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Als Copilotin mit dem Mausflugzeug unterwegs

Als Copilotin mit dem Mausflugzeug unterwegs

Fliegen können nicht nur Berufspiloten. Flugzeuge zu steuern, kann auch ein Hobby sein. 37 Mitglieder aus der Sportflieger-Gemeinschaft Hangelar (BwSGH) haben es zu ihrer Freizeitbeschäftigung gemacht, Motorflugzeuge zu fliegen. Ein Artikel einer Schülerin des Amos-Comenius-Gymnasiums, Klasse 8c.

Ich bin zwar schon ein paar Mal in einem Passagierflugzeug geflogen, doch heute darf ich in einem kleinen Flugzeug als Copilotin mitfliegen. Das ist schon etwas anderes.

Dazu gehe ich in die Flughalle in Hangelar, wo sich an den Wochenenden die Privatpiloten tummeln. Von außen sieht die Flughalle zwar aus wie eine Lagerhalle für Lebensmittel, doch innen stehen Flugzeuge aller Art.

Vom ehemaligen Militärflugzeug bis zum "Maus-Flugzeug" ist fast alles vorhanden. Das Maus-Flugzeug gibt es wirklich. Der WDR hatte es sich für einen Wissensfilm für die Sendung mit der Maus ausgeliehen. Passenderweise ist das kleine Flugzeug auch noch orange.

Mit diesem Flugzeug konnte ich leider nicht fliegen, aber mit einem der anderen Vereinsflugzeuge. Die erste Herausforderung ist es zunächst, dieses "Monstrum" aus der Halle zu schieben. Von der einen Flügelspitze bis zur anderen misst es immerhin 8,70 Meter. Das Flugzeug hat vier Sitze und ist innen so groß wie ein kleines Auto.

Zuerst geht's zur Tankstelle. Die steht direkt neben der Startbahn. Motorflugzeuge werden mit einem speziellen Flugbenzin betankt, das man Avgas nennt. Danach rollen wir weiter zur Startbahn. Und dann, nach dem Startzeichen, geht es auch schon hoch. Wenn man erst mal unter den Wolken angekommen ist, hat man eine atemberaubende Aussicht.

Allerdings wackelt es doch ganz schön. Mir kommt es so vor, als würden wir alle fünf Sekunden ein Luftloch mitnehmen. Es ist zwar wirklich toll zu fliegen, aber ich bin froh, als wir wieder festen Boden unter den Füßen haben.

Aber ich kann Fliegen jedem empfehlen, der einen nicht ganz so sensiblen Magen hat. Segelfliegen kann man schon mit 14 Jahren lernen. Allerdings kann man den Segelflugschein erst mit 16 Jahren machen. Die Lizenz, ein Motorflugzeug alleine fliegen zu dürfen, bekommt man erst mit 17.

Eigentlich kann jeder fliegen, es sei denn, man fällt in der Prüfung durch. Die theoretische und praktische Prüfung ist nicht so schwer wie die der Berufspiloten. Aber auch die Privatpiloten müssen solche ungewöhnlichen Fächer wie Meteorologie (Wetterkunde), Luftrecht, Technik und Navigation pauken. Der praktische Teil ist spannender. Ähnlich wie in der Fahrschule lernt man dabei von einem Fluglehrer, wie das Flugzeug funktioniert und wie man es bedient.

Wenn man die Prüfung besteht, darf man allein fliegen und hat dann auch die Privatpiloten-Lizenz. Das ist so etwas wie ein Führerschein für Flugzeuge. Ungefähr 42 000 Menschen in Deutschland haben solch eine Privatpiloten-Lizenz. Der "Spaß" kostet aber 12.000 bis 14.000 Euro.

Motorflugzeuge kosten meistens mehr als normale Autos. Aber man muss nicht unbedingt ein eigenes kaufen. Seinen Mitgliedern bietet der BwSGH in Hangelar drei Flugzeuge zum Verleihen an. Vereinsmitglieder können sogar das Maus-Flugzeug nehmen. Achtet doch mal darauf, ob ihr am Himmel ein kleines orangefarbenes Flugzeug seht. Das könnte das Maus-Flugzeug sein.

Amos-Comenius-Gymnasium, Klasse 8c