Kurz mal weg Fünf Tipps für Ausflüge in der Region

Serie | Bonn / Region · Das Schokoladenmuseum in Köln ist ein echter Besuchermagnet, etwas rheinabwärts freut sich der Neanderthaler über einen neuen Turm, und in der traditionsreichen Kurstadt Bad Ems an der Lahn steht die Sauna direkt Fluss.

Das Schokoladenmuseum in Köln.

Das Schokoladenmuseum in Köln.

Foto: Christian Müller - stock.adobe.

Nachts im Schokoladenmuseum Köln: Führungen im Dunkeln sind der Hit

Der Kölner Süden nach Einbruch der Dunkelheit. Auf dem Rhein spiegeln sich die Umrisse der Severinsbrücke, im Rheinauhafen kehrt allmählich Ruhe ein. Mit einer kleinen Ausnahme: Vor dem ehemaligen Hauptzollamt mit dem modernen Glasanbau versammeln sich zwei Dutzend Menschen und begehren Einlass ins Gebäude, in dem heute das Schokoladenmuseum untergebracht ist. Die Naschkatzen haben einen ganz speziellen Rundgang gebucht, eine Führung im Dunkeln. Klingt kurios, ist aber enorm beliebt. „Die Besucher streifen durch die menschenleere und dunkle Ausstellung, das hat einen besonderen Reiz“, sagt Museumssprecher Klaus H. Schopen. Kultur als Event, das liegt im Trend. Zum Finale der Tour gibt es am legendären Schokoladenbrunnen eine Schokoladenverkostung in fast völliger Dunkelheit. Und hinter den hohen Glasscheiben am Bug des schiffsähnlichen Museumsbaus funkeln die Lichter der Domstadt. Nächster Termin: 3. Februar, 19.45 Uhr, 19 Euro. Auch sonst ist und bleibt das Kölner Schokoladenmuseum mit jährlich 600 000 Besuchern ein echter Publikumsmagnet. Seit der Eröffnung am 31. Oktober 1993 kamen nach Angaben der Museumsleitung rund 14 Millionen Menschen in den süßen Kulturtempel. Vermittelt werden Informationen zur Geschichte und Produktion von Schokolade. In einem Tropenhaus lassen sich Kakaobäume erkunden. Den 30. Geburtstag des Hauses will man nicht groß feiern. „Das haben wir zum 25. getan“, sagt Museumssprecher Schopen. Trotzdem gibt es mindestens eine feierliche Aktion in diesem Jahr: Zurzeit wird der Eingangsbereich umgestaltet, die Neueröffnung soll Ende März stattfinden.

Info: Tel. (0221) 931 88 80; schokoladenmuseum.de

Unbeschreiblich weiblich

Sie sind groß, bunt und „unbeschreiblich weiblich“: Mit spektakulären Frauenfiguren, den Nanas, gelang der französischen Künstlerin Niki de Saint Phalle (1930- 2002) bereits in den 60er Jahren der internationale Durchbruch. Ihre Nanas und andere Pop-Art-Plastiken zieren öffentliche Plätze in vielen Ländern – und sind immer wieder Thema von publikumswirksamen Werkschauen. So widmet die Schirn Kunsthalle Frankfurt der Künstlerin eine umfassende Ausstellung mit rund 100 Exponaten (3.2.-21.5.). Zu sehen sind neben Nanas auch sogenannte Schießbilder, bei deren Herstellung die Künstlerin ihre Objekte mit Farbe beschossen hat.

Info: Tel. (069) 299 88 20; www.schirn.de

Der Traum vom eigenen Sägewerk – im Maßstab 1:12

Der Pfälzerwald bringt es auf 158 900 Hektar. Überall Bäume, das prägt. Der Werkzeugmacher Herbert Burkhart (69) aus dem Ort Schindhard bei Dahn ist mit dem Kulturgut Holz aufgewachsen. Der Großvater war Sägewerker, der Vater auch. Sohn Herbert nicht, aber er hat sich eines gebaut. Er ging in Rente und suchte nach einer sinnvollen Beschäftigung. Und so baute Burkhart im Maßstab 1:12 ein historisches Sägewerk detailgetreu nach. Drei Jahre hat‘s gedauert. „Allein in der Dampfmaschine mit ihren Kurbeln, Walzen und Sägen habe ich 360 winzige Schrauben verbaut“, sagt er. Das Sägewerk steht in Burkharts Werkstatt. Man kann die filigrane Anlage von außen durch ein Schaufenster bestaunen oder einen Besichtigungstermin vereinbaren. Das Foto zeigt eine Blockbandsäge mit „Baumstamm“.

Info: Tel.(06391) 710; www.burkhart-modellbau.de

Herbert Burkharts Blockbandsäge.

Herbert Burkharts Blockbandsäge.

Foto: Modellbau Herbert Burkhart

„Mammutprobe“ beim Neanderthaler

Die Erlebniswelt Neandertal in Mettmann ist um eine Attraktion reicher. Unweit des Museums steht neuerdings ein auffälliges Bauwerk. Der Erlebnisturm Höhlenblick (Foto) markiert die Fundstelle des berühmten Vorfahren. Das neue Wahrzeichen ragt 22 Meter in die Höhe, auf dem 360 Meter langen Weg nach oben werden Besucher mit multimedialen Inspirationen versorgt. Gegenläufige Rampen sorgen für einen barrierefreien Aufstieg. Die Kuppel ist einer Schädeldecke nachempfunden. Etwas Adrenalin verspricht die „Mammutprobe“: In 20 Metern Höhe balancieren Wagemutige durch einen Klettertunnel.

Info: Tel.(02104) 97 970; www.neanderthal.de

Der Erlebnisturm Höhlenblick.

Der Erlebnisturm Höhlenblick.

Foto: Neanderthal Museum/(c) gentura.de

Montags gibt’s den Aufguss mit Kerzenlicht

Wenn’s draußen friert, sehnt sich der Körper nach einer wohltemperierten Umgebung. Der Besuch einer Therme wirkt Wunder. Zum Beispiel in Bad Ems. Das Staatsbad zählt als Mitglied der „Great Spas of Europe“ seit Juli 2021 zum Unesco-Welterbe. In dem Verbund sind elf traditionsreiche Kurstädte Europas zusammengeschlossen. In Bad Ems kurte vor allem im 19. Jahrhundert die Prominenz im mondänen Ambiente. Heutige Badegäste schätzen die moderne Thermenlandschaft. Besonders beliebt ist die Sauna, die direkt an der Lahn liegt. Montags ist „Candlelight-Night“, dann erstrahlt der Sauna-Bereich in stimmungsvollem Kerzenlicht, während die Saunameister ihre Aufgüsse mit Fächern und Klangschalenzeremonien inszenieren.

Info: Tel.(06441) 30 99 80; www.daslahntal.de

Der Kampf um die Kübel
Gastronomie in Bonn Der Kampf um die Kübel