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Ausflugsziele im Sauerland und Hunsrück überzeugen mit viel Natur

Sauerland, Hunsrück und Co. : Wanderung und Radtour: Diese Ausflugsziele lohnen sich

Bei Wanderungen im Hunsrück, im Westerwald oder im Sauerland bleibt genug Raum für den nötigen Abstand. Auch das Freilichtmuseum Kommern und der Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal lohnen sich für einen Ausflug.

Eine stramme Höhenroute oder leicht am See entlang

Eingebettet in den Naturpark Sauerland-Rothaargebirge punktet die Region Biggesee-Listersee gerade in diesen Zeiten mit viel Natur und viel Platz. Natürlich steht das Wandern mit allen Schwierigkeitsgraden im Mittelpunkt. Für den 46 Kilometer langen Bigge-Lister-Weg nimmt man sich am besten zwei Tage Zeit. Der flache „Waldweg Grenzenlos“ in Olpe bringt es dagegen nur auf 2,9 Kilometer. Auch Radfahrer finden ihren Spaß: Die anspruchsvolle Höhenroute etwa startet in Olpe als 64 Kilometer lange Rundtour mit 900 Höhenmeter und vier Stunden Fahrzeit. Nicht ganz so viel Kondition erfordert die Seeroute, die 50 Kilometer am Ufer entlang führt. Beliebt bei Familien sind 90-minütige Seerundfahren mit MS Westfalen und MS Bigge. Aufgrund der aktuellen Lage stechen beide Schiffe frühestens am 24. April in See.

Historische Gebäude aus dem Rheinland

Das Freilichtmuseum Kommern darf, nach kurzer Schließung, wieder Besucher empfangen. Der Aufenthalt sei allerdings nur mit Tickets, die im Voraus gebucht wurden, und einem tagesaktuellen Corona-Schnelltest möglich, wie es in einer Pressemeldung heißt. „In einigen historischen Häusern gilt eine Einbahnregelung; kleine Gebäude und die Ausstellungshallen bleiben geschlossen, ebenso der Museums- und Tante-Emma-Laden, die Bäckerei und der Spielplatz. Die Gastwirtschaft ist geschlossen, bietet aber Würstchen, Fritten und Schnitzel zum Mitnehmen an, ebenso Getränke.“ Der Eintritt ins Freilichtmuseum ist bis zum 18. April 2021 frei. Auf dem Gelände befinden sich, umgeben von Äckern, Wiesen und Weiden, knapp 80 historische Gebäude aus dem Rheinland. Darunter Bauernhöfe, Mühlen und Werkstätten.

Der Spaten von Beuys und das Schloss Moyland

Der Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal präsentiert zum 100. Geburtstag des rheinischen Künstlers Joseph Beuys die Ausstellung „Perpetual Motion“. Der Eintritt beträgt acht Euro. Bis zum 20. Juni 2021 sind 25 Exponate aus verschiedenen Privatsammlungen in zwei Innenräumen der Parkanlage zu sehen, darunter auch das Objekt „Pala“ aus dem Jahr 1983. Kurator der Schau ist der britische Künstler Tony Cragg, seines Zeichens auch Initiator und Betreiber des Skulpturenparks. Cragg hat Beuys im Jahr 1972 als 23-jähriger Kunststudent in London kennengelernt. Für den Besuch der Innenausstellung ist ein tagesaktueller negativer Corona-Test nötig. Besucher ohne Test können nur das Freigelände des Skulpturenparks besichtigen.

Ebenfalls zum 100. Geburtstag von Joseph Beuys können Kunstinteressierte jetzt auf den Spuren des großen Künstlers radeln: Eine neue Route im Westen von Nordrhein-Westfalen verbindet wichtige Stätten seines Lebens. Durch die rund 300 Kilometer langen Strecke „Beuys & Bike“ werden Orte vom Niederrhein über Düsseldorf bis Leverkusen verbunden, die an den 1921 geborenen und 1986 gestorbenen Künstler erinnern, teilte Tourismus NRW mit. Stationen sind etwa Beuys‘ Geburtshaus in Krefeld, sein erstes Atelier im Kurhaus Kleve sowie Museen mit wichtigen Beuys-Werken wie das Schloss Moyland.

 Das Schloss Moyland verfügt über wichtige Boeys-Werke.
Das Schloss Moyland verfügt über wichtige Boeys-Werke. Foto: dpa-tmn/Bernd Thissen

Steiler Pfad am Ende der Welt

Alhausen im Westerwald liegt „am Ende der Welt“. Wenn die Kinder des Dorfes in früheren Zeiten zur Schule nach Stein-Wingert mussten, gingen sie über einen steilen Pfad, der ihnen Trittsicherheit und Schwindelfreiheit abverlangte. Heute gehört der wildromantische „Naturpfad Weltende“ zur zehnten Etappe des Westerwaldsteiges, die auf 20 Kilometern von Limbach zum Kloster Marienthal führt. Am steilen Hang schützen Halteseile vor einem Abrutschen, und unten fließt die Nister. Es gibt auf der Etappe als Alternative allerdings auch eine leichtere Strecke.

 Der wildromantische „Naturpfad Weltende“ gehört zur zehnten Etappe des Westerwaldsteiges.
Der wildromantische „Naturpfad Weltende“ gehört zur zehnten Etappe des Westerwaldsteiges. Foto: Dominik Ketz

Spannende Rätseltouren durch die Erdgeschichte

Seit 1995 gehört die Grube Messel bei Darmstadt zum Weltnaturerbe der Unesco. Im feingeschichteten Schiefer des stillgelegten Tagebaus erzählen Fossilien, wie die Welt vor 48 Millionen Jahren ausgesehen hat. In den hessischen Osterferien (6.4.-18.4.) organisieren die Mitarbeiter für Kinder und Erwachsene zweimal täglich Rätseltouren im Außenbereich des Besucherzentrums. Die Aktion ist mit den aktuellen Corona-Regeln vereinbar, wie es heißt. Die Teilnehmer erhalten einen Spielzettel mit Fotos von sechs Stationen, in deren Umkreis Zahlencodes und Symbole versteckt sind.

 Im stillgelegten Tagebau erzählen Fossilien Geschichten aus vergangenen Zeiten.
Im stillgelegten Tagebau erzählen Fossilien Geschichten aus vergangenen Zeiten. Foto: picture alliance/dpa/Arne Dedert

Die Buchen machen, was sie wollen

Im Nationalpark Hunsrück-Hochwald bleibt sich die Natur selbst überlassen. Die Buchen wachsen, wie und wo sie wollen. Und ihr Totholz schafft neue Lebensräume für den Urwald der Zukunft. Der Mensch darf zuschauen. Zum Beispiel rund um den Erbeskopf. Da geführte Touren zurzeit nicht möglich sind, empfehlen die Ranger die Nationalpark-App. Im Park scannt man Infotafeln, auf dem Smartphone taucht ein Ranger auf und informiert.

(ga)