Jugendgästehaus der Kreisstadt: Herbergen sehen Klärungsbedarf bei der Gästekarte

Jugendgästehaus der Kreisstadt : Herbergen sehen Klärungsbedarf bei der Gästekarte

"Da besteht noch sehr viel Klärungsbedarf." Das sagte der Präsident des Jugendherbergswerkes Rheinland-Pfalz/Saarland, Jacob Geditz, am Donnerstag beim jährlichen Bilanzgespräch mit dem General-Anzeiger.

Der Gästebeitrag in Höhe von 2,50 Euro, den die Kreisstadt ab dem 1. April, für jede nicht-berufliche Übernachtung nehmen will, findet er für die Klientel des Jugendgästehauses in Bachem "ganz schön happig". "Das ist ein Aufschlag von knapp zwölf Prozent auf unseren Übernachtungspreis mit Frühstück von 21,50 Euro", sagt Geditz.

Was Hotel-Gästen vielleicht nichts ausmache, bringe die Besucher von gemeinnützigen Jugendherbergen durchaus ins Schleudern. "Hier machen auch Familien Urlaub, die sich Hotels nicht leisten können", ergänzt Wolfgang Appel, Chef des Gästehauses der Kreisstadt. Er hofft auf ein von Bürgermeister Guido Orthen für Februar angekündigtes Gespräch. Geditz verweist indes auf andere Kommunen, in denen Jugendherbergen von Gästebeiträgen befreit seien: "Da gibt es entsprechende Ratsbeschlüsse."

So zum Beispiel in Bad Marienberg, also auch einem Heilbad, wo das Gästehaus komplett ausgeklammert wurde. Nicht vorstellen kann er sich, dass für Schüler der Betrag erhoben werde: "Das ist außerschulischer Unterricht, also Arbeit."

Gleiches gelte für Tagungsgäste und Radtouristen, die abends anreisen und morgens weiterfahren. Für hilfsbedürftige Familien, die über die Liste des Mainzer Familienministeriums Urlaub machen, dürfe der Beitrag ebenfalls nicht gelten. Geditz: "Den übernimmt notfalls das Herberwegswerk." Die einzige bislang vom Rathaus gegebene Antwort: "Kinder bis drei Jahren sind frei."

Positiv war indes das Zahlenwerk, das Wolfgang Appell für die Kreisstadt und Angela Manetto für die Naturschutzherberge in Altenahr vorlegten. So wurden in Ahrweiler im Vorjahr 29533 Übernachtungen gezählt. 2012 waren es 29.546.

Die Zimmerauslastung betrug bei 13.525 Gästen (14.285 in 2012) 69 Prozent. Appell: "Weniger Gäste, die aber länger bleiben." Diesen Trend bestätigt auch Manetto für Altenahr: Dort gab es 2013 17.978 Übernachtungen (17.857 im Vorjahr) bei 8930 Gästen (9317). Auslastung: 65 Prozent. Manetto: "Der Ahr-Steig hält die Leute da."