Kurz mal weg Bahama Nights und Spargelfrühling: Fünf Tipps für Ausflüge

Serie | Bonn / Region · Wassersport und Werksverkauf sind beliebte Themen in Nassau, im Münsterland verbindet ein Radweg die besten Spargel-Höfe, und in Bad Marienberg kann man nach einer Kletterrunde den Wildpark der Stadt besuchen.

 Die Lahn in Nassau.

Die Lahn in Nassau.

Foto: EKH-Pictures - stock.adobe.com

Nassau: Bahama Nights, viele Boote und ein Outlet mitten in der Stadt

„Hier kunt u urenlang ongestoord wandelen!“ Keine Frage, im Tal der Lahn kann man stundenlang ungestört wandern – und Niederländer sind auch herzlich willkommen, wie die zweisprachige Begrüßung auf der Webseite des Tourismusverbandes Bad Ems-Nassau belegt. Das hat einen besonderen Grund: Die Burg Nassau in Nassau an der Lahn ist die Stammburg des niederländischen Königshauses Oranien-Nassau. Die Einwohner sind mächtig stolz auf die historischen Beziehungen, denen man sogar einen Radweg gewidmet hat.

Die Oranier-Route führt in drei Etappen von Nassau nach Dillenburg, wo am 24. April 1533 der einflussreiche Fürst Wilhelm I. von Oranien zur Welt kam. Und weil die Holländer viel zur See gefahren sind, hat sich der Name Nassau weit verbreitet. Nassau ist sozusagen überall, mit der gleichnamigen Hauptstadt der Bahamas pflegen die Hessen eine lockere Städtepartnerschaft und feiern seit 15 Jahren im Sommer „Bahama Nights“ unten am Fluss, wo immer viele Boote liegen. Wandern und Radfahren sind zwar touristische Top-Themen im Tal, doch die Lahn gilt landesweit als beliebtester Fluss für Kanuwanderungen. Moderate Fließgeschwindigkeit, viele Campingplätze und Bootsverleiher: Die Logistik passt. Es gibt noch weitere Kicks: Der Haushaltsgeräte-Hersteller Leifheit hat seinen Sitz in Nassau – mit Werksverkauf mitten in der City. Das erklärt die vielen Passanten mit Wäschespinne auf der Schulter.

Info: Tel. (02603) 94 150; www.badems-nassau.info Tel. (02604) 94 15 41; www.leifheit.de

Naherholung am schönen Schloss

Das Gebäude war ziemlich heruntergekommen, das Gelände ein Sumpf. Dann, in den 20er Jahren, erwarb die Stadt Gladbeck das Schloss Wittringen im Wittringer Wald und baute die komplette Anlage zum Naherholungsgebiet aus. Das familienfreundliche Konzept geht bis heute auf. Man fährt Boot auf dem Schlossteich, spielt Tennis oder Minigolf, trifft sich zum Picknick auf der großen Wiese, Kinder machen den Abenteuerspielplatz unsicher. Das restaurierte Schloss mit Wurzeln bis ins 13. Jahrhundert (Foto) steht unter Denkmalschutz, es beherbergt das Stadtmuseum, ein Restaurant und eine Außenstelle des Standesamtes.

Info: Tel. (02043) 22 323; wasserschloss-wittringen.de

 Das Wasserschloss Witringen bei Gladbeck.

Das Wasserschloss Witringen bei Gladbeck.

Foto: Sina Ettmer - stock.adobe.com

Immer dem Spargel nach

Das Münsterland kann auch Spargel. Das geliebte Gemüse wächst vorzugsweise auf den leicht sandigen Böden östlich von Münster. Der Tourismusverband bietet zum Thema „Weißes Gold“ eine viertägige Radtour an. An der 129 Kilometer langen Strecke liegen zahlreiche Spargelfelder, Hofläden und Restaurants. Der flache Rundkurs startet in der Pferde-Metropole Warendorf. Auf dem Weg nach Lengerich erleben die Radler den „Füchtorfer Spargelfrühling“ im gleichnamigen Ort. Weitere Stationen sind Ladbergen und Münster. Auf dem Emsradweg geht es zurück nach Warendorf.

Leistungen: 4 Tage, 3 Ü/F für 349 Euro pro Person.

Zeitraum: Spargelsaison von Mitte April bis zum Johannistag am 24. Juni.

Info: Tel. (02571) 94 93 92; www.muensterland.com

Pflücken erlaubt: Eine Stadt wird zum Gemüsegarten

Die Stadt Andernach am Rhein verwandelt sich seit 2010 jedes Jahr in einen großen Gemüsegarten. Denn: Auf öffentlichen Grünanlagen werden Obst und Gemüse angebaut, alle Bürger dürfen/sollen mitmachen und davon profitieren. „Essbare Stadt“ heißt das mehrfach ausgezeichnete Projekt. „Der Anbau von Nutzpflanzen auf öffentlichen Flächen holt die Natur in die Stadt zurück und schafft neue Zugänge zu einer bewussten, gesunden Ernährung“, heißt es bei der Stadtverwaltung. Tomaten, Kohl, Zwiebel, Kräuter: Jedes Jahr hat ein eigenes Motto, 2024 stehen Hülsenfrüchte im Mittelpunkt. Gut zu wissen: Pflücken und Naschen sind ausdrücklich erlaubt. Nächste öffentliche Führung zum Thema: 19. Mai, 15 Uhr.

Info: Tel. (02632) 98 79 480; www.andernach-tourismus.de

Bad Marienberg: Erst Kletterwald, dann Wildpark

Anfänger wählen das „Kletterhörnchen“, absolute Könner die „Eiger Nordwand“. Der Parcoursplan im Kletterwald der Westerwald-Stadt Bad Marienberg lässt keine Missverständnisse aufkommen. Aber auch keine Langeweile. Die zwölf Parcours mitten im Wald bringen es auf mehr als 120 Kletterelemente. Dabei wurde auch an bewegungsfreudige Familien gedacht: Mit einem „Smart Belay Sicherheitssystem“ ausgestattet dürfen Kinder ab sechs Jahren in Begleitung eines Erwachsenen klettern. Der Kletterausflug lässt sich prima mit einem Besuch im nahen Wildpark verbinden. Dort kann man Wisente, Lamas und Waschbären beobachten. Der Wildpark ist jederzeit zugänglich, der Eintritt frei.

Info: Tel. (02661) 70 31; www.badmarienberg.de

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