrgänge seit Gründung der Genossenschaft 1868 gemäß alter Geschäftsbücher verzeichnet, gute und schlechte Jahrgänge in Pastellfarben verewigt.

Die Fußböden sind mit Schiefer belegt, Tische und Stühle aus hellem Holz, Decken und Polster in warmem Rot. Im dritten Raum laden rote Sessel zu gemütlichen Runden ein, Bilder des Mayschosser Malers Rainer Hess schmücken die Wände.

Für die Umwandlung des "hässlichen Entleins" in ein behagliches Quartier für Weinproben und Feiern haben die Mayschosser 350.000 Euro auf den Tisch gelegt, berichtete Mies. Mit den Arbeiten betraut waren Handwerker aus der Region. Das Konzept entwarf Stefano Brug vom Architekturbüro Bungarten in Gelsdorf.

Zunehmend organisiert die Genossenschaft erlebnisreiche Stunden für Gäste etwa mit Wanderungen und Weinproben. Im vergangenen Jahr waren es erstmals mehr als 1000, sagte Mies. Gut angenommen wurde die im September und Oktober bewirtschaftete Saffenburghütte.

Das Angebot soll auf die Monate Mai und Juni ausgedehnt werden. Im erneuerten Probierkeller stellte Kellermeister Rolf Münster vier der jungen Weine vor: einen Rivaner, einen Blanc de Noir sowie zwei Spätburgunder als Fassproben.

Der Vorsitzende Rudolf Mies blickte mit Stolz auf die Ergebnisse von 2012 zurück, gekrönt vom Bundesehrenpreis der DLG für herausragende Gesamtleistungen. Dazu kommen Platz acht (von 100) im "DLG Genuss Guide 2013", die "Beste Collection Rotwein trocken" im "DLG Weinguide 2013" sowie DLG Gold Extra für den "Pinot Noir R".

Auch die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz erkannte Mayschoß ihren Staatsehrenpreis für herausragende Gesamtleistungen zu, und im Leistungstest deutscher Winzergenossenschaften in der Zeitschrift "Weinwirtschaft" gab es Platz zwei. Ferner kürte der "Feinschmecker" den Blanc de Noir 2011 zum Besten seiner Art in Deutschland. "Die Geschäftsführung geht optimistisch in das neue Jahr", sagte Mies abschließend.

Zur offiziellen Eröffnung gekommen waren Ahrweinkönigin Julia Migend, die Mayschosser Majestät Romana Schreiner sowie zahlreiche Vertreter aus Tourismus und Politik der Region.

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