Traditionsbetrieb im Kloster: Glockengießerei des Klosters Maria Laach schließt

Traditionsbetrieb im Kloster : Glockengießerei des Klosters Maria Laach schließt

Die Glockengießerei des Klosters Maria Laach schließt Ende März. Die rückläufige Auftragslage führt zum Aus. In 17 Jahren wurden mehr als 2000 Glocken gegossen.

Seit mehr als 900 Jahren steht die Abteikirche der Benediktiner am Laacher See. Ihrr Glocken läuteten in guten und schlechten Zeiten. Glocken sind quasi für die Ewigkeit gegossen. Just dieser Umstand bereitet den Mönchen von Maria Laach Probleme. Denn in Zeiten, in denen Kirchenaustritte und demografischer Wandel den Kirchen bereits große Probleme bereiten, Bistümer Immobilien und auch Kirchen verkaufen, ist der Markt für Glocken so gut wie leer gefegt.

Das machte der Glockengießerei des Klosters, die seit 17 Jahren unter Leitung von Bruder Michael Reuter besteht, zu schaffen. Deshalb hat der Konvent um Prior Administrator Albert Sieger beschlossen, den Betrieb der Glockengießerei Ende März einzustellen. Als Grund für die Schließung führt der Prior insbesondere die rückläufige Nachfrage sowie Auftragslage und eine dadurch bedingte mangelnde Auslastung an. Vor diesem Hintergrund musste sich das Kloster auch von den drei Mitarbeitern der Gießerei trennen, die betriebsbedingten Kündigungen wurden bereits ausgesprochen.

„Das war keine leichte Entscheidung und wir bedauern diesen für uns unvermeidlichen Schritt außerordentlich. Unser ganz besonderer Dank gilt daher den davon betroffenen Mitarbeitern für ihre langjährige und engagierte Mitarbeit“, sagte Prior Albert Sieger im Kloster im Gespräch mit dem General-Anzeiger. Bruder Michael Reuter hatte aus gesundheitlichen Gründen die Leitung der Gießerei bereits im vergangenen Jahr aufgegeben. Unter seiner Regie wurden in den vergangenen 17 Jahren mehr als 2000 Glocken gegossen, die in aller Welt läuten. Bruder Michael ist seit mehr als 20 Jahren auch Glockensachverständiger des Bistums Trier. Seine erste Glocke hat Bruder Michael übrigens im Juli 1999 in einer Garage des Holzlagers des Klosters gegossen – Grundstock für den späteren Vier-Mann-Betrieb.

Zwei Gießereien eine zuviel?

Vielleicht waren zwei Glockengießereien in der Eifel zu viel. Fakt ist, dass im deutschsprachigen Raum in den vergangenen Jahren bereits einige Gießereien aus wirtschaftlichen Gründen schließen mussten. Kein Teufel wollte mehr eine Glocke haben. Auch in Maria Laach, wo Bruder Michael vor 17 Jahren eine Tradition wiederbelebt hatte. Denn bereits vor mehr als 100 Jahren hatte sich Pater Johannes Blässing am Laacher See akademisch dem Phänomen des Glockenklangs genähert und stand mit vielen namhaften Gießereien in Europa in regem Gedankenaustausch.

Das Geläut der Abteikirche Maria Laach ist übrigens mit seinen zwölf Glocken das umfangreichste in Rheinland-Pfalz. „Klanglich gehört es mit zu den schönsten in ganz Deutschland. Es sind insgesamt 14 Tonnen Bronze, deren Klang uns täglich begleitet“, sagt der Prior.

Auch bei der Arbeit in den anderen Klosterbetrieben. Da sieht der Prior keine Probleme: „Maria Laach steckt nicht in einer Wirtschaftskrise.“ Denn den anderen Klosterbetrieben, ob Kunstschmiede, Bücherei, Gastronomie, Obstbau, Schreinerei, Bildhauerei oder auch der Klostergärtnerei und dem Bootsverleih gehe es gut. Rund zwei Millionen Tagesbesucher kommen jährlich an den Laacher See.

Auch deshalb ist das Kloster an der neuen Tourist-Information am Seeparkplatz mit im Boot, die zum Saisonende ihre erste Bilanz vorlegte. Von der Eröffnung am 3. Mai bis einschließlich 1. November wurden dort insgesamt 408889 Besucher gezählt. Die Tourist-Info ist ein Gemeinschaftsprojekt der Verbandsgemeinden Brohltal, Mendig und Pellenz.