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Campingplätze in NRW: Infos und Regeln zum Campen in der Corona-Krise

Zelten in Corona-Zeiten : Was für Gäste jetzt auf Campingplätzen in NRW gilt

Das Zelt aufschlagen, das Wohnmobil parken und den Campingkocher anschalten: Seit dem 11. Mai dürfen Menschen in Nordrhein-Westfalen wieder Campingplätze benutzen. Eine Übersicht, was nun zu beachten ist.

Über das lange Himmelfahrts-Wochenende konnten sich Campingplatzbetreiber in Nordrhein-Westfalen vor Anfragen kaum retten. Viele Menschen verbringen ihre freien Tage oder den Kurzurlaub in Corona-Zeiten nun auf Campingplätzen statt im Ausland - seit dem 11. Mai haben diese in NRW wieder geöffnet.

Und es läuft weiterhin gut: „Die Nachfrage ist extrem hoch“, teilte der Landesverband der Campingwirtschaft (BVCD-NRW) auf GA-Anfrage mit. Worauf auf den Plätzen zu achten ist, hat das Land Nordrhein-Westfalen in den sogenannten „Hygiene- und Infektionsschutzstandards“ in der Corona-Schutzverordnung festgehalten.

Die Betreiber der insgesamt 325 Campingplätze in NRW sind individuell dafür verantwortlich, diese Regelungen umzusetzen. Grav-Insel, der laut eigenen Angaben größte Campingplatz in Deutschland bei Wesel, lässt seinen Touristikbereich zum Beispiel voraussichtlich bis zum 15. Juni geschlossen. „Bis dahin können wir weder Kurzzeitstellplätze anbieten, noch Tages- / Übernachtungsgäste oder Besucher annehmen“, heißt es auf der Internetseite.

Generelles: Masken tragen und Abstand halten

Generell gilt: „In NRW kann man relativ konfliktfrei zelten“, sagt Leo Ingenlath, der Verbandsvorsitzende des BVCD-NRW. Trotzdem sollten Gäste im Voraus einen Standplatz reservieren, um noch eine Parzelle zu ergattern.

In geschlossenen Räumen müssen Menschen - soweit der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann - eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. An Stell- und Campingplätzen soll zudem durch eine „deutliche Abtrennung“ der nötige Mindestabstand eingehalten werden. Auf einigen Campingplätzen müssen Gäste deshalb damit rechnen, dass weniger Parzellen vermietet werden. Immerhin: In NRW dürfen Camper sowohl im Wohnmobil als auch in Zelten übernachten. In anderen Bundesländern sind auf kleineren Plätzen zum Beispiel nur Wohnmobile oder -wagen zugelassen. Mitarbeiter sollen eine Maske tragen, wenn sie mit Gästen in Kontakt stehen und keinen Abstand einhalten können.

Sanitäranlagen

In gemeinsam genutzten Sanitäranlagen gilt laut Schutzverordnung: Händedesinfektionsmittel, Flüssigseife und Einmalhandtücher müssen zur Verfügung stehen. Außerdem müssen die Räume regelmäßig und in kurzen Abschnitten sauber gehalten und ausreichend gelüftet werden. Der Mindestabstand untereinander gelte natürlich auch hier, sagt Leo Ingenlath. Ähnlich sehe die Situation bei Sanitäranlagen wie Waschtischen aus, die nebeneinander angeordnet sind und nicht durch Einzelkabinen abgetrennt sind. Hier könnten Betreiber entweder eine Trennwand - zum Beispiel eine Plexiglasscheibe wie in Supermärkten - anbringen, um den Abstand zu gewähren. Sonst müssten einzelne Waschtische abgesperrt werden.

Jeder Landkreis entscheidet laut Angaben der Versicherung Arag für sich, ob Toiletten oder Duschräume geschlossen bleiben. Wo sie geöffnet sind, raten Arag-Experten zu etwas Geduld, weil es zu Wartezeiten vor den Sanitäreinrichtungen kommen könne.

Sport, Freizeit und Gemeinschaftseinrichtungen

In vielen Bundesländern bleiben Schwimmbäder bis auf Weiteres zu. Wellness- und Spaßbäder sind so auch in nordrhein-westfälischen Ferienanlagen geschlossen. Hallenschwimmbecken dürfen nur zum Bahnenschwimmen und zur Wassergymnastik mit zwei Meter Mindestabstand genutzt werden. Auf Freizeitgeräte wie Billardtische oder Dartscheiben müssen Camper erst mal verzichten. Zeitschriftenauslagen sind nur unter „strengem Hygieneschutz zulässig“, heißt es in der Schutzverordnung.

Gastronomie

Für die Gastronomie auf dem Campingplatz gelten die gleichen Bestimmungen wie außerhalb des Platzes. Ansonsten ist etwa die Selbstbedienung an offenen Getränkespendern verboten.

Platzverweis

Der Bundesverband der Campingwirtschaft (BVCD) hat seinen Mitgliedern empfohlen, sämtliche Hygiene- und Verhaltensregeln in die Platzordnung und Allgemeinen Geschäftsbedingungen verbindlich aufzunehmen. Bei entsprechenden Verstößen müssen Camper also damit rechnen, im schlimmsten Fall einen Rauswurf zu kassieren und vom Platz zu fliegen.