Holocaust-Gedenktag Erich Elkan aus Bad Neuenahr überlebte Auschwitz

KREIS AHRWEILER · Sonntag ist Holocaust-Gedenktag. Denn es war der 27. Januar 1945, an dem alliierte Streitkräfte am Konzentrationslager Auschwitz ankamen und denen, die das Todeslager überlebt hatten, die Freiheit brachten. Einer der Auschwitz-Überlebenden ist Erich Elkan.

 Sonntag ist Holocaust-Gedenktag. Denn es war der 27. Januar 1945, an dem alliierte Streitkräfte am Konzentrationslager Auschwitz ankamen und denen, die das Todeslager überlebt hatten, die Freiheit brachten. Einer der Auschwitz-Überlebenden ist Erich Elkan.

Sonntag ist Holocaust-Gedenktag. Denn es war der 27. Januar 1945, an dem alliierte Streitkräfte am Konzentrationslager Auschwitz ankamen und denen, die das Todeslager überlebt hatten, die Freiheit brachten. Einer der Auschwitz-Überlebenden ist Erich Elkan.

Foto: Privat

Seine Tochter, Sophie Kanel, lebt in Belgien und hat das Leben und Überleben ihres Vaters in ihrem Buch "Prisonier 160008" in französischer Sprache verarbeitet. Die Zahl wurde ihm von der SS in den linken Unterarm tätowiert.

1919 in Niedermerz bei Aachen geboren, kam Erich mit seinen Eltern Albert und Sophie sowie Bruder Benno und Schwester Helga nach Bad Neuenahr in die Kreuzstraße, wo die Familie eine kleine Pension betrieb. Diese hatten sie von einer jüdischen Familie übernommen, die in die USA ausgewandert war. Mit einem Wagen der Marke Adler fuhren Erich und Benno in diesem Jahr die Bauernhöfe der Grafschaft ab, um Lebensmittel für die Pension zu kaufen. Denn Einkaufen in deutschen Geschäften war den jüdischen Hoteliers nicht erlaubt.

Die Pogromnacht im November 1938 mit der Zerstörung der Bad Neuenahrer Synagoge gab dann für die Brüder den Ausschlag, Fluchthelfer zu kontaktieren. Über die grüne Grenze kamen sie ins Nachbarland Belgien, wo Erich heute noch lebt. Nach dem Überfall der Wehrmacht auf Belgien, die Niederlande und Frankreich traf sie jedoch erneut der Nazi-Terror. Beide wurden verhaftet und in südfranzösischen NS-Lagern festgehalten.

Während Benno Elkan dort im August 1940 an Typhus starb, begann für Erich Elkan eine jahrelange Odyssee durch zahlreiche verschiedene weitere Internierungs- und Konzentrationslager. Kurz vor der deutschen Kapitulation war er auch kurzzeitig in Auschwitz inhaftiert und hat im Anschluss daran als "Gefangener 16008" einen der berüchtigten "Todesmärsche" aus dem Vernichtungslager Richtung Westen überlebt. Weitere Stationen vor seiner Befreiung waren das Konzentrationslager Dachau und ein Internierungslager in Tirol.

Seit seiner Befreiung 1945 lebt Erich Elkan in Brüssel und hat dort eine Familie gegründet. Seine Eltern, Albert und Sophie, und seine Schwester Helga wurden im April 1942 von Bad Neuenahr in Richtung Osten deportiert. Ihre genauen Todesumstände sind bis heute ungeklärt. Sie wurden 1951 für tot erklärt.

Nur einmal hat Erich Elkan in seinem Leben wieder deutschen Boden betreten. Das war im vergangenen Jahr. Dabei erlebte er in Bad Neuenahr, wie Künstler Gunter Demnig an seinem früheren Zuhause Stolpersteine für seine Eltern, seine Schwester und seinen Bruder verlegte. Und freute sich über einen Menschen, den er aus seinen Jugendtagen im Heilbad kannte, Franz Simon.