Badeseen in der Region Gewässer laut ADAC-Test unbedenklich

KÖLN/BONN · Eine Abkühlung gefällig? Dann nix wie ab zum nächsten Badesee! Was nämlich die Wasserqualität betrifft, ist der Badespaß in unserer Region bedenkenlos.

 Mit "sehr gut" bewertet: Die Badegäste am Fühlinger See im Kölner Norden können sich im keimfreien Wasser abkühlen.

Mit "sehr gut" bewertet: Die Badegäste am Fühlinger See im Kölner Norden können sich im keimfreien Wasser abkühlen.

Foto: dpa

Der ADAC hat im vergangenen und in diesem Sommer an verschiedenen Stellen von 41 kleineren Seen Proben entnommen. Gesucht wurde nach den Keimen Escherichia coli und intestinale Enterokokken, die ein Indikator dafür sind, wie stark das Wasser belastet ist und deshalb Durchfall und Hautreizungen auslösen kann.

Bei dem Test erhielten fast ein Drittel aller 65 geprüften Badestellen die Note "sehr gut". Dazu gehört auch der Fühlinger See im Norden von Köln. Der Escher See, ebenfalls in Köln, und der Otto-Maigler See in Hürth wurden mit einem "gut" ausgezeichnet. Der Bleibtreusee in Hürth erhielt ein "ausreichend".

Dass der Rotter See und der Heider Bergsee nicht getestet wurden, hat keine besondere Bewandtnis. "Das liegt daran, dass wir die Gewässer nur stichprobenartig abdecken", sagt ADAC-Sprecherin Sabine Behr.

Ganz im Gegenteil zum Nievenheimer See bei Dormagen. Das Gewässer war 1994 berühmt geworden, weil dort der Kaiman "Sammy" seinem Besitzer ausgerissen war. Letzten Sommer hatte der ADAC dort auffällige Werte festgestellt und dies den Kreiswerken Grevenbroich als Betreiber mitgeteilt.

[kein Linktext vorhanden]Daraufhin hätten diese dort und am Kleinen Kaarster See weitere Untersuchungen untersagt, so der ADAC. Die Kreiswerke betonten, es sei kein Hausverbot ausgesprochen worden. Man habe bei einer weiteren Wasserentnahme mit eigenen Fachleuten anwesend sein wollen. Ein gemeinsamer Termin mit ADAC-Experten sei nicht zustande gekommen.

Der bundesweite Test hält aber nicht nur positive Nachrichten für Schwimmer bereit: Etwa jede siebte Messstelle lieferte hohe Keimkonzentrationen. Testverlierer mit der Note "bedenklich" und der vergleichsweise höchsten Keimbelastung war die Messstelle am Südufer des Elfrather Badesees in Krefeld.

Während aller Messungen hätten sich dort bis zu 100 Gänse aufgehalten. Liegewiese und Ufer seien übersät gewesen mit Vogelkot. Als "erstaunlich" wertete der ADAC deshalb, dass der EU-Badegewässerbericht dem Elfrather Badesee 2012 eine gute Wasserqualität bescheinigt hatte. Das liege wohl daran, dass der ADAC anders als Umweltbundesamt und EU nicht im ein Meter tiefen Wasser misst, sondern im flachen Gewässer bis 30 Zentimeter - da, wo vor allem kleine Kinder sich aufhalten.

Wer kleine Hinweise beachtet, kann risikolos baden

Trübung: Sehen Badende im knietiefen Wasser die eigenen Füße nicht mehr, sollten sie lieber nicht ins Wasser gehen.

Algen: Algenteppiche sind ein Hinweis darauf, dass zu viele Nährstoffe im See sind. Wer einen Algenteppich vorfindet, sollte auf das Baden erst einmal verzichten. Aber: Algen kommen und gehen wieder. In der Regel gilt: Aushänge vor Ort beachten.

Geruch: Fäulnisgeruch ist ein Hinweis dafür, dass bakterielle Zersetzungsprozesse stattfinden. Oft stammt der Geruch aus Randbereichen im See, in denen das Wasser steht und wo sich viel Moder ansammelt. Diese Stellen sollten Badende meiden.

Tiere: Gänse und Enten hinterlassen vor allem eines am See - nämlich Kot. Deshalb empfiehlt es sich, nur dort ins Wasser zu gehen, wo keine Wasservögel sind. Außerdem sollte man keine Wasservögel füttern.

Mündungen: Wo Rohre, Bäche, Kanäle und Gräben in den See münden, ist das Baden tabu. Denn hier können sich die Schwimmer nicht sicher sein, woher das Wasser stammt. Der ADAC warnt, dass solche Zuflüsse häufig eine erhöhte Anzahl an Keimen enthalten.

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