Großkirmes in Beuel Warum ein spanischer Polizist auf Pützchens Markt auf Streife geht

Pützchen · Antonio Pedrera gehört eigentlich zur Guardia Civil, der spanischen Polizei. In diesen Tagen ist er jedoch mit seinen Bonner Polizeikollegen auf Pützchens Markt unterwegs.

 Antonio Pedrera begleitet Bezirksdienstbeamtin Andrea Blume beim Gang über den Markt.

Antonio Pedrera begleitet Bezirksdienstbeamtin Andrea Blume beim Gang über den Markt.

Foto: Meike Böschemeyer

Irgendetwas stimmt mit diesem Polizisten nicht: Warum trägt er nicht die blaue Uniform der NRW-Polizei, sondern eine olivgrüne? Viele Besucherinnen und Besucher macht es stutzig, auf Pützchens Markt einen Beamten mit Barrett und militärischer Gewandung zu sehen. Des Rätsels Lösung: Antonio Pedrera gehört zur Guardia Civil, der spanischen Polizei.

Seit Freitag ist der 50-jährige Beamte aus La Palma bereits auf Pützchens Markt im Streifendienst im Einsatz. Begleitet wird er dabei von Beuels neuer Bezirksdienstbeamtin Andrea Blume. Die 55 Jahre alte Polizeihauptkommissarin freut sich über den Austausch mit dem spanischen Kollegen.

Auf La Palma leitet er die Umweltabteilung der Polizei

Pedrera war im vergangenen Jahr bereits auf der Allerheiligen-Kirmes in Soest und sammelt nun an den fünf Tagen auf Pützchens Markt viele neue Eindrücke, die er seinen Kollegen auf der kanarischen Insel weitergeben wird. Auf La Palma leitet er die dortige Umweltschutzabteilung der Polizei.

Der spanische Gast spricht hervorragend Deutsch. Das liegt daran, dass er in der Schweiz aufgewachsen ist – und daran, dass seine Frau eine Deutsche ist. „Ich mag Deutschland, die Menschen und die Kultur und bin sehr glücklich, hier zu sein.“

Erinnerungsfoto mit dem spanischen Polizisten

Der spanische Gast fällt auf im Getümmel von Pützchens Markt. Viele Passanten bleiben stehen, sprechen ihn an, manche bitten um ein gemeinsames Erinnerungsfoto. Eine Bitte, der Pedrera gerne nachkommt, wenn es die Zeit zulässt. Er kommt gerne mit den Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch. „Ich mag die deutsche Sprache“, sagt er.

Blume findet den Austausch mit dem spanischen Gast sehr spannend, zum Beispiel darüber, wie die Dienste ablaufen und wie die Abteilungen organisiert sind. „Eine eigene Umweltpolizei wie auf La Palma haben wir hier ja gar nicht“, verdeutlicht die Beamtin. Offenbar ist die spanische Polizei auch sehr familienfreundlich ausgerichtet, wie Blume erfahren hat: „Wenn man als Polizist in Spanien Vater wird, bekommt man sechs Monate Sonderurlaub bei vollem Gehalt.“

Gemeinsam für die Sicherheit und die Gesundheit der Gäste

Während der Kirmestage sorgen die Einsatzkräfte des Stadtordnungsdienstes, der Polizei, der Feuerwehr und des Sanitätsdienstes für Sicherheit und Gesundheit der Besucher und Besucherinnen. Grundlage dafür ist ein Sicherheitskonzept, das jedes Jahr im Vorfeld untereinander abgestimmt und aktuellen Erfordernissen angepasst wird. Als gemeinsame Koordinierungsstelle dient während der Kirmestage die Marktschule, in der dann außerdem das Marktbüro untergebracht ist.

Im Dienst für Pützchens Markt: Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, Rettungs- und Sanitätsdienst, des Marktamtes und von BonnNetz versammelten sich stellvertretend für viele weitere Kolleg*innen, die für Pützchens Markt im Einsatz sind, zum Gruppenbild vor der Marktschule.

Im Dienst für Pützchens Markt: Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, Rettungs- und Sanitätsdienst, des Marktamtes und von BonnNetz versammelten sich stellvertretend für viele weitere Kolleg*innen, die für Pützchens Markt im Einsatz sind, zum Gruppenbild vor der Marktschule.

Foto: Meike Böschemeyer

Stadtordnungsdienst und Polizei zeigen rund um die Uhr mit gemeinsamen Streifen Präsenz auf dem Marktgelände. Sascha Hessenbruch, Abteilungsleiter Ordnungswidrigkeiten und Stadtordnungsdienst, erläutert: „Das Einsatzgeschehen hängt stark von Wochentag und Tageszeit ab. Vor allem am Freitag- und Samstagabend müssen die Kolleginnen und Kollegen auch schon mal Streitereien schlichten.“ Ansonsten kümmern sie sich mit Unterstützung des städtischen Jugendamtes darum, dass der Jugendschutz eingehalten wird, übergeben beispielsweise betrunkene Jugendliche an Sanitäts- oder Rettungsdienst oder informieren die Eltern, damit sie ihr Kind abholen.

In der Marktschule laufen alle Fäden zusammen

Die Feuerwehr ist mit Berufs- und freiwilligen Kräften mit bis zu drei Löschfahrzeugen vor Ort, um im Brandfall schnell eingreifen zu können. Für Notfälle sind außerdem Rettungsdiensteinheiten und ein Notarzt während der Öffnungszeiten auf dem Marktgelände. Mitglieder des Sanitätsdienstes, den beauftragte Hilfsorganisationen übernehmen, sind in der Marktschule ansprechbar und zu Fuß auf den Marktstraßen unterwegs, um bei leichten Verletzungen schnelle Hilfe leisten zu können.