Auszeichnung für Maria Laach Jesuitenbibliothek gewinnt Lichtdesign-Preis

MARIA LAACH · Die alte Klosterbibliothek in Maria Laach ist ein außergewöhnlicher Ort. Jetzt hat die Jesuitenbibliothek den Deutschen Lichtdesign-Preis gewonnen.

 Die Jesuitenbibliothek in maria Laach wurde mit dem Deutsche Lichtdesign-Preis ausgezeichnet.

Die Jesuitenbibliothek in maria Laach wurde mit dem Deutsche Lichtdesign-Preis ausgezeichnet.

Foto: Frank Homann

2015 wurde nach einer Restaurierungszeit von eineinhalb Jahren die historische Jesuitenbibliothek aus den 1860er Jahren wieder ihrer Bestimmung übergeben. Die alte Klosterbibliothek in Maria Laach ist ein außergewöhnlicher Ort. Drei Räume von annähernd quadratischem Grundriss sind hintereinandergestellt. Im Zentrum befindet sich eine gusseiserne Spindeltreppe, über die drei Büchergalerien erschlossen werden. Die Treppe wurde in der Sayner Hütte in Bendorf-Sayn hergestellt. Fenster gibt es in der Bibliothek nicht, Tageslicht fällt allein durch die quadratischen Deckenöffnungen in die Räume.

Die Lichtsituation in der Klosterbibliothek bedurfte einer grundlegenden Verbesserung. Nach einem längeren Prozess der Diskussion, immer in enger Abstimmung mit der Landesdenkmalpflege, sollten die neue Beleuchtungskonzeption funktionell befriedigend, die Raumwirkung behutsam unterstützend und das Holzwerk möglichst schonend sein.

In diesem Sinne schrieb die Abtei einen Wettbewerb aus, den Arens Faulhaber Lichtplaner aus Köln gewannen. Das Unternehmen entwarf ein System feiner Lichtlinien, die in Form filigraner LED-Profile unter die Galerieböden montiert werden konnten. Verdeckt von einer dort bereits befindlichen Holzleiste sind die Profile selbst kaum wahrzunehmen. Durch ihre spezielle Linsentechnik werden die Lichtpunkte so abgeblendet, dass der Ausstrahlwinkel sich allein auf die Bücher und nicht auf den Boden richten lässt.

Dafür gab es jetzt den Deutschen Lichtdesign-Preis in der Kategorie Kulturbauten. Die ideelle Auszeichnung wird jährlich in insgesamt zehn Kategorien vergeben, wobei es um Lichtwirkung und herausragende Beleuchtungslösungen geht.

So wurden nicht nur die wertvollen Bücher und Schriften, sondern auch die Qualitäten der außergewöhnlichen Räume mit gezielter Beleuchtung unaufdringlich in Szene gesetzt. Auf dem obersten Regalboden wurden verdeckte Leuchten montiert, die die Rundung der Decken betonen und gleichmäßig ausleuchten. Da der Tageslichteinfall durch die Lichtdecken wegen des darüberliegenden, nur einseitig geöffneten Satteldaches zu gering war, verstärkten die Kölner das Tageslicht durch Kunstlicht über den Glaslichtdecken.

An vier Stellen pro Decke setzten sie eng strahlende Richtstrahler in das Weißglas der Lichtdecke, die gerichtetes Licht in die Raumtiefe bringen. Zwei der über Kreuz montierten Strahler richten ihr warmes Licht auf die untersten Regale, die der Mitte zugewandten beleuchten die Spindeltreppe.

Gefördert wurde das Projekt Jesuitenbibliothek unter Leitung des Wassenacher Architekturbüros Hans Josef Scheer vom Verein der Freunde der Benediktinerabtei Maria Laach, der Landesdenkmalpflege Rheinland-Pfalz, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Kulturstiftung des Landes, vom Kreis Ahrweiler und von der Bundesregierung. (ga)