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Kastanien und Eicheln in Bonn: Die besten Orte zum Sammeln

Bonn und die Region : Deshalb gibt es in diesem Jahr so viele Kastanien und Eicheln

Besonders in diesem Jahr gibt es in Bonn und der Region viele Waldfrüchte wie Eicheln oder Kastanien zu entdecken. Doch woran liegt das? Wir zeigen, wo man Kastanien finden kann - und was man mit ihnen macht.

Herbstzeit bedeutet Sammelzeit. Vor allem mit Kindern. Jeder Spaziergang wird zu einem Beutezug, aber auch die Erwachsenen werden im Herbst wieder zu Jägern und Sammlern. Dabei sind Eicheln und Kastanien wertvolle Früchte - für die Tiere und den Wald.

In diesem Jahr gibt es besonders viele Waldfrüchte zu entdecken. Das liegt allerdings nicht etwa daran, dass die Bäume aufgrund der extremen Trockenheit in den vergangenen Wochen alles von sich werfen, weiß der Rheinbacher Stadtförster Sebastian Tölle. Bei Eicheln und Kastanien hat es die Natur so eingerichtet, dass sie in manchen Jahren sehr viele Früchte tragen und in anderen nur wenige. „Wir hatten in diesem Jahr einfach eine sehr starke Eichenblüte“, erklärt Tölle. 2019 dagegen sei die Blüte sehr schwach gewesen, im Jahr zuvor wiederum sehr gut. „Deshalb kann es gut sein, dass wir nächstes Jahr wieder gar nichts haben“, so der Förster. Die große Menge Rosskastanien kann unter anderem darauf zurückgeführt werden, dass sie in diesem Jahr an manchen Orten in der Region zwei Mal geblüht haben.

Eichensaatgut dient der Aufforstung

Wichtiger als als Futter sind die Früchte zum Teil als Saatgut. Aufmerksame Waldbesucher haben etwa in Rheinbach fleißige Forstmitarbeiter beobachten können, die die Eicheln ernten. Das Eichensaatgut verkaufe die Stadt weiter, erklärt Tölle. Das Saatgut dient der Waldverjüngung. „Damit wird der Wald aufgeforstet, der beispielsweise unter dem Eichenprozessionspinner leidet.“

Einfach in den Wald gehen und so viele Früchte sammeln wie möglich, ist nicht erlaubt. Grundsätzlich gehören die Früchte und auch Pilze oder Beeren dem Waldeigentümer. Sofern dieser das Sammeln nicht ausdrücklich untersagt, kann für den Eigengebrauch eine kleine Menge mitgenommen werden, etwa eine Hand voll. Wer mehr sammeln oder an einer Sammelaktion teilnehmen will, sollte sich am besten an das Forstamt wenden. Eicheln sollten Menschen auf keinen Fall roh verzehren. Sie enthalten zu viel Gerbsäure, was Magenschmerzen verursachen kann. Auch Rosskastanien sind weniger für den Verzehr als für die Dekoration oder als Futter für Tiere geeignet. Edelkastanien können dagegen verzehrt werden. Die Maronen- und Esskastaniensaison beginnt im September und reicht bei einigen Sorten bis in den Dezember hinein.

Doch was tun mit den gesammelten Eicheln und Kastanien? Haribo lässt seine beliebte Tauschaktion in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie ausfallen. Es gibt jedoch genügend Alternativen: Ein allzeit beliebtes Bastelprojekt sind Kastanienmännchen. Weil man dafür einfach nur die gesammelten Kastanien mithilfe von Zahnstochern zusammenstecken muss, sind vor allem Kinder sehr angetan von der Freizeitbeschäftigung. Um die gemütliche Herbst-Stimmung auch ins Haus zu bringen, kann man einige Waldfrüchten aber auch einfach zu Dekoration umfunktionieren. Ein Türkranz aus zusammengesteckten Eicheln und Maronen, eine Girlande aus Beeren und Kastanien oder gepresste Herbstblätter in Bilderrahmen, sorgen für eine passende Atmosphäre. Besonders nützlich sind Kastanien - und zwar beim Wäsche waschen. Dafür die Früchte einfach kurz abwaschen, klein hacken und für mindestens 2 Stunden in ein Glas mit Wasser legen, bis die Flüssigkeit milchig wird, dann ist das Waschmittel schon fertig. Einige Waldschätze machen sich sogar gut im Essen. Maronen lassen sich zum Beispiel in ganz klassischer Form zu Hause zubereiten. Aber auch Marmelade kann man aus den leckeren Herbstfrüchten zaubern. Auch Tier- und Wildparks nehmen Kastanien und Eicheln gerne für ihre Tiere.

Wo man die Waldfrüchte in Bonn und der Region am besten sammeln kann, erfahren Sie hier: Auf der Webseite mundraub können weitere Sammel-Orte gefunden oder selbst kartiert werden.

GA-Leser empfehlen außerdem

  • Hof der ehemaligen VHS in der Wilhelmstraße in Bonn
  • Am Alten Friedhof in Bonn
  • Freizeitpark Rheinaue, unter anderem auf der Beuler Seite am Haribo-Schiff, auf der Bonner Seite nähe des Rugby Clubs
  • Bad Godesberger Kurpark
  • Entlang der Robert-Koch-Strasse
  • Grünzug Bonn Nord/Alfter
  • Rund um den Sportpark Endenich
  • Stadtgarten am Alten Zoll
  • Am Beuler Rheinufer, Höhe Blauer Affe
  • Nordfriedhof Auerberg
  • Wald auf der Hardthöhe hinter dem Malteser Krankenhaus
  • Stadtwald auf dem Venusberg hinter der Villa Kunderbunt
  • Kettlerplatz in Dransdorf
  • Die Kastanien an der Hofgartenwiese
  • An der Waldau
  • Waldenburger Ring (Ecke Schweidnitzer Weg)
  • Poppelsdorfer Allee
  • Bei den Rheinwiesen unterhalb von Posttower und Deutscher Welle
  • Kastanienallee am Annaberger Hof
  • Rolandstraße mit Wendelstadtallee und Gutenbergallee
  • Godesberger Zentrum, auf dem kleinen Platz zwischen Hubertinumshof und Milchgäßchen

Es handelt sich hierbei um eine Auflistung, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat oder objektiven Kriterien gefolgt wäre. Es handelt sich ebenfalls nicht um eine Rangfolge. Die Reihenfolge ist willkürlich. Fehlt ein Ort zum Sammeln? Schicken sie uns eine E-Mail an online@ga.de.

(ga)