Großveranstaltung des Vereins "Ahrwein": Frühburgunder lockt nach Marienthal

Großveranstaltung des Vereins "Ahrwein" : Frühburgunder lockt nach Marienthal

Mit dem Frühburgunder schart eine alte Rebsorte der Ahr wieder zunehmend Fans um sich. Jüngster Beleg ist das vierte Frühburgunder-Forum, das am Samstag weit mehr als 300 Weinfreunde ins Weingut Kloster Marienthal lockte. Vor sechs Jahren hatte das Slow Food Convivium Bonn die an der Ahr einst dominante, dann aber von ertragreicheren und pflegeleichteren Sorten verdrängte Rebe in seine "Arche des Geschmacks" aufgenommen und bei Großpräsentationen in Marienthal in den Fokus gerückt.

Die vierte Auflage der alle zwei Jahre stattfindenden Präsentation lief in Regie des Vereins "Ahrwein", der die Organisation bis 2017 übernommen hat. Dann soll das künftige Vorgehen weiter beraten werden, sagten Achim Ziss von Slow Food und der Vorsitzende des Vereins "Ahrwein", Marc Adeneuer. Slow Food hatte die arbeitsintensive Vorbereitung nicht mehr ehrenamtlich stemmen können. Vom Wechsel des Veranstalters ließen sich die 21 Winzer und Genossenschaften nicht irritieren. Sie berichteten von guten Erfahrungen und Nutzen für das gesamte Anbaugebiet schon seit der ersten Auflage.

"Die Nachfrage nach Frühburgunder ist zu einer festen Größe geworden, der Wein geht fast schneller weg, als uns lieb ist. Wir haben unsere Anbauflächen vergrößert, damit der Wein ein Jahr lang reifen kann", berichtete Franz Förster vom Weingut Försterhof. Die Flächen für Frühburgunder vergrößert hat auch das Weingut Kloster Marienthal, sagte Kellermeister Markus Bertram.

Dabei verzeichnen die Winzer keinen schnellen Run auf den kleinbeerigen, früh reifenden blauen Burgunder. Vielmehr kommen die Kunden Wochen oder Monate später in die Weingüter, probieren noch einmal und decken sich dann ein, wie Paul Schumacher festgestellt hat. Für ihn ist die Präsentation eine "Imageveranstaltung mit Langzeitwirkung für die gesamte Ahr". Kleine Weingüter schätzen dabei die Möglichkeit einer Präsentation neben den großen Genossenschaften und den ohnehin über die Region hinaus bekannten Mitgliedern des Verbandes Deutscher Prädikatsweingüter (VDP).

Etwa Ricarda Sebastian vom Weingut Ernst Sebastian, die alle Hände voll zu tun hatte, die Weinfreunde zu bedienen und Auskunft zu geben: "Es ist schön für uns, auch als kleines Weingut dabei zu sein." Im Gegenzug beeindruckten Kompetenz und Wissbegier der Teilnehmer die Anbieter, wie Rudolf Stodden von der Mayschosser Genossenschaft, Günter Schüller von der "Dagernova", Markus Kriechel vom Weingut Kriechel und Andreas Weiter vom Weingut Maibachfarm übereinstimmend berichteten.

Zufrieden zeigten sich auch die Weinfreunde, hatten sie doch die seltene Gelegenheit, eine herausragende Rebsorte in allen Facetten zu kosten. Mit zwei großen Hallen bot der Veranstaltungsort Platz genug, ins Gespräch zu kommen.