Achter Opernsommer Glühendes Granada beim Opernsommer in Sierscheid

SIERSCHEID · Der achte Sierscheider Opernsommer bot dem Publikum ein abwechslungsreiches Programm aus Oper, Operette und Chanson. Das Benefizkonzert soll einen Erlös von 8000 Euro einbringen.

 Stimmgewaltige Sänger: Tim de Jong (Mitte) und Thomas Bonni (rechts) werden am Flügel von Karl-Josef Görgen begleitet.

Stimmgewaltige Sänger: Tim de Jong (Mitte) und Thomas Bonni (rechts) werden am Flügel von Karl-Josef Görgen begleitet.

Foto: Martin Gausmann

Das Wetter der vergangenen Tage stellte die Sierscheider vor ein Problem: Die Wiese, die bisher als Parkplatz diente, war zu matschig. Doch schnell wurde eine Lösung gefunden und die Wagen fachmännisch von vielen Helfern an den Wegesrändern platziert. Als wäre es geplant, sang Mezzosopran Henriette Küllmer den Ralf Benatzky-Klassiker „Ich steh im Regen“. Moderator Thomas Michael Günther sprach aus, was viele dachten: „Kann es ein besseres Lied geben?“

Rasche Lösungen gab es auch für Bassbariton Thomas Bonni. Nach seiner Ankunft kurz vor der Vorstellung bemerkte er, dass er seinen Bühnenanzug vergessen hatte. Innerhalb weniger Minuten waren zwei passende schwarze Anzüge organisiert und das Konzert konnte ohne Verzögerung starten.

Opernsommer-Initiator steht selbst auf der Bühne

Keiner der großen Opernkomponisten wurde ausgelassen. Christine Hoffmann seufzte das „Lied der Weide“ sowie das trockene „Ave Maria“ aus Guiseppe Verdis „Othello“ und mimte die von ihren Morden verfolgte Lady Macbeth in der „Nachtwandelszene“. Als Anker der Sänger das gesamte Konzert entlang spielte Karl-Josef Görgen das Klavier mit dem richtigen Wissen um Brillanz und Zurückhaltung.

Auch Initiator Hans-Georg Wimmer gab sich auf der Bühne die Ehre. Mit großer Geste trug er den Evergreen „Dein ist mein ganzes Herz“ aus der Operette „Land des Lächelns“ von Lehar vor. Den Tristan von Richard Wagner stellte er als einen Getriebenen zwischen Todessehnsucht und der Liebe zu Isolde dar. Im glühenden „Granada“ aus der Feder Augustin Laras ließ Tenor Thomas Greuel die Temperaturen unter dem Zelt steigen.

Bass Tim de Jong überzeugte im Duett mit Bonni sowohl im ernsten Dialog zwischen dem Holländer und Daland aus Wagners „Der fliegende Holländer“ als auch im lustigen Gespräch zwischen Pasquale und Malatesta aus „Don Pasquale“ von Gaetano Donizetti. Dem Schlussgelächter konnten sich die Zuhörer nicht entziehen. Silke Hartstangs „Mon coeur s’ouvre à ta voix“ aus der Oper von Camille Saint-Saens über den biblischen Helden Simson ließ unterschwellig schon das böse Ende der Geschichte vorausahnen.

Publikum gibt Standing Ovations

Sehnsüchtig hatte das Publikum schon darauf gewartet: Nach zwei Blöcken mit Chansons stimmte Küllmer endlich das „Non je ne regrette rien“ von Edith Piaf an. Die Begeisterung schoss nach dem letzten Ton aus dem Zuhörerraum hoch.

Die letzten Stücke waren reine Selbstläufer, die das Publikum zu immer lauterem Beifall trieben. Zum Schluss hielt es keinen mehr auf seinem engen Platz: Bravo-Rufe hallten über die Eifelhöhen, es gab stehende Ovationen.

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