1. Freizeit
  2. Pützchens Markt

Leitungstesttag auf Pützchens Markt: Das Bier muss fließen​

Leitungstests auf Pützchens Markt : Das Bier muss fließen

Der Pützchen-Markt-Donnerstag ist Kult im Ort. Vor allem für die Einheimischen. Nach gutem Brauch stellen sich die Pützchen-Bewohner als Testpersonen zur Verfügung, denn das Bier muss laufen.

Seit vielen Jahren ist es guter Brauch, dass am Tag vor der Eröffnung von Pützchens Markt Leitungen getestet werden. Tagsüber steht bei vielen Fahrgeschäften die Tüv-Abnahme an, bei der unter anderem die Stromleitungen überprüft werden. Das ist aus Sicherheitsgründen wichtig, aber eher unspektakulär und geschieht unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Ganz im Gegensatz zum traditionellen Bierleitungstest. Am frühen Abend wird an vielen Buden der Ernstfall getestet. Läuft das Bier? Ist die Kohlensäure an der Zapfanlage richtig eingestellt?

„Stress-Test“ an den Bierbuden

Für so einen „Stress-Test“ an Bierbuden benötigen die Betreiber Testpersonal. In diesem Fall kein Problem. Nachbarschaft, Freunde und Familie stellen sich dafür gerne zur Verfügung.

Der Donnerstagabend gilt in der intimen Pützchener Kirmesszene als einer der entspanntesten und vielleicht auch gemütlichsten Abende. Man steht beieinander, plaudert und trinkt zusammen das ein oder andere gepflegte Glas Kölsch. Sozusagen Treffen im Veedel.

Fünf-Tage-Jahrmarkt

Für den Donnerstagsabend gelten aber auch Regeln. Diese stehen zwar nirgendwo geschrieben, aber irgendwann gab es da mal eine Vereinbarung und die gilt solange, bis sie widerrufen wird.

Die Stadt Bonn duldet den Leitungstest bei Privathaushalten und an Vereinsständen. Geld darf auch keins fließen, nur Bier.

Und warum das Ganze? Pützchens Markt ist eine Fünf-Tage-Kirmes. Damit die ans Festgelände angrenzenden Anwohner nicht durch Lärm überstrapaziert werden, soll an der Dauer des Jahrmarkts nichts verändert werden. Tradition ist halt Tradition – besonders im Rheinland.