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Flüchtlinge: Für sie fehlt oft das Verständnis

Flüchtlinge : Für sie fehlt oft das Verständnis

Viele Menschen glauben, ihnen gehe es schlechter, wenn Migranten bei uns in Deutschland Hilfe erhalten

Jedes Jahr sehen wir, dass mehr und mehr Flüchtlinge nach Deutschland, auch in unsere Region und an unsere Schule kommen.

Im Jahr 2015, auf dem Höhepunkt des Flüchtlingszustroms, wurden knapp 900 000 ankommende Asylsuchende gezählt. 2016 waren es rund 280 000. Bis Ende November 2017 wurden laut Bundesinnenministerium weniger als 173 000 neue Asylsuchende registriert.

Aktuell leben 608 Flüchtlinge in Siegburg, ein großer Teil davon, 423, sind bereits anerkannt. Mehr als die Hälfte bekommen ein Aufenthaltstitel und eine Wohnung. Ich bin selbst Migrantin und im Mai 2013 aus der Ukraine nach Deutschland gekommen.

Um die Zuwanderung von Flüchtlingen machen sich viele Bürger Sorgen: Sie glauben, dass es Flüchtlingen in Deutschland sehr gut geht und ihnen selbst schlechter. Doch so ist es nicht. Ich bekam 352 Euro pro Monat, davon aber nur 140 Euro ausgezahlt. Den Rest erhielt ich in Sachleistung, beispielsweise Essen oder Kleidung. Eine Krankenversicherung hatte ich nicht. In Notfällen werden Flüchtlingen behandelt, die Kosten übernimmt der Staat.

Ich war 14 Jahre alt, als ich 2013 aus der Ukraine nach Deutschland gekommen bin und wollte mit meinen Eltern hier bleiben. Ich war schon bei der Stadt sowie der Schule angemeldet und krankenversichert.

Aber die Sachbearbeiterin wollte, dass ich zurück in der Ukraine fahre und bei meiner Oma lebe. Die Sachbearbeiterin hatte kein Verständnis für die Situation und zeigte meinen Eltern die Karte der Ukraine und deutete auf den Westen: „Dort ist ja kein Krieg.“ Zum Glück fanden noch ein paar Gespräche statt und ich wurde nicht abgeschoben. Dafür bin ich sehr dankbar.

Carl-Reuther-Berufskolleg, Hennef, VE 71