34. General-Anzeiger-Wandertag: Geschichte am Wegesrand

"Ricomagus", "Sentiacus", "Brisiacum" - wenn die Teilnehmer des 34. Wandertages des General-Anzeigers am Sonntag, 4. September, an den Start gehen, erleben sie Geschichte hautnah.

34. General-Anzeiger-Wandertag: Geschichte am Wegesrand
Foto: Martin Gausmann

Remagen dürfte dabei die wohl bekannteste als auch älteste Stadt sein. Denn schon im Jahr 43 nach Christus wurde dort ein römisches Kastell angelegt. Mehr als 300 Jahre lang schoben Legionäre in Ricomagus Wache, denn der Limes auf der anderen Rheinseite bildete die Grenze zu Germanien. Um das Jahr 450 sind dort eine Kirche und ein christlicher Friedhof nachgewiesen. Einen Markt und Münz-präge-Rechte gab es in der Römerstadt schon vor 1 000 Jahren.Bekannteste Sehenswürdigkeiten sind heute die neugotische Apollinaris-Kirche und das Friedensmuseum in den Türmen der einstigen Ludendorff-Brücke, die als "Brücke von Remagen" im Zweiten Weltkrieg Geschichte schrieb. Weltruf hat auch das Arp Museum in Rolandseck. Bekanntester Remagener ist der Rennfahrer Rudolf Caracciola. Zu Remagen gehören Bandorf, Kripp, Oberwinter, Oedingen, Rolandseck, Rolandswerth und Unkelbach.

  • Sinzig machte um das Jahr 140 nach Christus erstmals als Sentiacus von sich reden. Belegt ist dort zu dieser Zeit eine Tonwaren-Manufaktur. Als fränkische Siedlung wird dann Sinzig 762 erstmals erwähnt. Ihre Hochzeit erlebte die Stadt dann im Mittelalter. So war Sinzig eine Kaiserpfalz der Staufer. In ihr residierte insgesamt vier Mal Kaiser Friedrich Barbarossa in den Jahren zwischen 1152 und 1180.Heute ist Sinzig eine Stadt mit mittelständischer Industrie. Hinzu kommt der Stadtteil Bad Bodendorf als Kur- und Fremdenverkehrsort mit seinen anerkannten Mineralquellen. Und auch in Sinzig wird Mineralwasser produziert. Zu Sinzig hören die Stadtteile Bad Bodendorf, Franken, Koisdorf, Löhndorf und Westum.
  • Bad Breisig war als Brisiacum ebenfalls schon den Römern bekannt. Denn der dort in den Rhein mündende Vinxtbach stellte im Römischen Reich die Grenze zwischen Nieder- und Obergermanien dar. Noch heute ist der Bach eine Grenze. Denn nördlich von ihm hat sich das Ripuarische als Dialekt erhalten, südlich des Baches sprechen die Einheimischen Moselfränkisch. Die Formulierung "Bist Du zu Hause" macht den Unterschied schnell klar: links des Baches "Beste ze Hus", rechts des Baches "Boste daham".Als Thermalbadeort gibt es Bad Breisig erst seit der Erbohrung des Sprudels im Jahr 1914. Damit wurde auch der Grundstein für den Fremdenverkehr gelegt. 1969 wurde bei der kommunalen Gebietsreform aus den früheren Orten Bad Niederbreisig, Oberbreisig und Rheineck Bad Breisig. Zur Quellenstadt gehören heute die Ortsgemeinden Brohl-Lützing (ebenfalls durch Mineralwasser bekannt), Gönnersdorf und Waldorf.
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