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Barkeeper in Bonn: Cocktail-Tipps für den Winter

Cocktail-Tipps für den Winter : Das empfehlen Barkeeper in Bonn für die dunkle Jahreszeit

Es muss nicht immer Glühwein sein: Bonner Barkeeper verraten, mit welchen Cocktails und Longdrinks sie ihre Gäste durch die kalte Jahreszeit bringen. Alkohol spielt dabei nicht zwingend eine Rolle.

Wer an ein typisches Wintergetränk denkt, landet spontan beim Glühwein. Oder beim Grog. Oder dem heißen Kakao mit Sahnehaube, den Erwachsene gerne um einen Schuss Rum oder Amaretto ergänzen. Heiße, süß-aromatische Getränke, an denen man sich Hände und Gedanken wärmen kann.

Viele der Aromen dieser Winterklassiker finden sich auch in den Drinks von Artin Khalehoghlizadeh und Niklas Bögelein wieder. Dem General-Anzeiger haben die beiden Bonner Barkeeper verraten, welche typisch winterlichen Cocktails und Longdrinks sie ihren Gästen gerne in der kalten Jahreszeit servieren. Khalehoghlizadeh, in Bonn als A.K. bekannt, ist ein alter Hase in der städtischen Barszene. Seit Jahren hält er die Zügel hinter dem Tresen des „Shaker’s“ an der Bornheimer Straße in den Händen und herrscht damit über die wohl größte Auswahl an Cocktails in Bonn und der Region. Allein 90 verschiedene Ginsorten sind im Regal hinter dem Barmann aufgereiht.

Im Winter gerne voluminöse und aromatische Drinks

Bögelein steht seit Anfang 2019 im „Extra Dry“ an der Poppelsdorfer Meile hinter dem Tresen, ist aber im Hauptberuf Groß- und Außenhandelskaufmann. „Das Mixen habe ich mir von anderen abgeschaut oder beibringen lassen“, erzählt der 29-Jährige. „Ich gehe selbst gerne in Bars, weil ich dort hochwertige Getränke bekomme.“

Genauso unterschiedlich wie die Werdengänge der beiden Barkeeper, sind die Aromen und Alkoholika, die sie bevorzugen. Eines gemeinsam haben sie aber doch: Beide servieren im Winter gerne voluminöse und aromatische Drinks. Ein typisches Beispiel ist der „Snow Ball“, den A.K. in einer originellen Blechtasse anbietet: Milch mit Amaretto, Bacardi Coconut und Mandelsirup krönt der Barkeeper mit einer Sahnehaube samt Schokoraspeln und Amarettino-Keks – und liefert damit zugleich das Dessert zum Abendessen. Einen typischen After-Dinner-Drink hat auch Niklas Bögelein im Programm. Wodka ist die Basis seines „Espresso-Martini“, dem der Kaffee-Syrup Caluha, Zuckersyrup, ein frisch gebrauter Espresso und ein paar Kaffeebohnen als Deko den Charakter verleihen. Im Shaker wird der Espresso auf Eis übrigens schockgekühlt – „durch den Koffein-Shot ein echter Wachmacher und ein absoluter Trenddrink für junge Leute“, sagt Bögelein.

„Santa Clause“ macht Laune auf die Vorweihnachtszeit

Perfekt zu Weihnachten passen zwei ganz unterschiedliche Drinks, die Artin Khalehoghlizadeh im Programm hat. Seinen „Santa Clause“ aus Himbeersyrup, Bombay Bramble und Sahne, den er im Martini-Glas anrichtet, dekoriert A.K. mit einer Rispe roter Johannesbeeren, „eine Nikolausmütze“, wie er sagt: „Das weckt die Vorfreude auf Weihnachten.“ Sein Weihnachtsdrink Nummer zwei heißt „Christmas Tree“: Ein intensiv-gelber Longdrink, präsentiert mit etwas Rosmarin, Ingwer und Apfel, der Ginger Beer, Jack Daniels Apple, Ingwersirup und Zitronensaft fruchtig-aromatisch vereint.

Seit drei Jahren leitet Khalehoghlizadeh, der bei den Bartender and Cocktail Competitions in Berlin als einer der zwölf besten Barkeeper Deutschlands einmal im Finale stand, übrigens die Bonner Cocktail-Akademie. Hier können begeisterte Amateure mehrfach im Monat das professionelle Mixen lernen.

Ein echter Klassiker ist auch am Start

Einen echten Klassiker serviert Niklas Bögelein im „Extra Dry“ gerne, allerdings mit besonderem Dreh: Sein „Negroni“ (Campari, ein guter Gin und ein gleichfalls hochwertiger Wermuth in jeweils gleichen Teilen) lagert mindestens zwei Wochen im Holzfässchen. Der intensive, süßlich-bittere Geschmack des „Negroni“ erhält dadurch noch eine leichte Holznote. Campari und Wermuth sind auch Bestandteile seines „Left Hand“, dessen alkoholische Basis allerdings Bourbon-Whisky ist. Zwei Spritzer Chocolate Bitters verleihen dem Drink einen warmen Schokoladenton, der die festliche Stimmung bringt.

Aber muss eigentlich jedes spannende Wintergetränk Alkohol enthalten? Natürlich nicht. Sowohl „Shaker’s“-Barmann Khalehoghlizadeh als auch „Extra Dry“-Keeper Bögelein haben Rezepte ganz ohne Promille parat. Bei Bögelein sorgt der alkoholfreie Bonner Siegfried Wonderleaf-Gin für die herbe Basis seines „Quince Collins“, die mit Zitronensaft und einem Schuss Soda, aber vor allem mit Quittensyrup gekontert wird. „Den kann man natürlich auch mit richtigem Gin mixen“, verrät Bögelein. Auf der Karte von A.K. steht ein „Fizz Mas“: Limettensaft, Vanillesyrup, Espresso, Chocolate Bitters und Tonic Water, dekoriert mit einer getrockneten Orange – dichter Geschmack im Glas, aber null Alkohol. Auch so können typische Winterdrinks Spaß machen.