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Kultur in Bonn: Theater, Kabarett, Konzert - Aktuelle Veranstaltungen

Kabarett, Varieté und Theater : Veranstaltungstipps für Bonn und die Region

Die Omas und Opas der „Rock‘n Rollator-Show“ schütteln ihr verbliebenes Haupthaar zu bekannten Rock-Klassikern in der Springmaus, eine Londoner Theatergruppe gastiert in der Brotfabrik und im Ballsaal bewegen sich die Schauspieler des Stücks „Ouroboros“ zwischen Traum und Realität. Bei den neuesten Veranstaltungstipps aus Bonn ist für jeden etwas dabei.

Rentner-Rock’n Roll in der Springmaus

Zugegeben, die Zeiten, da man noch zu Joe Cockers Version von „With a Little Help from My Friends das volle Haupthaar schüttelte oder sich wie einst Marianne Faithful in Redlands lediglich mit einem Flokatiteppich bedeckte, sind ein Weilchen her. Aber wild im Herzen ist diese Generation noch immer – oder wie die Rolling Stones es auszudrücken belieben „It’s Only Rock ’n’ Roll, But I Like It.“. Die Männer und Frauen in der von Michael Barfuß kreierten „Rock‘n Rollator-Show“ erzählen mit Songs von Rio Reiser bis Tom Waits und mit Texten von Simone de Beauvoir bis Max Frisch von Gebrechen und Gelüsten, Ängsten und Träumen ihres Alters. „Take A Walk On The Wild Side“ heißt das Motto Groove@Grufties, mit denen noch zu rechnen ist.

  • Info: Rock‘n Rollator-Show, Haus der Springmaus, Frongasse 8, 15. März,
  • 15.30 Uhr

Ivo Pügner auf den musikalischen Spuren von Reinhard Mey

Einfach kopieren will er Reinhard Mey nicht. Doch mit authentischen Konzerten begeistert Ivo Pügner desen Fans schon seit Jahren. Gitarre spielt er selbst, seit er 13 ist und Meys vielfältige und aussagekräftigen Chansons haben ihn schon früh fasziniert. Die Kombination aus Prügers humorvoller Art und seiner großen musikalischen Leidenschaft machen ihn zu einem der besten Interpreten auf den Spuren dieses Liedermachers. Nun kommt Prüger ins Drehwerk und singt dort auch das ein oder andere Lied zusammen mit seiner Frau Marion.

  • Info: Ivo Pügner, Drehwerk, Töpferstr. 17, Wachtberg, 11. März, 20 Uhr, Einlass: 18.30 Uhr

Ivo Prüger interpretiert die bekannten Lieder von Reinhard Mey am 11. März im Drehwerk Foto: Drehwerk/ivo

Londoner Ensemble erzählt die Geschichte einer gescheiterten Mutprobe in der Brotfabrik

Premiere feierte Dennis Kellys Stück „DNA“ 2007 im National Theatre in London – jetzt hat Ilona Pászthy das Stück mit jungen Darstellern des Fachbereichs Schauspiel an der Alanus Hochschule neu inszeniert. Zu sehen ist es im März sowohl in der Brotfabrik als auch auf Campus I am Johannishof in Alfter. Es ist eine Geschichte über Gangs, Tyrannei und Gewalt, jedoch gleichzeitig über Schuld und Verantwortung, Freundschaft und Loyalität. Alles beginnt mit einer Mutprobe, der sich Adam, der Neue, unterzieht und es endet in einem tragischen Unfall. Was nur ein kleiner Spaß sein sollte, muss nun von den anderen Jugendlichen strikt geheim gehalten werden. Um die Tat zu verbergen, entsteht ein Netz von Lügen. Die Jugendlichen kreieren einen fiktiven Täter, der tatsächlich von der Polizei gefunden wird. Aber wie kann das sein? Lisa Rademacher

  • Info: Dennis Kelly, „DNA“, Brotfabrik Bonn, Kreuzstr. 16, 13. März, 20 Uhr

Das Stück „DNA“ erzählt die Geschichte einer Mutprobe Foto: Axel Vogel

„Es musste sein - Fast eine Liebesgeschichte“ feiert Premiere

Diese Worte vermögen wohl kein Herz kalt zu lassen – selbst wenn Ludwig van Beethovens Musik noch nie zuvor daran gerührt haben sollte: „Mein Engel, mein alles, mein Ich. – nur einige Worte heute, und zwar mit Bleystift – (mit deinem) – erst bis morgen ist meine Wohnung sicher bestimt,“ Doch wer war die geheimnisvolle Adressatin? Warum fand sich der Brief in einem Geheimfach seines Schreibtischs? Hat er ihn nie abgeschickt; hat sie ihn zurückgegeben?

Das neue Musiktheaterstück „Es musste sein – Fast eine Liebesgeschichte“ von Solveig Palm, das am 12. März Premiere feiert, richtet den Blick nun auf jene „Unsterbliche Geliebte“, die die Musikliteratur ebenso beschäftigt wie alle, die dem Komponisten auch menschlich gern ein Stück näher kommen möchten. Es erleuchtet Musik und Leben aus Beethovens Innerem: aus authentisch überlieferten Briefen, Berichten und Lebenssituationen. Und natürlich aus der Musik. Vom Adagio bis zum con brio, von der Appassionata bis zur „Fernen Geliebten“.

Aber darf man ein so bedeutendes Künstlerleben wie das Beethovens auf die „große Liebe“ fokussieren? Man darf, meint das Netzwerk Ludwig van B., denn hier wie dort gehe es um die ganz großen Gefühle. Wobei das Stück sich verpflichtet, sehr nah an der historischen Wahrheit zu bleiben. bleibt. Regisseur ist Nikolaus Büchel, der von Mitwirkenden wie vom Publikum für seine musikalische Sensibilität und ironische Frische geschätzt wird. In der Besetzung begibt sich das Netzwerk auf Neuland: Neben den jungen Darstellern und Sängern aus eigenen Reihen spielt der 22jährige Pianist Nima Mirkhoshhal, Aimard-Schüler an der Musikhochschule Köln, Beethoven im doppelten Sinne.

  • Info: Es musste sein – Fast eine Liebesgeschichte“, Musikfrachter an der Oper, Brassertufer, 12. März, 20 Uhr
Das Netzwerk „Ludwig van B.“ fragt sich wem der berühmteste Künstler Bonns sein Herz schenkte Foto: Solveig Palm

Das Kaleidoskop (Kinopolis Doku-Tipp)

Europas hoher Norden: Sie haben den Sami-Nomaden Iisaki besucht und bei Lotti, der Huskyzüchterin, gewohnt. Sie waren zu Gast bei Sina der jungen Islandpferdetrainerin, trafen auf Elling, den „Fischkopf-Millionär“ des Nordens und staunten über Eric, der als erster Mensch mit seinem Geländefahrzeug zum Südpol fuhr. Von all demund mehr erzählen die Reisefotografen und Filmemacher Petra & Gerhard Zwerger-Schoner am 9. März beider nächsten Live-Reportage in der Reihe „Das Kaleidoskop“ am 09. März im Bonner Kinopolis.

  • Info: „Das Kaleidoskop“, Kinopolis, Moltkestraße 7-9, am 09. März, Beginn 20 Uhr
Die Live-Reportage im Kinopolis zeigt Europas Norden von oben Foto: Gerhard Zwerger-Schoner

Theaterstück „Ouroboros“ wandelt zwischen Traum und Wirklichkeit

Rhinozeros schlummert im Nebenbett. Und der Protagonist, ein Komponist – die Kamera auf ihn gerichtet – erzählt dabei von einem wirren Traum. Auf einer Reise in ein nicht definiertes Ausland wird er mit den eigenen Ängsten und Sorgen konfrontiert und schnell kommt die Frage auf: „Ist dies gerade noch Traum oder doch die Realität?“

Mirza Metin, der Autor dieses Monologs, lebt seit zwei Jahren im Rheinland und arbeitet unter anderem auch als Autor für das Fringe Ensemble. Sein neustes Stück ist ein Monolog, das mit den Assoziationen des altgriechischen Symbols Ouroboros spielt, einer sich in den eigenen Schwanz beißenden Schlange.

Das Kreissymbol verkörpert wiederkehrende natürliche Zyklen, Tod und Wiedergeburt; Autarkie und Selbstzerstörung. Es ist ein geschlossenes System, das sich selbst genügt und aus dem es kein Entkommen gibt. Der Protagonist lernt Menschen kennen, die ihm absurd ähneln und ihm zugleich zu verfolgen scheinen. Er sucht die Sicherheit bei Behörden und checkt in Hotels ein, die eigentlich gar nicht existieren. Unwissenheit und Ängste wirken wie Brandbeschleuniger und Spiegelungen in einer Geschichte, in der alle Sicherheiten schwinden und jene Auslöser nur noch zu potenzieren scheinen. Langsam vermischen sich die Ebenen des Unbewussten und Bewussten und führen zu einem Strudel von Ängsten, Handlungen und Meinungen. Rhinozeros ist längst Ali geworden und eine Verbindung zur Wirklichkeit ist hergestellt.Geschickt spielt Metin damit, wie sich die Ebenen des Unbewusste und des Bewussten sich beeinflussen und in einen Strudel von Ängsten, Handlungen und Meinungen führen.

  • Info: „Ouroboros, Theater im Ballsaal, Frongasse 9, Premiere 12. März, auch am 13. und 14. März sowie 2. und 3. April, je 20 Uhr
Frank Heuel ist Protagonist in „Ouroboros“ Foto: Claudia Grönemeyer

Caribou kommt mit neuem Album im Gepäck

Dr. Dan Snaith? „Das klingt in meinen Ohren irgendwie komisch“. Daniel Victor Snaith – knapp 42 Jahre alt, geboren in der kanadischen Provinz Ontario, doch seit vielen Jahren in London zu Hause – besitzt zwar einen Doktortitel in Mathematik, aber benutzt hat er den noch nie. „Es ist auch wirklich nicht so, dass ich mich zur Entspannung hinsetze und eine knifflige Problematik zu lösen versuche“, sagt ein sehr gesprächiger Snaith beim Interview im Büro seiner Berliner Plattenfirma. „Ohnehin habe ich abstrakte, pure Mathematik studiert, also etwas, das man im Gegensatz zum Beispiel zu Statistik im täglichen Leben nie wieder braucht.“

Und so stieg Snaith bereits vor vielen Jahren aus dem akademischen Elfenbeinturm hinab in die Clubs und Hallen der Welt, um die Menschen dort mit seiner geistreichen elektronischen Musik zu beglücken. Mit seinem Hauptprojekt Caribou hat er soeben ein neues Album veröffentlicht. „Suddenly“ heißt es, und ist das erste seit mehr als fünf Jahren. Das Besondere an den zwölf Songs und sozusagen Caribous Alleinstellungsmerkmal: Ja, man kann dazu trinken und tanzen und toben. Aber man kann sich ebenso gut einfach hin- und die Kopfhörer aufsetzen und zuhören, was Caribou hier in knapp zweijähriger, detailverliebter Arbeit im Kellerstudio seines Hauses zusammengebaut hat. „Einen übergeordneten Plan gab es nicht“, sagt Dan. „Aber ich wusste, was ich nicht wollte.“ Nämlich noch stromlinienförmigere Songs aufzunehmen wie jene seines 2014 erschienenen Albums „Our Love“, mit dem er, anschließend an das bereits erfolgreiche „Swim“ (2010), endgültig in der obersten Schublade der weltweit angesagtesten Dance-Pop-Electro-Acts gelandet war. „In meiner Selbstwahrnehmung bin ich immer noch eher ein Außenseiter, und sicher kein Festival-Headliner. Ich bewundere den Kollegen, aber ich bin kein David Guetta, und ich will auch keiner werden.“ Statt die Stücke weiter zu verwässern, hat Snaith sie nun also verdichtet.

Überhaupt ist „Suddenly“ ist eine sehr familiäre, persönliche Platte. Während im Garten – nur zwanzig Bahnminuten vom Zentrum Londons entfernt – Snaiths Töchter (drei und und acht Jahre alt) auf dem Trampolin toben, verbrachte er die Tage mit kompositorischer Heimarbeit. „Meine älteste Tochter stürmt nach der Schule meist sofort runter, um zu hören, was ich mache. Die Kleine sitzt am liebsten in meinem Regiestuhl.“

Während Caribou fast drei Jahre lang nicht tourte, kam es zu privaten Umwälzungen, die auch „Suddenly“ geprägt haben. Eine Scheidung sowie eine „besorgniserregende Gesundheitskrise“ in der Familie wollten verarbeitet werden. Am nächsten ran lässt Caribou die Hörer auf „You And I“. „Der Bruder meiner Frau ist gestoben, und das ist ein Lied über Eltern geworden, die ihr Kind verlieren und damit zurechtkommen müssen. Meine Schwiegereltern sind 80 Jahre alt, und nun ist es auch Aufgabe von meiner Frau und mir, die beiden zu unterstützen. Die Rolle des Kümmerers ist für mich neu, aber ich habe festgestellt, dass ich ein Mensch mit einer beruhigenden Begabung bin. Jemand, an den andere sich anlehnen und auf den sie sich verlassen können.“

  • Info: Das Album „Suddenly“ ist gerade erschienen, Caribou live: 28. April, Köln, E-Werk
Caribou kommt mit neuer Elektro-Musik im Schlepptau nach Bonn Foto: dpa/Thomas Neukum

Hochkarätige Autoren bei der Lit.Cologne und bei Lit-Cologne.Kids für die kleinen Bücherwürmer

In Köln gibt es mehr Kneipen als Eisdielen, doch die Idee zu einer der erfolgreichsten Veranstaltungsreihen der Domstadt wurde tatsächlich in einem Eissalon geboren. Die Bücherfreunde Werner Köhler und Rainer Osnowski hatten im Jahr 2000 die Eingebung, ein Literaturfestival auf die Beine zu stellen. Ein Name war schnell gefunden, und ein Publikum ebenfalls. Zu den 65 Veranstaltungen der ersten Lit.Cologne im März 2001 kamen 30 000 Besucher. Und es wurden immer mehr – Besucher und Termine. Die 20. Ausgabe (10.-21.3.) wartet mit mehr als 200 Veranstaltungen an verschiedenen Schauplätzen auf. Zum Konzept zählt auch die Lit.Kid.Cologne für kleine Bücherwürmer.

Man sollte sich rechtzeitig mit dem Thema befassen, denn viele Termine sind schnell ausverkauft. Zur Jubiläumsausgabe kommen die polnische Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk, die amerikanischen Pulitzer-Preisträgerin Elizabeth Strout und die Kultautorin Donna Leon. Weitere Gäste sind: Joachim Meyerhoff, Mario Vargas Llosa, Nick Hornby, Herta Müller, Richard David Precht, Peter Wohlleben, Matthias Brandt, Sebastian Fitzek, Joschka Fischer, Sibylle Berg und Martin Suter.

Die perfekte Kandidatin (Kinotipp)

Die Zufahrt zur Notaufnahme ist unpassierbar. Deshalb will sich Krankenhausärztin Maryam für eine Baumaßnahme einsetzen. Dafür kandidiert sie für den Vorsitz im Gemeinderat. Ihre Schwestern unterstützen sie eifrig, der Vater bleibt unentschlossen und die Männer generell lehnen Maryams Vorhaben rundweg ab. Die Emanzipation in Saudi-Arabien treibt sanfte Blüten in dieser milde giftigen Satire auf Mannes- und Standesdünkel im Königreich. Der neue Film der ersten saudischen Filmemacherin richtet sich primär an europäisches Publikum, das aber sehr unterhaltsam und mit viel Herz in der Botschaft.(mie)

Start: Ab Donnerstag, 12. März, in den Kinos

Die perfekte Kandidatin ist der GA-Kinotipp in dieser Woche Foto: Verleih

Wilde Jahre mit der Wiener Band Wanda im Palladium

Sehr wahrscheinlich könnte man mit Marco Michael Wanda, der vor 32 Jahren als Michael Marco Fitzthum in Wien zur Welt kam, auch eine halbe Stunde ausschließlich über das Rauchen sprechen. Wanda qualmt wirklich mit Inbrunst. Er hockt mit Gitarrist Manuel Christoph Poppe in einer Kneipe in Berlin-Kreuzberg. „In Wien erreicht uns das Rauchverbot jetzt auch“, sagt Wanda mit großer Lakonie. Die beiden Musiker, die mit ihrer 2012 in Wien gegründeten Band und den  Alben „Amore“, „Bussi“ und „Niente“ so ziemlich das beste waren, was dem hiesigen Rock’n’Roll in den letzten Jahren passiert ist, sind hier, um über ihr neues Album „Ciao!“ zu berichten.

Es ist ihr bisher wohl abwechslungsreichstes geworden. Nach der Durchschnaufplatte „Niente“ widmet sich das Quintett nun wieder ganz dem Rock’n’Roll, und das gelingt ihnen so beseelt und selbstverständlich wie derzeit wohl kaum einer anderen Band im deutschsprachigen Raum. Wer dabei stets mitschwingt in einem Wanda-Stück: John, Paul, George und Ringo. „Ohne die Beatles gäbe es uns nicht“, sagt Marco Wanda. „Die Beatles sind die beste Band aller Zeiten. Ich höre sie seit meiner Kindheit, oft mit Kopfhörern.“

Im Song „Der Erste der aufwacht“ singt Marco Wanda, es sei „spannend, dass diese Welt noch steht“. Ein bemerkenswerter Satz von einer Rockband, die bislang nicht durch politische Inhalte hervorgetreten war. Wie Wanda das meint? Versöhnlich. „Uns wird permanent eingeredet, dass der Graben zwischen links und rechts so groß geworden ist. Ich sehe das nicht. Ich stehe vor tausenden von Menschen, die sich in den Armen liegen, lachen und weinen.“ Das Gerede von Auseinanderdriften der Welt sei ein Schmarrn. „Nur: Wenn man das allen zu lange einredet, kann es eine selbsterfüllende Prophezeiung werden.“

Wanda-Konzerte seien große, fast hippiemäßige Umarmungsorgien. „Wir fragen die Menschen nicht nach ihrem Parteibuch. Zu uns darf jeder kommen und ich glaube schon, dass sich Menschen mit unterschiedlichen Denk- und Lebensweisen bei uns einfinden. Das ist auch gut so.“

Poppe kommt auch mal zu Wort. Er berichtet, dass man das neue Album in einem kleinen Ort an der österreichisch-tschechischen Grenze aufgenommen habe. In den Pausen habe man mit den Jungs aus dem Dorf Fußball gespielt. Wanda schwärmt von Lionel Messi und dem FC Bayern München. Wusste man gar nicht, dass diese Burschen, die sich bei Bandgründung quasi gegenseitig aus dem Wiener Kneipensumpf gezogen haben, so sportlich sind. Doch tatsächlich. „Wir leben mittlerweile gesünder“, sagt Wanda.

Der Sänger glaubt, dass die relative Ruhe nach den rasanten Anfangsjahren der Band sehr gutgetan habe. „Es war wichtig, dass wir mit ‚Niente‘ etwas Tempo rausnahmen. Hätten wir in der Geschwindigkeit wie am Anfang weiter getourt, wäre irgendwann einer von uns tot umgefallen.“ Diese Sorge hatte man 2015, 2016, als Wanda mit „Amore“ und „Bussi“ einen echten Orkan im musikalisch angestaubten Österreich entfachte, noch nicht. „Das waren wilde Jahre. Alles ging so schnell. Am Anfang kamen zehn Leute, dann 100, dann 10 000. Was wir in den vergangenen fünf Jahren erlebt haben, war wirklich unglaublich und schlicht der Wahnsinn.“

„Ciao!“ ist erneut ein italienischer Titel, und auch ein mehrdeutiger. Das Wörtchen kann „Hallo“ heißen, aber auch „Tschüss“. Und auf dem Cover winkt die Truppe fröhlich von einem Schiff. Dass man sich in Bälde aus dem Staub macht, steht eher nicht zu befürchten. Marco Michael Wanda: „Wir gehen nicht weg. Ich würde gern so lange wie es geht Rock’n’Roll mit dieser Band machen. Ich habe das starke Bedürfnis, die Musik mit den Menschen zu teilen und jeden Abend eins zu werden mit tausenden von Körpern und Seelen.“ (Steffen Rüth)

Am 13. März gibt es eine Kostprobe der Wilden Jahre mit der Wiener Band Wanda im Palladium. Foto: picture alliance/dpa/Fabian Nitschmann

4-tägige Reise im „Musikfrachter“ von Bonn nach Wien