1. Freizeit
  2. Region erleben

Mittelrhein, Saarland, Eifel, Ruhrgebiet, Mosel: Tipps für Ausflüge aus Bonn

Kurz mal weg : Die Pracht am Rhein, nette Nager in der Eifel und ein Selfie mit Engel

Die Marksburg lockt viele internationale Gäste an den Mittelrhein, in der Eifel begeben sich Besucher auf die Spuren des Bibers und an der Mosel führt ein Wanderweg durch steile Hänge.

Ein Besuch auf der Marksburg: Die Luft ist rein, der Blick reicht weit

Und, wie ist die Luft da oben? „Klar und rein“, sagt Stefan Hirtz amüsiert. „Und man hat einen tollen Blick ins Rheintal“. Stefan Hirtz hört solche Fragen oft, denn er lebt auf der Marksburg bei Braubach am Rhein. Deshalb hat der gebürtige Duisburger stets einen schweren Burgschlüssel am Mann. Mit dem Utensil öffnet er das Fuchstor, um zum Romanischen Palas zu gelangen, wo er mit seiner Familie wohnt. Hirtz (55) ist seit April 2021 Geschäftsführer der Marksburg und der Deutschen Burgenvereinigung mit Sitz auf der Burg.

Und die Geschäfte laufen nicht schlecht. Der Schnitt liegt bei 185 000 Besuchern pro Jahr, knapp die Hälfte kommt aus dem Ausland. Das große Interesse hat Gründe: Die prächtige Anlage aus dem 12. Jahrhundert wurde nie zerstört, bei einem geführten Rundgang erhalten Besucher eine einigermaßen realitätsnahe Vorstellung vom Alltag im Mittelalter.

Zugbrücktor, Schartentor, Burgküche oder Rittersaal: An jeder Station haben eloquente Burgführer die passenden Fakten oder Anekdoten parat. „Unsere Guides bekommen viel Lob ab“, erzählt Hirtz. „Die Amerikaner klatschen besonders gern.“ Die Bustour zur Burg gehört zum Landprogramm vieler Flusskreuzfahrten. Eine Wanderempfehlung ist der Burgenweg mit anschließendem Aufstieg zur Burg.

In der Marksburg-Schänke warten Speis und Trank. Veranstaltungstipp: Der Ort Braubach feiert am kommenden Wochenende (30.9.-3.10.) sein Winzerfest.

Info: Tel. (02627) 206; www.deutsch-burgen.org; Tel. (02627) 97 12 40; www.marksburg-schaenke.de

Idealer Lebensraum: Auf den Spuren des Bibers an der Rur

Der Biber war lange Zeit aus der Rureifel verschwunden, 1981 hat man drei Paare ausgesetzt. Deren Nachkommen schätzen die Rur und ihre Zuflüsse als Lebensraum, was sich auch an den typischen Spuren ablesen lässt: Die Nager stauen Bäche auf und errichten stabile Burgen. Die Biologische Station Düren organisiert Touren. Titel: „Der Lebensraum des Bibers“. Im Angebot sind Tages- oder Abendbeobachtungen. Beide Optionen lassen sich auch individuell für Gruppen buchen. Ein Treffen mit Biber wird nicht garantiert, aber „wir bekommen oft welche zu Gesicht“, sagt René Wißgott von Rureifel-Tourismus. Weil die Biber wandern, starten die Touren in Heimbach, Nideggen oder Hürtgenwald.

Info: Tel. (02446) 80 57 90; www.rureifel-tourismus.de

Mittelrhein, Saarland, Eifel, Ruhrgebiet, Mosel: Tipps für Ausflüge aus Bonn
Foto: picture alliance / dpa/Felix Heyder

Fantôme du château

„Die kostenlose Führung mit dem Schlossgespenst am 25. September (11 Uhr) wird krankheitsbedingt abgesagt“, heißt es in einer Pressemeldung des Regionalverbandes Saarbrücken. Im Saarbrücker Schloss geht man davon aus, dass der gute Geist des Hauses am Folgesonntag wieder fit ist. Zitat: „Die nächste Führung findet am Sonntag, den 2. Oktober, um 11 Uhr statt.“ Außerdem huscht das Gespenst bereits am Vortag (1.10., 16 Uhr) in französischer Sprache durchs Gemäuer der grenznahen Stadt, als Fantôme du château gewissermaßen.

Info:Tel. (0681) 506 6006; www.regionalverband-saarbruecken.de

Essen Light Festival: Es werde (weniger) Licht!

Die Vorfreude ist groß in Essen. Die Stadt richtet zum siebten Mal das beliebte Essen Light Festival aus. Termin: 30. September bis 9. Oktober. Der Plan: Auf einer 1,8 Kilometer langen Route durch die Innenstadt präsentieren 25 Künstler innovative Lichtkunstwerke. Am Dom etwa leuchten „Angels of Freedom“ – als Einladung für ein Selfie mit Engel.

An der Freiheit (Südviertel) strebt der Niederländer Gertjan Adema auf einer riesigen Murmelbahn das „perfekte Zusammenspiel von Form, Bewegung, Licht und Klang“ an. Das Festival 2022 fährt „auf Sparflamme“. Die Veranstalter wollen durch die ausschließliche Verwendung von LED 70 Prozent Strom einsparen. Das Foto zeigt eine Bildkomposition, die der Düsseldorfer Künstler Hannes Neumann beim Festival 2021 an den Essener Dom projiziert hat. Titel: „Dom-O-Poly“.

Info: Tel.(0201) 8872 333; www.visitessen.de

 Das Essen Light Festival am Essener Dom.
Das Essen Light Festival am Essener Dom. Foto: Mike Henning/MIKE HENNING

Ein Wanderweg durch den alten Weinberg

Die Hänge an der Mosel sind steil, zu den „gefühlt senkrechten“ Lagen gehört der Valwiger Herrenberg. Die Herausforderung lässt sich gemeinsam besser stemmen, dachte sich ein Winzerteam aus Bruttig, Ernst und Valwig – und gründete in Anlehnung an die Ortsnamen das Projekt „Breva“. Die Hanglage wird jetzt ortsübergreifend bewirtschaftet, aus sorgfältig ausgewählten Trauben entsteht ein Premiumwein. Und: Der alte Winzerpfad wurde als „Breva“-Weg ausgeflaggt. (Foto). Länge: 3,1 km. Höhenmeter: 182 Meter. Eine recht anspruchsvolle Tour quer durch die Kulturlandschaft. Wichtig: Trittsicherheit, Kondition, festes Schuhwerk.

Info: Tel.(0176) 245 066 67; www.brevaweinundweg.de