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Seychellen, Mauritius, Madagaskar: Trauminseln im Indischen Ozean

Seychellen, Mauritius, Madagaskar : Trauminseln im Indischen Ozean

Wenn man an Trauminseln im Indischen Ozean denkt, ist man - mal abgesehen von den Malediven - schnell bei den Seychellen. Aber auch Mauritius, Madagaskar oder La Réunion haben verschiedene Facetten zu bieten.

Sonne, blaues Wasser und Traumstände. Der Indische Ozean hat davon jede Menge zu bieten. Und wenn man mal von den Malediven absieht, erfüllen insbesondere die Seychellen die Vorstellungen der Reisenden. Zumindest dürften viele mit dem Inselstaat vor der Küste Afrikas das Bild der berühmten Granitfelsen, von tiefblauem, kristallklarem Wasser, feinem Sandstrand und viel Sonnenschein verbinden. Nicht umsonst gehören die Strände der Seychellen zu den schönsten der Welt.

Bereits auf der größten Insel Mahé, wo die meisten Urlauber mit dem Flugzeug ankommen, befindet sich der bekannteste und zugleich auch touristischste Strand, die Bucht von Beau Vallon im Nordwesten der Insel. Aber auch sonst finden sich viele kleine Strände, an denen sich entspannen lässt. Nach einem Rundgang durch die im Stadtkern an eine britische Kolonialstadt des beginnenden 20. Jahrhunderts erinnernde Hauptstadt Victoria lohnt ein Abstecher in den Botanischen Garten.

Dort findet man unter anderem die Coco dem Mer, die Seychellenpalme, die nicht nur wegen ihrer Seltenheit, ihrer Größe und ihres stattlichen Preises einzigartig ist. Bemerkenswert ist vor allem ihr Aussehen: Die weibliche Frucht sieht aus wie das weibliche Geschlechtsorgan, der männliche Baum präsentiert sich mit einem extrem phallischen Blütenstand. Die Coco de Mer ist ausgesprochen sexy, sie gilt zu Recht als die erotischste Frucht der Welt.

Die Pflanze wächst nur auf den Seychellen. Bis zu 20 Kilogramm schwer kann eine einzelne Meeresnuss werden, bis zu 20 Jahre braucht sie, bis sie ausgewachsen ist und befruchtet werden kann – mit den größten Samen im gesamten Pflanzenreich. Bis die Samen im Erdreich zu keimen beginnen, vergehen Monate, und es dauert ein Jahr, bis sich das erste Blatt zeigt. Jedes neue Blatt braucht wiederum ein Jahr. Wie genau die Befruchtung funktioniert, hat die Wissenschaft noch nicht herausgefunden.

Natürlich möchten viele Besucher eine Coco de Mer mit nach Hause nehmen. Doch nicht nur aufgrund ihrer Größe und Gewichts ist das schwierig. Es braucht auch eine amtliche Ausfuhrgenehmigung samt stattlicher Ausfuhrgebühr von rund 200 Euro.

Von Mahé aus lohnt sich ein Abstecher der nahen Inseln Praslin und La Digue. Praslin ist fast komplett von tropischem Urwald bedeckt und lockt mit wunderschönen Stränden, die auch mehrtägige Aufenthalte rechtfertigen. Außerdem erreicht man von dort aus auch leicht Curieuse Island, zwei Kilometer nördlich von Praslin gelegen. Einst war auf der nur zwei Quadratkilometer großen Insel eine Leprastation untergebracht. Heute gehört die Insel zum Marine National Park und darf nicht bebaut werden. Auf ihr leben zahlreiche Aldabra Riesenschildkröten, die sich gerne auch mit Blättern von den Besuchern füttern lassen.

Von Praslin erreicht man zum Beispiel mit der Fähre leicht die Nachbarinsel La Digue, wo es kaum Autos, dafür aber Ochsenkarren, viele Fahrräder und traumhafte Strände wie den berühmten Anse Source d’Argent gibt. Die Insel ist zudem fast vollständig von einem Korallenriff umgeben.

Vielleicht nicht ganz so populär wie die Seychellen, aber auch mit unterschiedlichen Vorzügen präsentieren sich Mauritius, Madagaskar und La Réunion.

Mauritius war ursprünglich unbewohnt. Dann wurde die Insel im Indischen Ozean erst holländische, dann französische, später englische Kolonie - und schließlich unabhängig. Die stabile politische Lage auf der Insel nach der Unabhängigkeit zog in hohem Maße ausländische Investoren an, was Mauritius eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen Afrikas einbrachte. Das Land ist damit eines der wirtschaftlich liberalsten in Afrika.

Natürlich überzeugen auch auf Mauritius die traumhaften Sandstrände mit einer Gesamtlänge von 160 Kilometern, darunter der Abschnitt auf der Île aux Cerfs, die nur per Boot zu erreichen ist. Mauritius eignet sich aber auch perfekt für abwechslungsreiche Tagesausflüge, zum Beispiel in die Hauptstadt Port Louis, wo man verschiedene Märkte besuchen kann. Auf dem Gewürzmarkt kann sich zum Beispiel der Kauf von Vanille, Safran und Kräutern lohnen. Aber auch sonst findet man hier von Obst und Gemüse über Kunsthandwerk und Textilien alles, was das Herz begehrt. Und auch sonst lässt sich in Port Louis wunderbar shoppen. Daneben eignet sich Mauritius zudem perfekt zum Wandern, zum Beispiel am Tamarin Wasserfall, am Berg Le Morne Brabant oder am Vulkan Trou aux Cerfs. Ein besonderes Erlebnis ist das Schwimmen mit den Delfinen im offenen Meer, die dort regelmäßig in freier Wildbahn früh am Morgen in großen Gruppen anzutreffen sind.

Nur 200 Kilometer entfernt liegt La Réunion, die Insel punktet zuerst einmal damit, dass sie politisch ein Übersee-Département sowie eine Region Frankreichs bildet und damit zur Europäischen Union gehört. Wichtigster Wirtschaftszweig ist noch immer die Landwirtschaft, vor allem die Produktion von Rohrzucker und Rum, daneben verschiedener Früchte, beispielsweise Bananen, Ananas, Litschis und Vanille. Allerdings ist La Réunion wirtschaftlich stark vom Mutterland Frankreich und von der EU abhängig.

Der Tourismus entwickelt sich langsam, steht aber weiter im Schatten von Mauritius, das über mehr Badestrände verfügt und wegen der weiter verbreiteten englischen Sprache von nicht-französischen Touristen bevorzugt wird. Nichtsdestotrotz ist auch La Réunion sehr vielfältig: mit schönen Naturlandschaften, grünen Berghängen, Städten und Dörfern, etlichen Wanderwegen, Schluchten und Wasserfällen sowie einem aktiven Vulkan - ein Paradies für Wanderfans und Naturliebhaber.

Und da ist dann schließlich noch Madagaskar. Der flächenmäßig zweitgrößte Inselstaat der Welt ist ein Entwicklungsland und eines der ärmsten Länder der Welt. Tourismus gibt es in Madagaskar nur wenig, frühere politische Unruhen, die schlechte Infrastruktur und die Gefahr von Überfällen schrecken viele Touristen ab. Doch mit Umsicht, Toleranz und ein wenig Französisch lässt sich problemlos reisen und die Artenvielfalt und malerischen Landschaften abseits des Massentourismus erleben. Das Auswärtige Amt rät aber, nach Sonnenuntergang in den Städten unbedingt ein Taxi mit vier Rädern zu nehmen. Fahrrad-Taxis sind langsam und offen, die motorisierten Tuk Tuk-Taxis haben keine Türen. Sein Minibus-Ticket kauft man am besten im Voraus.

Doch nicht nur die Hauptinsel hat einiges zu bieten. Eine kleine, für viele noch unbekannt Perle, ist die Pirateninsel Île Sainte-Marie. Sie bot jahrelang den Piraten Unterschlupf, und ein Besuch auf dem Piratenfriedhof ist ein Muss. Aber auch eine Kanutour in den Mangroven mit Blick auf gesunkene Piratenboote am Grund bieten sich an. Weiteres Highlight sind aber sicher die vielen einsamen kleinen Buchten mit feinen Sandstränden, die zum Baden und Tauchen einladen. Zum Tauchen besonders geeignet ist die Lagune von Sainte Marie, da sie durch ein Korallenriff gut vor Haien geschützt ist.